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Lohnt sich eine Warmwasser-Wärmepumpe?

Über diesen Artikel

Lesezeit

5 Minuten

Veröffentlichung

16.March 2021

Letztes Update

08.12.2021

Inhalt des Blogartikel

Warmwasser-Wärmepumpen zur Ergänzung der zentralen Warmwasserbereitung

Ein großer Teil der Heizkosten entfällt auf die Warmwasserbereitung. Da wir auch im Sommer heißes Wasser zum Waschen, Duschen oder Spülen benötigen, muss die herkömmliche Heizung also ganzjährig laufen. Warmwasser-Wärmepumpen können die zentrale Warmwasserbereitung sinnvoll ergänzen – und unter günstigen Umständen sogar komplett ersetzen.

 

Gründe für eine Warmwasser-Wärmepumpe

Eine umweltfreundliche und kostensparende Methode zur Warmwasserbereitung ist dank einer Warmwasser-Wärmepumpe möglich. Durch Nutzung der vorhandenen thermischen Energie der Umgebungsluft arbeiten moderne Modelle äußerst effizient und energiesparend. Das senkt nicht nur langfristig die Warmwasserkosten, sondern kommt auch der Umwelt zugute, da für die Erhitzung des Wassers keine (oder zumindest weniger) fossile Energieträger eingesetzt werden müssen. Wie effizient die Warmwasser-Wärmepumpe in deinem Haus sein kann, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Dazu zählen der Zustand der Wärmedämmung, der Aufstellort der Wärmepumpe, der individuelle Bedarf an Warmwasser sowie natürlich die Leistung der Pumpe.

Wichtig ist beim Kauf der Wärmepumpe daher, dass sie zu deinem Bedarf passt. In Kombination mit Solarthermie und/oder Photovoltaik kann die Effizienz sogar so hoch ausfallen, dass du künftig die Heizung in den Sommermonaten komplett ausschalten kannst und trotzdem nie ohne warmes Wasser dastehst.

Beachte: Die Warmwasser-Wärmepumpe ist nicht mit der Heizungs-Wärmepumpe zu verwechseln. Während Letztere das Heizungswasser im Heizkreislauf erhitzt und somit einen direkten Einfluss auf die Beheizung der Räume hat, dient die Warmwasser-Wärmepumpe nur zur Erhitzung von Trinkwasser bzw. Brauchwasser.

Exkurs: Die verschiedenen Wasserarten im Haus

Brauchwasser, Trinkwasser und Heizungswasser werden oft miteinander verwechselt. Während (kaltes) Trinkwasser qualitativ immer für den menschlichen Verzehr geeignet sein muss, kann Brauchwasser beispielsweise aus der Regentonne stammen, um damit den Garten zu wässern. Aber auch das Warmwasser der Heizung ist faktisch Brauchwasser, weil Trinkwasser erhitzt wird und weiterhin zum Trinken geeignet bleibt. Allerdings wird das Trinkwasser in Deutschland meist auch als Brauchwasser verwendet, etwa in der Toilettenspülung oder in der Waschmaschine. Heizungswasser hingegen ist das, was in den Heizkörpern bzw. in der Fußbodenheizung als Heizmedium zirkuliert. Daraus ergibt sich folgende einfache Regel:

  • Trinkwasser kann immer auch als Brauchwasser verwendet werden.
  • Brauchwasser ist aber nicht immer automatisch Trinkwasser.
  • Heizungswasser zirkuliert im Heizsystem und wird weder verbraucht noch getrunken.

 

So funktioniert die Warmwasser-Wärmepumpe

Wie schon kurz geschildert, hat die Wärmepumpe zur Warmwasserbereitung nur die Aufgabe, Trinkwasser und Brauchwasser zu erwärmen. Die Heizungs-Wärmepumpe sorgt dafür, dass die Heizung effizienter läuft und weniger Heizöl, Gas oder andere Brennstoffe verwendet werden müssen, um die Räume zu heizen. Es gibt unterschiedliche Typen von Heizungs-Wärmepumpen , die das Haus mit Wärme aus der Luft, dem Grundwasser oder auch aus dem Erdreich beheizen. 

Bei der Warmwasser-Wärmepumpe hingegen wird immer die Wärme der Umgebungsluft genutzt. Manche Modelle nutzen auch warme Abluft aus anderen Räumen. Die Wärme wird der Luft entnommen und (ähnlich wie bei einem Kühlschrank) einem Verdampfer zugeführt. Das hierin enthaltene Kältemittel erwärmt sich dadurch bis zur Verdampfung und wird an einen Verdichter geleitet, der den Dampf so lange komprimiert, bis die gewünschte Zieltemperatur erreicht ist. Anschließend überträgt der so erwärmte Kühlmitteldampf seine thermische Energie auf den Warmwasserspeicher und wird dem Verdichtungsprozess erneut zugeführt.

Für den Betrieb benötigt die Warmwasser-Wärmepumpe also im Prinzip nur einen Stromanschluss, um den Verdichter zu betreiben. Außerdem muss sie natürlich an den Warmwasserkreislauf angeschlossen sein.

Wo sollte die Warmwasser-Wärmepumpe aufgestellt werden?

Während des Betriebs senkt die Warmwasser-Wärmepumpe die Umgebungstemperatur ab und entfeuchtet gleichzeitig die Luft. Je höher die Umgebungstemperatur, desto einfacher hat es die Wärmepumpe, das Wasser ausreichend zu erhitzen. Daher bieten sich Aufstellorte wie der Heizungsraum an, wo oft viel Abwärme entsteht. Auch der Betrieb elektrischer Geräte wie Kühltruhe, Waschmaschine oder Trockner erzeugt Wärme. Durch die Entfeuchtung der Luft kann die Wärmepumpe der gefürchteten Schimmelbildung in Kellerräumen zusätzlich entgegenwirken.

