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Eine Intelligente Heizungssteuerung in Österreich nachrüsten

Über diesen Artikel

Lesezeit

5 Minuten

Veröffentlichung

16.March 2021

Letztes Update

08.12.2021

Intelligente Heizungssteuerung nachrüsten

Die Heizungskosten machen meist den größten Teil der Nebenkosten in einer Wohnimmobilie aus. Und sie werden weiter steigen. Allein die ab 2021 geltende CO₂-Steuer auf fossile Brennstoffe sorgt dafür, dass Heizen mit Gas oder Öl im Privathaushalt teurer wird. Das Nachrüsten einer intelligenten Heizungssteuerungkann hier Abhilfe schaffen.

Inhalt des Blogartikel

Diese intelligenten Heizungssteuerungen gibt es

Bei einem Neubau ist es kein Problem, ein hochmodernes intelligentes Steuersystem für die Heizung einzubauen. Aber wir sprechen ja von Nachrüstung. Das bedeutet, der Einsatz der modernen Technik muss ohne größeren Aufwand und möglichst auch für Laien möglich sein. Wenn du auf der Suche nach relativ einfachen technischen Lösungen zur Reduzierung der Heizkosten bist, dann hast du folgende 3 Möglichkeiten:

  1. Austausch der alten Heizkörperthermostate gegen elektronische Lösungen
  2. Vernetzung der Heizkörperthermostate mit Raumtemperaturreglern
  3. Verwendung eines Smart Home Systems für die Heizungssteuerung

Schauen wir uns alle 3 Möglichkeiten genauer an.

Austausch der Heizkörperthermostate

Ein klassischer Heizkörperthermostat regelt die Temperatur entsprechend der am Handrad vorgenommenen Einstellung. Wenn du Heizkosten sparen willst, indem du die Heizung für die Zeit deiner Abwesenheit an Arbeitstagen drosselst, musst du den Thermostat vor Verlassen der Wohnung selbst herunterdrehen. Das ist umständlich und wird gern vergessen. Ähnlich sieht es aus, wenn du den Raum lüften willst. Ein klassischer Thermostat wertet die einströmende kalte Luft als Signal, die Heizung weiter aufzudrehen. Denn er will die eingestellte Temperatur konstant halten. Du müsstest daher den Heizkörper vor der Öffnung des Fensters manuell herunterregeln.

Moderne elektronische Heizkörperthermostate sorgen in solchen Szenarien für eine optimale Regelung der Heizung. Im Thermostat kannst du Zeiten programmieren, zu denen die Heizung mit einer niedrigeren Temperatur fahren soll. Das betrifft zum Beispiel die werktägliche Abwesenheit der Bewohner und die nächtlichen Schlafenszeiten. Auch den plötzlichen Temperaturabfall durch das Öffnen eines Fensters erkennen sie und regeln die Heizung nicht weiter hoch. Allein dieses Verhalten spart dir schon einen Teil der Heizungskosten.

Ein Nachteil dieser Lösung ist, dass jeder Heizkörper in der Wohnung unabhängig von den anderen durch die Thermostate geregelt wird. Zumindest für Zimmer mit mehreren Heizkörpern ist das ungünstig. Und du musst jedes Thermostat einzeln programmieren. Gut, das ist ein einmaliger Aufwand. Aber es geht komfortabler.

Vernetzung der Heizkörperthermostate mit Raumtemperaturreglern

Ein Nachteil der Heizkörperthermostate jeglicher Bauart ist, dass sie die Temperatur in unmittelbarer Nähe des Heizkörpers messen. Dieser Messwert kann sich durchaus von der realen Temperatur im Raum unterscheiden. Heizkörper werden oft von oben durch Fensterbänke überdeckt. Damit ergibt sich direkt über dem Heizkörper ein Wärmestau, der den Messwert des Thermostaten verfälschen kann. Diesem Problem gehst du mit einem an einer günstigen Stelle im Zimmer platzierten Raumregler aus dem Weg.

Raumregler werden meist an einer Zimmerwand befestigt. Es gibt jedoch auch Geräte zum Aufstellen auf Tisch oder Kommode. Die Kommunikation mit den Heizkörperthermostaten erfolgt per Funk (zum Beispiel Bluetooth) oder WLAN. Oft sind sie über das Internet per Smartphone-App erreichbar. So kannst du aus der Ferne die Zimmertemperaturen zu Hause kontrollieren und einstellen. 

Stell dir vor, du kommst vorfristig von der Arbeit nach Hause. In dem Fall hast du die Möglichkeit, schon von unterwegs die eigentlich auf einen späteren Zeitpunkt programmierte Temperaturerhöhung auszulösen. Oder du bist im Winterurlaub und hast vergessen, die Heizung auf Frostschutz herunter zu regeln. Mit diesen internetfähigen Raumtemperaturreglern kannst du das auch noch vom Urlaubsort aus tun.

Smart Home System für die Heizungssteuerung

Ein Smart Home System kann alle möglichen Geräte und Funktionen im Haus miteinander vernetzen. Das trifft auch auf die Heizung zu. Zentrum des Systems ist ein zentraler Server, der die Werte aller angeschlossenen Sensoren verarbeitet und Befehle an die zugehörigen Geräte sendet. Die Kommunikation erfolgt auch hier per Funk. Es existieren auch drahtgebundene Systeme. Aber für die einfache Nachrüstung sind sie nicht geeignet.

