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Vorlauftemperatur von Wärmepumpen

Über diesen Artikel

Lesezeit

4 Minuten

Veröffentlichung

31.October 2021

Letztes Update

08.12.2021

Die richtige Vorlauftemperatur trägt zur Effizienz einer Wärmepumpe bei

Mit der an deinen Heizbedarf optimal angepassten Vorlauftemperatur erreichst du die höchste Effizienz bei einer Wärmepumpe. Hier findest du alle Informationen für Österreich.

Inhalt des Blogartikels

Wärmepumpen sind beliebte Heizungen im Alt- und Neubau

Moderne und effiziente Wärmepumpen entwickeln sich in Österreich zu einer beliebten Alternative zu fossilen Heizungen, die einen besonders hohen Abgasausstoß aufweisen. Förderungen des Bundes und einiger Bundesländer verstärken diesen Trend, da die Installation von Wärmepumpen im privaten Bereich mit attraktiven Zuschüssen finanziell unterstützt wird.

Auch in den Absatzzahlen zeigt sich der Trend zur Wärmepumpe. Laut dem BRANCHENRADAR Wärmepumpen in Österreich 2021 stieg der Absatz 2020 trotz der Unsicherheiten durch die Coronakrise. Nach aktuellen Schätzungen wurden in Österreich im Jahr 2020 rund 29.700 neue Wärmepumpen, vornehmlich im kleinvolumigen Wohnbau, installiert. Dies ist im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ein Plus von knapp 7 Prozent. Die hohe Nachfrage nach dieser Heizung sorgte auch für einen leichten Preisanstieg von circa 1,6 Prozent im Vergleich zu 2019.

In diesem Beitrag erfährst du, wie du mit der richtig gewählten und an deinen Heizbedarf angepassten Vorlauftemperatur deine Wärmepumpe optimal betreiben, deinen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz leisten und obendrein bares Geld sparen kannst. Ebenso blicken wir in die Förderungsbedingungen für Wärmepumpen: Sie regeln, welche technischen Voraussetzungen gegeben sein müssen, damit die Gelder aus den Förderprogrammen auch optimal genutzt werden.

 

Was ist die Vorlauftemperatur?

Unter dem Begriff „Vorlauftemperatur“ versteht man jene Temperatur, mit der das Heizungswasser nach der Erhitzung durch die Wärmequelle (zum Beispiel die Wärmepumpe), in die Heizleitungen verteilt wird. Das erwärmte Wasser strömt dabei über die Rohre in die Fußbodenheizung oder in die Heizkörper. Dieser Prozess passiert nicht ganz ohne Wärmeverluste: Trotz guter Dämmung der Leitungen lässt sich ein leichtes Absinken der Temperatur während des Verteilungsprozesses nicht verhindern.

Unter dem Begriff „Rücklauftemperatur“ versteht man die Temperatur des Heizungswassers beim Rücklauf zur Wärmequelle, also nach Abgabe der Wärme an die Umgebung.

Mit einer ideal angepassten Vorlauftemperatur erreichst du maximalen Wohnkomfort bei geringen Kosten und Umweltauswirkungen.

Praxistipp: Die höchste Effizienz erreichen Wärmepumpen bei einer Vorlauftemperatur von weniger als 50 Grad Celsius. Jedes Grad Celsius weniger sorgt für eine Energieeinsparung von bis zu 2,5 Prozent.

 

Mit diesen Tipps arbeitet deine Wärmepumpe besonders effizient

Im Folgenden findest du ein paar Hinweise, wie die Wärmepumpe noch besser arbeitet.

Wärmeverteilsystem

Damit die gelieferte Wärme optimal in den Zimmern ankommt, muss sie vor Ort verteilt werden. In Neubauten ist dies in der Regel einfacher: Fußbodenheizungen oder Wandheizungen sorgen für die perfekte Verteilung bei niedrigen Vorlauftemperaturen von circa 35 Grad Celsius.

Ein bisschen kniffliger wird es in Altbauten: Hier musst du häufig auf das bestehende Verteilsystem zurückgreifen und die Heizkurve anpassen lassen, da ansonsten ein hoher baulicher Aufwand entsteht. Häufig kannst du allerdings die vorhandenen Radiatoren weiterhin nutzen, da sie in vielen Gebäuden überdimensioniert sind. Eine gute Alternative sind Plattenheizkörper, die großflächig die Wärme in die Räumlichkeiten abstrahlen.

