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Wärmepumpe & Fußbodenheizung kombinieren

Über diesen Artikel

Lesezeit

4 Minuten

Veröffentlichung

24.March 2021

Letztes Update

09.12.2021

Wärmepumpe und Fußbodenheizung: Eine optimale Kombination

Wärmepumpe und Fußbodenheizung gelten als Dream-Team für Energieeffizienz und Wohnkomfort. Doch warum ist das so? Und ist eine Fußbodenheizung immer zwingend notwendig?

Inhalt des Blogartikels

Was bewirkt die Kombination von Wärmepumpe und Fußbodenheizung in deinem Haus?

Wenn du ein neues Haus baust oder ein altes energetisch sanieren möchtest, stellt sich fast immer die Frage, wie das Heizen zukünftig geregelt werden soll. Dass der Trend weg von fossilen Energieträgern geht, ist klar. Doch auch bei der Art der Heizung gibt es Unterschiede.

Eine Wärmepumpe kann kostenlose Wärme aus der Luft (Luft-Wasser-Wärmepumpe oder auch Luftwärmepumpe genannt), dem Erdreich (Sole-Wasser-Wärmepumpe) oder aus dem Grundwasser (Wasser-Wasser-Wärmepumpe) gewinnen und zur Entlastung der Heizung beitragen. Sie arbeitet dabei nach dem Prinzip eines umgekehrten Kühlschranks. Das reduziert den Brennstoffbedarf erheblich, weshalb eine Wärmepumpe durch ihre Nutzung von erneuerbaren Energien als Wärmequelle besonders empfehlenswert ist.

Warum ist die Vorlauftemperatur so wichtig?

Da Wärmepumpen am effizientesten mit niedrigen Vorlauftemperaturen arbeiten, ist die Kombination mit einem Flächenheizsystem wie der Fußbodenheizung ideal.

Fußbodenheizungen verteilen die Wärme über ein (meist direkt im Estrich verlegtes) Rohrleitungssystem auf die gesamte Fläche des Raumes. Die Wärme wird also über die gesamte Bodenfläche an den Raum abgegeben, was ein besonders gleichmäßiges Halten der Raumtemperatur ermöglicht.

Durch die Verteilung auf eine größere Fläche kommen Fußbodenheizungen mit deutlich niedrigeren Vorlauftemperaturen aus als klassische Heizkörper, die mittels Konvektion die Raumluft aufheizen. Während für moderne Fußbodenheizungen schon Vorlauftemperaturen von 35 Grad Celsius ausreichen, arbeiten Radiatoren oft mit einem Vorlauf von bis zu 65 Grad Celsius.

Je geringer die Vorlauftemperatur, desto effizienter lässt sich die Leistung der Wärmepumpe für die Heizung nutzen und umso höher ist die erreichbare Jahresarbeitszahl.

Was ist mit anderen Flächenheizungen?

Neben der üblichen Fußbodenheizung, die mit Warmwasser arbeitet, gibt es auch Flächenheizungen, die mithilfe von Strom die Räume beheizen. Diese als Elektro-Fußbodenheizungen bezeichneten Wärmequellen eignen sich nicht für die direkte Kombination mit der Wärmepumpe, da hier kein Heizungswasser erwärmt werden muss.

 

Welche Wärmepumpenart kommt für die Fußbodenheizung infrage?

In der Regel ist von der Luft-Wasser-Wärmepumpe die Rede, wenn sie in Verbindung mit Fußbodenheizungen genannt wird. Theoretisch lassen sich aber auch andere Arten von Wärmepumpen hierfür nutzen.

Eine Ausnahme stellt lediglich die reine Luft-Luft-Wärmepumpe dar, die nicht zur Warmwasserbereitung genutzt wird. Und technisch gesehen ist diese Luftwärmepumpe auch gar keine Wärmepumpe im eigentlichen Sinne.

Übrigens lassen sich viele moderne Wärmepumpen auch zur Kühlung im Sommer einsetzen. Dabei entzieht die Fußbodenheizung dem Raum die Wärme wie in einem großen Kühlschrank und gibt sie über die Wärmepumpe wieder ab. Damit das funktioniert, muss die Wärmepumpe allerdings für den Kühlbetrieb geeignet sein. Ob das der Fall ist, kann dir der Hersteller beziehungsweise der Fachbetrieb sagen, der dich bei der Installation unterstützt. In der Regel finden sich diese Informationen auch in den Produktdatenblättern der Wärmepumpen.