Schon gewusst? Viele Warmwasser-Wärmepumpen sind mit einem großen Speicher für Warmwasser verbunden, damit immer genügend Wasser zur Verfügung steht. Die Größe sollte an den Bedarf des Hauses angepasst sein. Ohne Speicher kann es sonst knapp werden, wenn punktuell sehr viel warmes Wasser benötigt wird. Ein Speicher ist außerdem dann erforderlich, wenn du günstigen Wärmepumpenstrom nutzen möchtest, denn je nach Stromanbieter stehen die Pumpen dann zu bestimmten Tageszeiten still.

 

Kosten einer Warmwasser-Wärmepumpe: Lohnt sich die Anschaffung?

In vielen Häusern wird das Warmwasser direkt über die Heizung in einem Warmwasserspeicher erhitzt. In anderen Haushalten gibt es noch klassische Boiler, die elektrisch oder per Gas Wasser nach Bedarf erhitzen. Das ist nicht nur unbequem, sondern oft auch unwirtschaftlich. Während ein Boiler etwa 1 kWh (Kilowattstunde) Strom zur Erzeugung von 1 kWh Wärme benötigt, produziert eine Wärmepumpe aus derselben Menge Strom circa 3- bis 4-mal so viel Wärme. Die zentrale Warmwasserbereitung kann durch eine Warmwasser-Wärmepumpe also sinnvoll ergänzt oder sogar komplett ersetzt werden, wenn die Voraussetzungen stimmen.

Neben den Kosten für das System sind hierbei auch die Kosten für die bisher genutzten Energieträger sowie die Höhe der zur Verfügung stehenden Abwärmetemperatur zu berücksichtigen. Reicht die Abwärme nicht aus, um die gewünschte Wassertemperatur zu erreichen, kann die Wärmepumpe das Wasser im Speicher zusätzlich durch eine Heizspirale aufheizen (auch zur thermischen Desinfektion sinnvoll). Der hierfür entstehende Stromverbrauch kann die Kostenbilanz entsprechend negativ beeinflussen. Die Anschaffungskosten schwanken je nach Hersteller und Modell zwischen 1.000 und 3.000 Euro . Eventuell kommen noch Liefer- sowie die Montagekosten hinzu. Hierfür kannst du jeweils etwa 50 bis 100 Euro zusätzlich ansetzen. Der Profi schließt die zu- und ableitenden Wasserleitungen für das Brauchwasser an und verbindet das Gerät mit dem Stromnetz. Der gesamte Installationsaufwand ist relativ günstig und überschaubar. Wartungskosten fallen in der Regel nicht an, eine Überprüfung aller 2 Jahre im Rahmen der Heizungswartung ist jedoch zu empfehlen.

Tipp: Auch gebrauchte Warmwasser-Wärmepumpen können sinnvoll sein. Ihr Preis liegt meist deutlich unter 1.000 Euro. Hinzurechnen musst du aber auf jeden Fall die Transportkosten und natürlich die Installation.

Kombination von Warmwasser-Wärmepumpen mit Photovoltaik oder Solarthermie

Da die Betriebskosten einer Warmwasser-Wärmepumpe in erster Linie durch den Stromverbrauch für den Pumpenbetrieb bzw. durch eine zusätzliche elektrische Aufheizung des Brauchwassers entstehen, kannst du durch den Einsatz einer Photovoltaikanlage viel Geld sparen. Den Stromüberschuss kannst du durch eine Wärmepumpe sinnvoll selbst verbrauchen.

Verfügst du über eine Solarthermieanlage, kann das Wasser zusätzlich durch die Sonne aufgeheizt werden. Hierdurch erhöht sich die Effizienz deiner Warmwasser-Wärmepumpe erheblich. Die Kombination von solarer Energie und Wärmepumpe ist meist nicht ganzjährig möglich, aber gerade im Sommer kannst du dadurch den Betrieb der Heizung, die ansonsten das Warmwasser erhitzen müsste, oft komplett einstellen.

Reine Warmwasser-Wärmepumpen werden nicht staatlich gefördert

Wenn du hoffst, dass die Förderprogramme des BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle) und der KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) auch für Warmwasser-Wärmepumpen gelten, müssen wir dich leider enttäuschen. Die staatliche Förderung gibt es nur für Heizungs-Wärmepumpen und ggf. für die kombinierte Warmwasserbereitung. Anschaffung und Installation reiner Brauchwasser-Wärmepumpen sind nicht förderfähig.

Allerdings kannst du häufig von günstigen Stromtarifen oder Prämien von Wärmepumpenherstellern profitieren. Aufgrund der vergleichsweise geringen Anschaffungs- und Installationskosten rechnet sich die Warmwasser-Wärmepumpe dennoch in vielen Fällen.

 

Warmwasser-Wärmepumpen lohnen sich vor allem in Verbindung mit Solaranlagen

Eine Warmwasser-Wärmepumpe kann fast jedes Heizsystem sinnvoll ergänzen. Besonders effizient wird der Betrieb dann, wenn der Betriebsstrom aus einer eigenen Photovoltaikanlage stammt. Auch die Kombination mit Solarthermie macht die Warmwasser-Wärmepumpe effizienter. Insbesondere während der Sommermonate kannst du dann häufig komplett auf den Betrieb der Heizungsanlage verzichten. Wichtig ist allerdings, dass ein ausreichender Warmwasserspeicher existiert und du nach Möglichkeit für den Winterbetrieb günstige Stromtarife für Wärmepumpen nutzt.

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