Der Server übernimmt alle Kontroll- und Steuerungsfunktionen. Daher genügen in den einzelnen Räumen Temperatursensoren statt der Raumtemperaturregler. Und statt der smarten Heizungsthermostate reichen zum System passende Stellmotoren für die Heizkörperventile aus. Im Server werden für jeden einzelnen Raum Heizungsprogramme hinterlegt.

Diese Programme können unterschiedliche Szenarien enthalten und von Raum zu Raum unterschiedlich sein. Zum Beispiel ist das Programm für einen Werktag im Bad ein anderes als für das Wohnzimmer. An Sonn- und Feiertagen werden die Heizungen anders angesteuert als an Werktagen. Und für den Urlaub mit mehrtägiger Abwesenheit gelten wieder andere Programme.

Wenn der Heizkessel oder die Gastherme über entsprechende Schnittstellen verfügen, können sie ebenfalls in die Steuerung und Überwachung durch den Smart Home Server einbezogen werden. Dann ist es zum Beispiel möglich, für den Urlaub den Kessel generell auf Sparflamme laufen zu lassen und nicht jeden einzelnen Heizkörper herunter zu regeln.

Der Zugriff auf den Server erfolgt über eine Smartphone-App oder eventuell über einen PC oder Laptop. Ein Eingriff oder die Veränderung der Programme sind jederzeit möglich. Das kann auch von fern über das Internet erfolgen. Das ist die komfortabelste Lösung. Allerdings musst du dir zunächst die Mühe der Programmierung machen.

Die Hersteller haben für gewöhnlich bereits typische Programme hinterlegt, die du für deine Zwecke und Gewohnheiten nur noch anpassen musst. Oftmals gibt es auf den Internetseiten der Anbieter Anleitungsvideos, die Einstellung und Bedienung des jeweiligen Systems anschaulich erklären.

Eine Reihe von Systemen lässt sich mit den smarten Lautsprechern von Amazon, Google und anderen Anbietern koppeln. Dann ist sogar die Sprachsteuerung der Heizung möglich.

Installation und Kosten

Heizkörperthermostate

Am einfachsten kannst du den Tausch der alten Heizkörperthermostate gegen smarte Geräte bewerkstelligen. Die elektronischen Thermostate arbeiten mit einer Batterie, die du eventuell noch einlegen oder eine Transportsicherung entfernen musst. Danach schraubst du das alte Thermostat mit seiner Überwurfmutter ab und montierst das neue auf die gleiche Art und Weise. Eventuell kannst du das neue Gerät noch programmieren. Das wird in der Bedienungsanleitung detailliert beschrieben.

Die Kosten für diese Thermostate sind mittlerweile recht niedrig. Das günstigste Gerät ohne Bluetooth und WLAN, das wir bei unserer Recherche gefunden haben, kostet knapp unter 10 Euro. Es lassen sich immerhin mehrere zeitgesteuerte Programme hinterlegen. Auch ein Temperatursturz durch das Öffnen des Fensters wird erkannt.

Andere Modelle mit Funkanbindung und weiteren Programmierungsmöglichkeiten findest du ab ca. 20 Euro bei diversen Anbietern im Internet. Achte auf Set-Angebote. Hier kannst du noch ein paar Euro sparen.

Raumtemperaturregler und Funkthermostate

Bei dieser Lösung ist es nicht ganz einfach, kompatible und für die einfache Nachrüstung geeignete Geräte zu finden. Am besten, du schaust in die Programme diverser Anbieter von Smart Home Systemen. Dort sind zueinander passende Heizkörperthermostate und Raumtemperaturregler zu finden. Der Regler sollte mit Batterien betrieben werden und die Montage einfach mit dem Aufkleben auf eine Wand möglich sein. Andere Lösungen, die einen festen 230 Volt-Anschluss benötigen, sind zu aufwendig.

Bei einem dieser Anbieter kosten sowohl die Heizkörperthermostate als auch der passende Raumtemperaturregler jeweils um die 50 Euro.

Smart Home System für die Heizungssteuerung

Der Markt für diese Systeme ist mittlerweile sehr groß. Bevor du dich für ein solches System entscheidest, ist das Gespräch mit einem Fachmann bzw. Fachhändler sinnvoll. Die Installation ist dagegen einfach, sofern es sich um funkfähige Geräte handelt.

Die Zentraleinheit (Server oder Access-Point oder Hub genannt) lässt sich aufstellen oder an die Wand hängen. Sie benötigt in der Regel 230 Volt (V) als Spannungsversorgung. Eventuell notwendige Raumsensoren klebst du, wie im vorhergehenden Punkt, an die Wand. Sie werden per Langzeitbatterien mit Spannung versorgt. Die Montage der Heizkörperthermostate oder -stellantriebe erfolgt wie oben beschrieben.

Auch für diese Komplettsysteme sind die Preise moderat und liegen im dreistelligen Bereich. Oft gibt es Set-Angebote, die alle notwendigen Komponenten für eine bestimmte Anzahl von Heizkörpern enthalten. Diese Sets sind in der Regel preiswerter als der Einzelkauf der Komponenten.

Das Nachrüsten einer intelligenten Heizungssteuerung lohnt sich!

Die Nachrüstung deiner Heizung mit modernen Steuerungen ist in jedem Fall sinnvoll. Sie ist einfach zu bewerkstelligen und meist preisgünstig. Diverse Anbieter prognostizieren ein Einsparpotential von bis zu 30 Prozent bei den Heizkosten. Besonders im Hinblick auf die kommenden Preissteigerungen bei Heizöl und Gas macht sich eine solche Maßnahme für dich bezahlt.

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