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Die Heizungssteuerung der Ölheizung

Über diesen Artikel

Lesezeit

5 Minuten

Veröffentlichung

8.October 2021

Letztes Update

08.12.2021

Heizungssteuerung und Regelung der Ölheizung

Steigende Energiepreise und die CO2-Steuer machen das Heizen immer teurer. Mit der Heizungssteuerung kannst du deinen Energieverbrauch reduzieren – auch bei einer Ölheizung.

Inhalt des Blogartikels

Warum ist die Heizungssteuerung der Ölheizung so wichtig?

Die Heizungssteuerung brauchst du, um die Leistung deiner Heizungsanlage deinem individuellen Bedarf anzupassen. Das ist nicht nur komfortabel, sondern gibt dir zudem die Möglichkeit, durch eine effiziente Betriebsweise den Energieverbrauch zu reduzieren. Dadurch senkst du auch bei einer Ölheizung der Schadstoffausstoß und die Energiekosten.

 

Unterschiede zwischen Steuerung und Regelung der Heizung

Grundsätzlich werden alle Heizkessel auf die gleiche Weise gesteuert bzw. geregelt. Es ist also egal, ob du beispielsweise eine Gas- oder Ölheizung nutzt. Wichtig ist jedoch in allen Fällen, dass du Einfluss darauf nehmen kannst, wie viel Energie beziehungsweise Öl du verheizt. Hier kommen die Heizungssteuerung und Heizungsregelung ins Spiel:

Heizungssteuerung der Ölheizung

Die Heizungssteuerung der Ölheizung sorgt dafür, dass die Räume immer eine Temperatur von beispielsweise 21 Grad Celsius haben. Ob es sich beim eingestellten Wert tatsächlich um 21 Grad Celsius handelt, wird aber nicht überprüft. Die Heizungssteuerung greift automatisch immer dann ein, wenn die Temperatur darunter liegt. Sind die 21 Grad Celsius wieder erreicht, schaltet die Heizungssteuerung die Ölheizung ab.

Die Temperatur, an der sich die Heizungssteuerung dabei orientiert, ist entweder die Raumtemperatur oder die Außentemperatur, also eine witterungsgeführte Steuerung der Ölheizung. Diese misst die Heizleistung über einen Außentemperaturfühler und passt sie automatisch entsprechend der Außentemperatur an.

Dazu wird mithilfe der Heizkurve (Heizkennlinie) die erforderliche Vorlauftemperatur für die Heizung ermittelt. Denn je kälter es draußen ist, desto kälter wird es auch in den Räumen. Um dennoch den eingestellten Sollwert – 21 Grad Celsius – zu erreichen, muss der Ölkessel entsprechend höhere Vorlauftemperaturen für den Heizkreislauf bereitstellen. Wie hoch die Vorlauftemperatur jeweils sein muss, hängt von den Einstellungen der Heizkurve ab. Allerdings muss sie so hoch eingestellt sein, dass alle Heizkörper im Haus in der Lage sind, die gleiche Temperatur zur Erwärmung der einzelnen Zimmer zu erreichen.

Bei einer internetfähigen Heizungssteuerung hast du über eine spezielle App vom Hersteller Zugriff auf Daten wie Betriebs- und Raumtemperaturen oder den Energieverbrauch. Es gibt Voreinstellungen wie „Temperatur Wohnzimmer“ oder „Abwesenheit“. Zudem können Heizungsinstallateure bei einer Störung oftmals über eine Ferndiagnose Fehler feststellen und beheben.

Heizungsregelung der Ölheizung

Im Gegensatz zur Heizungssteuerung geht die Heizungsregelung ein ganzes Stück weiter. Sie kümmert sich nicht nur darum, dass die eingestellte Temperatur erreicht und gehalten wird, sondern berücksichtigt zusätzlich Temperaturveränderungen durch geöffnete Fenster, Sonneneinstrahlung oder die Wärmeabgabe der anwesenden Personen. Dazu misst sie ständig die aktuelle Temperatur in einem Referenzraum. Sie vergleicht diese mit der eingestellten Sollgröße – beispielsweise 21 Grad Celsius. Kommt es zu Abweichungen, erhält der Ölkessel eine Handlungsanweisung, die dieser dann ausführt.

In der Praxis kommen Kombinationen von Heizungssteuerung und Heizungsregelung zum Einsatz. Das erklärt, warum beide Begriffe oft synonym verwendet werden.

 

Arten der Heizungssteuerung bei der Ölheizung

Eigentümer eines Hauses haben Zugriff auf den Ölkessel, um den Wärmebedarf im Haus anzupassen. Zusätzlich können sie und auch Mieter die Wärmeabgabe der Heizkörper in den einzelnen Räumen und somit die Raumtemperatur individuell mit Thermostatventilen regeln.

Es ist sinnvoll, die Einstellung der Regelung direkt am Ölkessel dem Heizungsprofi zu überlassen. Dieser stimmt über die Berechnung der Heizkurve deine Ölheizung ganz auf deine Anlage und den Wärmebedarf ab. Nimmst du hier Änderungen vor, arbeitet deine Heizung eventuell nicht mehr effizient. Das kann dir bei der Temperaturanpassung mittels Thermostatventilen nicht passieren.

Manuelle Heizkörperventile

Manuelle Heizkörperventile sind direkt an den Heizkörper geschraubt, haben keine Temperaturfühler und besitzen nur die Funktionen „Öffnen“ und „Schließen“. Je weiter du das Ventil öffnest, umso heißer wird der Heizkörper. Die Ölheizung ist dann so lange in Betrieb, bis du das Ventil von Hand wieder herunterdrehst. Energieverschwendung ist hier vorprogrammiert.

