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Elektroauto-Zukunft in Österreich

Über diesen Artikel

Lesezeit

5 Minuten

Veröffentlichung

15.October 2021

Letztes Update

17.01.2022

Sind Elektroautos die Fahrzeuge der Zukunft?

Die Elektromobilität hat sich in Österreich etabliert. Stetige Zuwachsraten bei den Neuzulassungen bestätigen dies. Wir werfen einen Blick auf die Zukunft von Elektroautos.

Inhalt des Blogartikels

Entwicklung der Elektromobilität in Österreich

In weiten Teilen der Bevölkerung steigt das Bewusstsein dafür, dass auch das eigene Handeln ausschlaggebend dafür ist, wie sich der Klimawandel in den nächsten Jahren entwickeln wird. Die Folgen der Erderwärmung werden immer deutlicher spürbar, gleichzeitig prägen neue Regelungen den Alltag. Vom Plastiksackerlverbot bis zur Nutzung von erneuerbaren Energien: Jeder kann seinen Beitrag zum Umweltschutz leisten.

Ein bedeutendes Feld, nicht zuletzt aufgrund der nach wie vor hohen Treibhausgasemissionen, ist der Mobilitätssektor. In diesem Beitrag blicken wir genauer auf das Elektroauto (E-Auto). Welche Vorteile bringt es? Wie funktioniert das E-Auto? Und welche Entwicklungen sind in der Zukunft zu erwarten? Wir geben dir Antworten auf die wichtigsten Fragen zum Elektroauto in Österreich.

 

Vom Nischenprodukt zum Verkaufsschlager: Der Trend zum Elektroauto hält an

Weltweit steigt das Interesse an alternativen Antriebsformen, die frei von fossilen Brennstoffen die individuelle Mobilität garantieren. Neben den großen Industriestaaten wie China oder den USA steigt vor allem in den reichen Industrienationen das Interesse an der Elektromobilität. In Europa ist Norwegen weit vorne: 2020 waren mehr als 56 Prozent aller neu zugelassenen Fahrzeuge PKWs mit reinem Elektroantrieb, zusätzlich dazu knappe 24 Prozent sogenannte Plug-in-Hybride.

Österreich liegt dabei im Vergleich weit abgeschlagen: 2020 betrug der Anteil von E-Autos bei den Neuzulassungen rund 11 Prozent und der Anteil von Elektroautos am Gesamtbestand etwa 1 Prozent. Mit diesen Zahlen liegt Österreich in Europa im Mittelfeld. Schweden und die Niederlande sind mit einem E-Auto-Anteil von rund 3 Prozent die klaren Spitzenreiter. Tschechien, Slowakei, Kroatien, Rumänien, Bulgarien, Lettland und Zypern liegen mit nur 0,1 Prozent auf dem letzten Platz in der EU.

Allerdings zeigen Statistiken, dass die Absatzzahlen von Elektroautos in allen Ländern steigen. Ein Grund dafür ist das steigende Umweltbewusstsein in der Bevölkerung. Wichtig ist in diesem Zusammenhang vor allem die Stromherkunft für das Laden des E-Autos. Strom aus erneuerbaren Energien, zum Beispiel von einer Photovoltaikanlage auf dem Hausdach, sorgt für eine sehr gute Klimabilanz.

Auch der Ausbau der Ladeinfrastruktur hat seinen Anteil an der Attraktivität der Elektromobilität. Neben der staatlich geförderten privaten Ladeinfrastruktur (z. B. Wallbox) sorgt ein immer flächendeckenderes Netz an öffentlichen Ladepunkten dafür, dass das Laden der Batterien selbst in abgelegenen Regionen problemlos möglich ist.

 

Vorteile der Elektroauto-Technik

Viele Kaufinteressenten denken noch immer, dass Elektroautos komplizierte Exoten sind. Doch das ist schon lange vorbei: Die Fahrzeugpalette reicht heute von kleinen Cityflitzern bis zum großen SUV, ganz nach individuellen Vorlieben. Neben dem weltweit bekannten E-Auto-Pionier Tesla bieten auch die meisten PKW-Marken wie Audi, BMW, Fiat, Renault, VW oder verschiedene asiatische Hersteller eine breite Palette an E-Autos an.