 

Weitere Vorteile der Kombination von Wärmepumpe und Fußbodenheizung

Die Bedeutung von Smart Home nimmt in Zukunft sicherlich weiter zu. Schon heute lassen sich Heizungen mit Smart-Home-Systemen nicht nur komfortabel steuern, sondern auch sehr effizient betreiben. So können intelligente Fußbodenheizungen die Wärme sehr punktgenau regulieren, wodurch persönliche Heizprofile möglich sind. 

Ein oft kaum beachteter Vorteil der Fußbodenheizung ist die Ästhetik, denn es sind keine sichtbaren Heizkörper erforderlich. Zudem können klassische Radiatoren Einfluss auf die Flexibilität bei der Inneneinrichtung haben (etwa beim Platzieren von Möbeln).

Interessant ist auch, dass die meisten Menschen die Strahlungswärme einer Fußbodenheizung der klassischen Konvektionswärme von Heizkörpern vorziehen. Durch den hohen Strahlungswärmeanteil bleibt die empfundene Behaglichkeit auch dann groß, wenn du die Temperatur um 2 Grad Celsius absenkst. Dadurch kannst du weitere Energie einsparen, ohne auf Komfort verzichten zu müssen.

Außerdem ist das Phänomen der trockenen Heizungsluft im Winter bei Flächenheizungen deutlich geringer, weil die Luftmassen nicht so extrem bewegt werden. Es wird also auch weit weniger Staub aufgewirbelt. Die trockene, erwärmte Luft in Bodennähe bietet zudem weniger Angriffspunkte für Schimmelpilze.

Ein Nachteil der Fußbodenheizung ist jedoch zweifellos ihre Reaktionsträgheit. Da Änderungen bei der Temperatur oft nur mit einer Verzögerung von 12 Stunden und mehr umgesetzt werden können, eignen sich Fußbodenheizungen nicht für ein spontanes An- und Abschalten oder eine klassische Nachtabsenkung.

 

Worauf solltest du bei der Planung achten?

Damit Wärmepumpen effizient arbeiten können, ist eine gute Wärmedämmung des Gebäudes eine grundlegende Voraussetzung. Daher ist die Verbreitung der Kombination von Wärmepumpe und Fußbodenheizung in Neubauten besonders groß.

Doch auch in Altbauten ist die Nachrüstung durchaus möglich, sofern alles sorgsam durchgeplant wird. So solltest du bereits bei der energetischen Sanierung die Umrüstung auf Fußbodenheizung samt erforderlichen Dämmmaßnahmen berücksichtigen.

Eine in diesem Zusammenhang oft gestellte Frage ist, ob die Fußbodenheizung zwingend erforderlich ist, oder ob die Kombination der Wärmepumpe auch mit konventionellen Heizkörpern funktioniert. Grundsätzlich ist dies möglich, sofern das Gebäude gut gedämmt ist und die Heizkörper für den Betrieb mit niedrigeren Vorlauftemperaturen ausgelegt sind. Da viele ältere Heizungen mit überdimensionierten Radiatoren ausgestattet wurden, ist dies öfter möglich, als gemeinhin angenommen wird.

Dennoch ist die Wärmeverteilung mit Radiatoren nicht so optimal wie mit einer Fußbodenheizung. Außerdem wird die Jahresarbeitszahl der Wärmepumpe deutlich geringer ausfallen.

 

Fazit: Wärmepumpe und Fußbodenheizung sind vor allem in Neubauten ein tolles Team

Bei der Planung neuer Häuser sind Flächenheizungen inzwischen oft Standard. Wenn auch die energetischen Voraussetzungen (Dämmung etc.) stimmen, ist die Kombination von Wärmepumpe und Fußbodenheizung fast immer zu empfehlen.

Bei der Nachrüstung von Wärmepumpen im Rahmen einer energetischen Sanierung von Altbauten kommt es darauf an, dass das Gebäude sehr gut gedämmt wird und dass die Umrüstung samt Fußbodenheizung finanziell tragbar ist.

Neben der hohen Energieeffizienz beim Heizungsbetrieb bietet die Kombination große Vorteile beim Komfort, denn moderne Systeme kannst du im Sommer auch zur Kühlung einsetzen.

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