Aus diesem Grund ist der Einbau solcher Handventile seit 1979 verboten. In Altbauten sind sie jedoch noch zu finden. Wenn du ein altes Haus gekauft hast, das vor 1979 gebaut wurde und die Heizkörper noch mit diesen Ventilen versehen sind, bist du verpflichtet, die Heizkörperventile zu wechseln.

Thermostatventile

Sie sind am gebräuchlichsten und werden ebenfalls direkt am Heizkörper verschraubt. Hier befindet sich jedoch im Kopf des Thermostatventils ein Temperaturfühler. Je nach eingestellter Temperatur wird das Ventil geöffnet oder geschlossen. Das funktioniert ganz ohne Hilfsenergie. Die Temperatur kannst du an der Temperaturskala am Thermostatkopf mit der Hand einstellen:

  • Wenn du nach rechts drehst, verkleinert sich die Ventilöffnung. Dadurch kann weniger Heizwasser in den Heizkörper strömen – die Raumtemperatur sinkt.
  • Drehst du hingegen nach links, vergrößert sich die Ventilöffnung. Dann kann mehr Heizwasser in den Heizkörper fließen und es wird im Raum wärmer.

Sobald die eingestellte Temperatur erreicht ist, schließt das Ventil, damit kein weiteres Heizwasser einströmen kann.

Programmierbare Thermostate

Mit programmierbaren Thermostaten kannst du die Heizleistung an die Bedürfnisse jedes Bewohners anpassen. Sie müssen an den Heizkörper geschraubt und für jeden Heizkörper extra programmiert werden. Oft sind bestimmte Einstellung bereits vorgegeben. Du kannst direkt am Heizkörper auf einem Digitaldisplay alle wichtigen Informationen ablesen.

Elektrische Funkthermostate

Eine Funk-Heizungssteuerung kommt ebenfalls in Betracht. Bei einem elektrischen Bluetooth-Funkthermostat ermöglicht eine zentrale Steuerung, verschiedene Heizkörper in der Wohnung zu regeln. Individuelle Einstellungen sorgen über mobile Temperaturfühler und Tür- bzw. Fensterkontakte für effizientes Heizen. Dazu tragen auch Voreinstellungen wie die Nachtabsenkung, Frostschutz- oder Urlaubs- und Wochenendmodus bei. Um deine Ölheizung bequem vom Sofa aus zu steuern, genügt die mitgelieferte Fernbedienung. Je nach Ausführung geht das auch mit dem Computer oder Smartphone. Allerdings kannst du sie nicht von außerhalb steuern.

Intelligente Thermostatventile

Mit intelligenten Thermostatventilen kannst du die Raumtemperatur in allen Räumen automatisch regulieren. Dazu musst du diese nur über den WLAN-Router in der Wohnung oder im Haus mit dem Internet verbinden. Ein batteriebetriebener Elektromotor stellt die für die gewählte Temperatur erforderliche Wassermenge automatisch ein.

Ein kleiner Computer im Thermostatkopf speichert verschiedene Ein- und Ausschaltzeiten, ist lernfähig und kann sich automatisch auf den Wärmebedarf der einzelnen Hausbewohner einstellen. Er erkennt, ob Fenster und Türen offen sind und fährt die Heizungsanlage herunter, damit du nicht unnötig Energie verheizt. Zudem registriert der Computer mittels GPS, ob du auf dem Weg nach Hause bist und sorgt dafür, dass du es nach der Arbeit sofort gemütlich warm hast. Per App kannst du über dein Smartphone die Einstellungen an deiner Heizung vornehmen. Eine Sprachsteuerung ist ebenfalls möglich.

Übrigens: Alle genannten Thermostatventile lassen sich selbst von Laien einfach austauschen.

Raumthermostate - Wandgeräte

Raumthermostate sind immer in die Heizungssteuerung eingebunden und dienen der Einzelraumregelung. Du brauchst für jedes Zimmer einen eigenen Raumthermostaten. Je nach Ausführung sind die Einstellmöglichkeiten die gleichen wie die der verschiedenen Heizkörperthermostate. Raumthermostate bekommst du als Aufputz- und Unterputzausführung.

 

Kosten für Thermostate

Für einfache digitale Heizkörperthermostate bezahlst du etwa 10 Euro. Bluetoothfähige Heizkörperthermostate kosten um die 15 Euro. Der Preis für digitale Thermostate bewegt sich zwischen 30 und 100 Euro, der intelligenter Thermostate zwischen 50 und 100 Euro. Hinzu kommen eventuell noch Kosten für die Sensoren und Steuereinheit. Intelligente Raumthermostate sind für etwa 70 bis 150 Euro erhältlich.

 

Vor- und Nachteile einer smarten Heizungssteuerung

Eine smarte Heizungssteuerung überzeugt vor allem angesichts der aktuell dramatisch steigenden Energiepreise mit Komfort und einer Heizkostenersparnis um die 10 Prozent. Digitale oder funkgesteuerte Thermostate sind recht günstig. Doch je nach Anzahl der Heizkörper kann schnell eine beachtliche Summe zusammenkommen. Weitere Kosten entstehen für die Fenstersensoren mit circa 15 bis 60 Euro pro Stück.

 

Kann ich eine smarte Steuerung nachrüsten?

Moderne Ölkessel sind bereits ab Werk für den smarten Einsatz vorbereitet. Du kannst sie ganz einfach mittels „Plug-and-Play“ mit dem Internet verbinden. Für ältere Modelle gibt es Sets zum Nachrüsten.

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