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Die zentrale Heizungssteuerung: Was du wissen musst

Über diesen Artikel

Lesezeit

4 Minuten

Veröffentlichung

18.December 2021

Letztes Update

18.12.2021

Zentrale Heizungssteuerung: Funktion und Technik

Die zentrale Heizungssteuerung hilft, die Effizienz der Heizungsanlage zu steigern. Wie es funktioniert, erfolgreich Heizenergie und Kosten zu reduzieren, erklären wir dir hier.

Inhalt des Blogartikels

Was macht eine Heizungssteuerung genau?

Mit der Heizungssteuerung kannst du die Leistung deiner Heizungsanlage ganz individuell deinen Bedürfnissen anpassen, indem du die Heizleistung des Wärmerzeugers beeinflusst. Auf diese Weise kannst du mitbestimmen, wie hoch Energieverbrauch und Schadstoffausstoß sind. Die entsprechenden Einstellungen lassen sich manuell direkt am Wärmeerzeuger oder mittels intelligenter Steuerung bequem von der Wohnung aus vornehmen.

Eine weitere Möglichkeit, die Temperatur in den Räumen und somit den Energieeinsatz zu steuern beziehungsweise zu regeln, bieten die Thermostate an den Heizkörpern. Diese kannst du ebenfalls manuell oder intelligent mittels App für Smartphone, Tablet und Co. steuern.

 

Die zentrale und die dezentrale Heizungssteuerung

Du siehst: Es gibt bei der Art der Heizungssteuerung Unterschiede. Mit der zentralen Heizungssteuerung passt du die Vorlauftemperatur des Heizkessels oder eines anderen Wärmeerzeugers witterungsgeführt (Außentemperatur) dem Wärmebedarf eines Gebäudes an. Für die dezentrale Steuerung hingegen ist die Raumtemperatur maßgeblich. Durch Veränderung der Einstellungen der Thermostatventile kannst du die Wärmeabgabe der Heizkörper verändern.

Vorteil der dezentralen Heizungssteuerung ist, dass auch Mieter die Möglichkeit haben, über die Raumtemperatur und das Auf- und Abdrehen der Heizkörper den eigenen Energieverbrauch zu beeinflussen. Zugriff auf die zentrale Heizungssteuerung hat nur der Eigentümer, der Hausmeister oder eine andere autorisierte Person. Schaltet einer von diesen die Heizung aus, hilft auch das beste Heizkörperthermostat nichts. Die Heizkörper bleiben kalt.

Die Heizungssteuerung vergleicht eine Eingangsgröße wie die Außentemperatur mit einer voreingestellten Soll-Größe für die angestrebte Raumtemperatur miteinander. Eine Rückmeldung an das Steuergerät erfolgt jedoch nicht. Es wird also nicht überprüft, ob die eingestellte Temperatur im Raum auch wirklich erreicht wurde oder aber Störfaktoren, wie beispielsweise geöffnete Fenster, dies verhindern.

Die analoge, zentrale Heizungssteuerung

Diese Heizungssteuerung funktioniert, wie bereits erwähnt, in Abhängigkeit von der Außentemperatur und nach fest vorgegebenen Parametern, die sie der Heizkurve entnimmt. Auf diese Weise steuert sie die erforderliche Höhe der Vorlauftemperatur und somit die Raumtemperatur, die Schaltzeiten und den Frostschutz.

Die Voreinstellungen der Heizkurve übernimmt der Heizungsinstallateur beispielsweise bei Inbetriebnahme der Heizung während des hydraulischen Abgleichs. Soweit erforderlich passt er diese Voreinstellungen veränderten Situationen während der jährlichen Wartung der Heizung an. Ansonsten bleiben sie aber unverändert.

 

Bedeutung der Vorlauftemperatur bei der zentralen Heizungssteuerung

Bei der Vorlauftemperatur handelt es sich um die Temperatur des Heizungswassers, mit der es vom Kessel aus über die Heizungsrohre in die einzelnen Heizkörper oder die Rohrschlangen der Fußbodenheizung strömt. Je kälter es draußen ist, umso höher muss die Temperatur des Heizungswasser im Heizkessel sein. Aus diesem Grund ist es auch so wichtig, dass die Heizkurve richtig eingestellt ist.

Denn ist die Vorlauftemperatur zu niedrig, reicht die Temperatur des Heizungswassers nicht aus, um die Heizkörper mit der erforderlichen Wärme zu versorgen. Ist die Vorlauftemperatur zu hoch eingestellt, werden die Räume zwar ausreichend mit Wärme versorgt, was aber auf die Kosten der Effizienz der Heizung geht. Schließlich wird dann unnötig viel Heizenergie für die Wärmebereitstellung erzeugt. Das wiederum erhöht deine Heizkosten und den Schadstoffausstoß.