Zusätzlich zeigt sich, dass PKWs mit Elektroantrieb jenen mit einem Verbrennungsmotor technisch überlegen sind. Sie sind simpler gebaut und benötigen weniger aufwendige und reparaturanfällige Bauteile. Probleme mit den Kraftstofftanks, Katalysatoren oder Auspuffanlagen machen Verbrenner zu häufigen Besuchern in der Werkstatt. Im Gegensatz dazu sind E-Autos wartungsarm. Die zentralen Komponenten eines Elektroautos sind:

  • Die Batterie: Sie versorgt den Motor mit gespeicherter Energie. In der Regel werden Lithium-Ionen-Batterien verwendet. Die Batterie ist die teuerste Komponente an einem E-Fahrzeug.
  • Der Elektromotor: Der Motor des Elektroautos setzt die Energie in Bewegung um.
  • Die Leistungselektronik: Sie sorgt dafür, dass die Stromstärke und -frequenz so gesteuert wird, dass der Elektromotor die Energie aus der Batterie optimal in Bewegungsenergie umwandelt.
  • Der Ladeanschluss: Er ist die Verbindung zwischen der Batterie und der Stromquelle. Über den Ladeanschluss wird die Batterie mit dem Ladepunkt verbunden.

Reichweite und Ladeinfrastruktur: Wichtige Faktoren für die Alltagstauglichkeit

Vor allem Fahrer von Verbrennern beschäftigen die Reichweite und Verfügbarkeit der Ladeinfrastruktur. Dass diese Punkte – gerade für das Zurücklegen von langen Strecken – nicht unbedeutend sind, zeigt die Praxis. Denn im Vergleich zu einem Verbrenner kannst du mit einem E-Auto nicht in wenigen Minuten an jeder beliebigen Tankstelle wieder die volle Reichweite nachtanken. Fahrer von Elektroautos müssen längere Fahrten in der Regel etwas planen und dabei auf das Netz von öffentlichen Ladestationen zurückgreifen.

Bei der Reichweite gibt es große Unterschiede, die von der Kapazität der Batterie anhängen. Die besten Modelle erreichen heute eine Reichweite von bis zu 500 Kilometer mit nur einer Batterieladung. Das entspricht in etwa der Entfernung von Wien nach Innsbruck. Allerdings ist diese Maximalreichweite von einigen Faktoren abhängig, die du als Fahrer beeinflussen kannst. So trägt ein rasanter Fahrstil in Verbindung mit der intensiven Nutzung von zusätzlichen Energieverbrauchern wie Klimaanlage, Heizung oder Entertainment-Systemen nicht zum Erreichen der maximalen Reichweite bei. Bei einer ausgeglichenen Fahrweise kannst du aber durchaus lange Strecken mit nur einer Ladung zurücklegen.

Zusätzlich sorgt ein heute dichtes Netz an Lade- und Schnellladestationen dafür, dass du nicht nur in den Städten, sondern auch auf dem Land und insbesondere entlang der Hauptverkehrsachsen schnell, verlässlich und bequem Strom laden kannst. Österreichweit stehen dafür rund 5.500 Ladestationen zur Verfügung. Laut Angaben des VCÖ von 2019 liegt Österreich damit auf Platz 8 im Europavergleich.

Für die allermeisten Fahrten des Alltags reicht allerdings eine Batterieladung vollkommen aus. Mit einer Wallbox oder einem intelligenten Ladekabel hast du die attraktive Option, deine kleine Tankstelle vor Ort zu installieren. So lädt das E-Auto dann auf, wenn du es nicht brauchst. Im besten Fall sogar mit dem selbst produzierten Solarstrom von deinem Hausdach. Derzeit gibt es dazu auch attraktive Förderungsaktionen, die sowohl für Einfamilien- als auch Mehrparteienhäuser zur Verfügung stehen.