Wärmedämmung

Das A und O für den effizienten Betrieb einer Wärmepumpe ist ein gut gedämmtes Haus. Dichte Fenster und Türen, vor allem aber eine gut isolierende Wärmedämmung an der Außenhülle des Gebäudes einschließlich Dach und Keller sorgen für geringe Wärmeverluste. Dadurch kannst du die Vorlauftemperatur der Wärmepumpe senken.

Hybrid-Heizungssysteme

Reicht die Wärmepumpe nicht allein für die Beheizung aus, kannst du sie auch mit dem bestehenden Heizkessel verbinden. Er unterstützt an besonders kalten Tagen die Wärmepumpe. Besonders eignet sich dieses Heizungssystem für Altbauten.

Hochtemperatur-Wärmepumpe

Wenn trotz aller Maßnahmen zur Dämmung des Gebäudes weiterhin eine hohe Vorlauftemperatur notwendig ist, damit die eigenen 4 Wände ausreichend warm werden, eignet sich eine Hochtemperatur-Wärmepumpe. Sie erwärmt das Heizungswasser auf 80 bis 100 Grad Celsius. Die hohe Temperatur geht allerdings zulasten der Energieeffizienz.

 

Welche Förderungen gibt es in Österreich für Wärmepumpen?

Die wichtigste und umfassendste Förderungsaktion ist „raus aus Öl und Gas“ durch das Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie (BMK). Diese bis Dezember 2022 beziehungsweise solange Fördermittel bestehen laufende Umweltförderung des Bundes setzt gezielt auf den Ersatz von fossilen Heizungskesseln gegen klimafreundliche Alternativen. Dazu zählen neben dem Anschluss an ein Wärmenetz auch Holzheizungen und die hocheffiziente Wärmepumpen-Technologie.

Wichtiger Hinweis: Wärmepumpen erhalten vom BMK nur dann eine Förderung, wenn keine zumutbare Anschlussmöglichkeit an ein Nah- oder Fernwärmenetz gegeben ist.

Welche technischen Voraussetzungen muss die Wärmepumpe für eine Förderung erfüllen?

Das „raus aus Öl und Gas“-Förderprogramm legt strenge Kriterien fest, die zur Erreichung der staatlichen Förderung notwendig sind. Sie gelten nur beim Ersatz eines alten Heizkessels.

Das sind die wichtigsten Kriterien:

  • Einhaltung der Kriterien der EHPA (European Heat Pump Association) im Abschnitt 2.1 in der Version vom 7.6.2018, bestätigt durch ein unabhängiges Prüfinstitut
  • maximale Vorlauftemperatur des Wärmeabgabesystems unter 40 Grad Celsius
  • maximale Leistung bei Ein- und Zweifamilienhäusern nicht mehr als 100 kW
  • Kältemittel nicht über einem GWP (Global Warming Potential) von 2.000; für Kältemittel mit GWP zwischen 1.500 und 1.999 Reduzierung der Förderung um 20 Prozent

Unser Tipp: Hier findest du eine Liste der derzeit förderfähigen Modelle, die diesen Kriterien entsprechen.

Welche Landesförderungen gibt es?

Die Bundesländer fördern nach eigenen Kriterien im Rahmen der Wohnbauförderung. Teilweise gibt es Zuschüsse für gesamte Anlagen beziehungsweise für einzelne Maßnahmen, wie die Förderung für die Tiefbohrung, einen Erdkollektor oder eine Brunnenanlage.

Einen ersten Überblick dazu findest du bei Wärmepumpe Austria. Der richtige Ansprechpartner für die Landesgelder ist die Energieberatungsstelle beziehungsweise die Landesregierung deines Bundeslandes.

Übrigens: Förderungen gibt es nicht nur für das klassische Einfamilienhaus. Auch für Mehrparteienhäuser sind Zuschüsse möglich.

 

Die Wärmepumpe ist ein zukunftsfähiges Heizungssystem

Eine Wärmepumpe ergänzt ein energetisch hochwertig gestaltetes Gebäude mit einer umweltfreundlichen und bei Nutzung von Ökostrom aus erneuerbaren Energien sogar praktisch klimaneutralen Heizung. Ideal ist die Ergänzung durch Photovoltaik direkt auf deinem Hausdach.

Die Beliebtheit und auch die staatlichen Förderungen machen dieses hocheffiziente Heizungssystem zu einer gefragten Option in den österreichischen Haushalten.

Wichtig ist beim Betrieb einer Wärmepumpe neben deinem persönlichen Heizverhalten und einer angepassten Heizkurve auch die richtig eingestellte Vorlauftemperatur. Sie steigert die Energieeffizienz immens und sorgt obendrein für eine wohlige Wärme in deinen eigenen 4 Wänden.

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