Ist die Heizkurve optimal eingestellt, hilft sie mit, Wärme energieeffizient und umweltschonend zu erzeugen.

 

Messung der Außentemperatur

Für die Messung der Außentemperatur kommt ein Außentemperaturfühler zum Einsatz. Dieser besteht aus einem elektronischen Bauteil, dessen Widerstand ständig gemessen wird. Verändert sich die Außentemperatur, verändert sich auch der Widerstand entsprechend. Der Temperaturfühler meldet dies der Heizungsanlage. Diese erhöht oder senkt daraufhin die Vorlauftemperatur. Wichtig ist, den Außentemperaturfühler richtig anzubringen. Das solltest du dabei beachten:

  • möglichst die kälteste Außenwand, beispielsweise Nordseite, des Hauses wählen, idealerweise im Schatten
  • darauf achten, dass weder direkte Sonneneinstrahlung noch Zugluft den Temperaturfühler beeinflussen, zum Beispiel durch eine Schutzhaube
  • Anbringung etwa auf halber Gebäudehöhe

Zentrale Heizungssteuerung intelligent geregelt

Die Digitalisierung ist natürlich an der zentralen Heizungssteuerung nicht vorbeigegangen. Bereits seit Jahren gibt es die intelligente Heizungssteuerung mittels App für Heizkessel, Heizungspumpe und Zirkulationspumpe für die Warmwasserversorgung.

Einstellungen vom Sofa aus verändern

Über deinen PC oder Laptop sowie über dein Tablet oder Smartphone bietet dir die smarte Heizungssteuerung den gleichen Bedienkomfort wie elektrische und digitale Thermostatventile für die Heizkörper. Die Heizenergieersparnis ist allerdings bei der zentralen Heizungssteuerung größer, weil du zusätzlich heizrelevante Parameter direkt am Kessel verändern kannst.

Kommunikation via Internet

Die Wärmeerzeuger der namhaften Hersteller verfügen standardmäßig bereits werkseitig über die Möglichkeit, mittels „Plug-and-Play“ eine Internetverbindung herzustellen. Du benötigst dazu lediglich ein Ethernet-Kabel, WLAN oder Powerline (Internet über die Steckdose). Selbst für ältere Heizungen haben die meisten Hersteller Nachrüst-Sets im Programm. Diese solltest du bevorzugt kaufen, da sie auf die Geräte der Hersteller zugeschnitten sind. Es gibt aber auch gute Universal-Nachrüstsets.

So funktioniert die smarte, zentrale Heizungssteuerung

Dein Smartphone, Tablet oder PC erhält die gewünschten Betriebsdaten von einem Kommunikationsmodul. Dazu liefern viele im Haus verteilte Sensoren die erforderlichen Daten. Dies können zum Beispiel Temperaturfühler an den Fenstern sein oder Drucksensoren, die den Systemdruck der Heizungsanlage kontrollieren. Fällt beispielsweise der Systemdruck, geht der Kessel in den Störbetrieb und du kannst ablesen, dass Heizungswasser nachzufüllen ist. Übrigens: Alle Komponenten kommunizieren untereinander sowie mit dem Internet über eine sichere Verbindung.

Spezielle App vom Hersteller

Vom Hersteller erhältst du eine spezielle App, die dir den Zugriff auf Daten wie Betriebs- und Raumtemperaturen oder Energieverbrauch ermöglicht. Das Menü ist übersichtlich und selbsterklärend. Die Einstellung der Steuerung sollte daher kein Problem sein. Meist sind bereits Voreinstellungen wie zum Beispiel „Temperatur Wohnzimmer“ oder „Abwesenheit über das Wochenende“ hinterlegt. Es ist ganz einfach, diese auszuwählen und an deine Anforderungen anzupassen.

Wenn du es zulässt, dass der Heizungsinstallateur Zugriff auf die Betriebsdaten deines Heizkessels hat, kann er zum Beispiel bei einer Störung oftmals bereits über eine Ferndiagnose die Ursache feststellen und im Idealfall sogar den Fehler beheben. Sollte eine Reparatur der Heizung erforderlich sein, kann er eventuell benötigte Ersatzteile gleich mitbringen und muss nicht unnötig hin- und herfahren.

Du siehst: Mit einer witterungsgeführten, zentralen Steuerung deiner Heizung und einer optimal an dein Haus angepassten Heizkurve kannst du weitaus mehr Energie einsparen als bei einer dezentralen Regelung über die Heizkörperthermostate.

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