 

Wie umweltfreundlich ist ein E-Auto tatsächlich?

Beim Aufladen deines E-Autos kannst du die Ökobilanz selbst beeinflussen: Strom aus einer eigenen Photovoltaikanlage von deinem Hausdach eignet sich ideal für das Laden der Batterien. Solltest du dazu keine Möglichkeit haben, empfehlen wir den Umstieg auf einen Ökostrom-Tarif, der ausschließlich Energie aus regenerativen Quellen wie Wasserkraft, Sonnen- oder Windenergie nutzt. Vermeiden solltest du hingegen Strom aus Kohle- oder Gaskraftwerken. Sie verschlechtern die Ökobilanz, da weiterhin klimaschädliche Treibhausgase bei der Stromerzeugung entstehen.

Übrigens: Wenn du Fördergelder für ein E-Auto oder eine private Ladestation bekommen möchtest, musst du einen Nachweis erbringen, dass du ausschließlich Strom aus erneuerbaren Energien für das Laden des Fahrzeugs nutzt. Der Bund stellt 2021 rund 101 Millionen Euro für die Förderung der Elektromobilität zur Verfügung.

Einen erheblichen Anteil auf die Ökobilanz hat auch die verwendete Energie für die Herstellung der Fahrzeugkomponenten. Es zeigt sich allerdings, dass sie durch den Bezug von erneuerbarer Energie für das Laden der Batterien und deren Einsatz bei der Fahrzeugherstellung wesentlich besser ausfällt als bei einem Verbrenner.

Offen in vielen Teilen ist die Frage des Recyclings, das heißt der Wiederverwertung der Fahrzeugkomponenten und der Batterie. Hier ist langfristig davon auszugehen, dass neue Prozesse zur Rückgewinnung der Rohstoffe die Ökobilanz weiter verbessern werden.

 

Kosten für ein Elektroauto: Eine Analyse lohnt sich

Elektroautos sind trotz hoher Förderungen in der Anschaffung teurer als Verbrenner. Auch das Laden von Strom ist nicht gratis, allerdings in der Regel günstiger als fossile Kraftstoffe.

Große Vorteile bieten E-Autos vor allem langfristig durch niedrige Betriebskosten und Rabatte bei der Fahrzeugversicherung. Durch den geringen Wartungsbedarf und niedrigeren Verschleiß entfallen Werkstattkosten. Die überschaubaren Energiekosten senken die Ausgaben pro Kilometer.

Mit der weiteren Etablierung von Elektroautos steigt auch die Verfügbarkeit von günstigen Gebrauchtwagen. Zwar weisen sie in der Regel durch ältere Batterietechnologien niedrigere Reichweiten auf, sie können aber je nach Bedarf die ideale und kostengünstige Alternative sein. Es lohnt sich auf jeden Fall, dein Mobilitätsverhalten individuell zu analysieren – so findest du das Fahrzeug, das am besten zu dir passt.

 

Fahren wir in der Zukunft alle mit dem Elektroauto?

Die Mobilität ist ein Sektor, der sich aktuell in einem starken Wandel befindet. Autofreie Innenstädte, E-Bikes und E-Scooter, der Ausbau des öffentlichen Verkehrs, Carsharing und ein verändertes Mobilitätsverhalten sind nur einige Schlagworte, die für die Mobilität der Zukunft von Bedeutung sind.

Die klimafreundliche Technologie des Elektroantriebs ist dabei nicht mehr wegzudenken und wird neben weiteren Antriebsarten wie Wasserstoff in Zukunft eine große Rolle im motorisierten Individualverkehr spielen. Noch zu klären gibt es dabei, wie der steigende Bedarf an Ladeinfrastruktur und Strom aus erneuerbaren Energien gedeckt werden kann und wie gut sich der Individualverkehr mit dicht bewohnten Stadtgebieten überhaupt verträgt. Allerdings ist das Elektroauto bereits heute ein bedeutender Schritt in eine klimafreundliche Zukunft, der auch für breite Bevölkerungsgruppen bezahlbar wird.

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