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Heizung verliert Druck: Was jetzt tun?

Über diesen Artikel

Lesezeit

5 Minuten

Veröffentlichung

17.March 2021

Letztes Update

08.12.2021

Heizung verliert Druck: Ursachen und Wirkung

Ein Druckverlust in der Heizung kann harmlos sein. Aber er kann auch auf einen größeren Defekt hindeuten. In jedem Fall musst du die Ursache ergründen und beseitigen.

Inhalt des Blogartikels

Was ist der Heizungsdruck?

Eine klassische Heizung ist ein geschlossenes System, das im Wesentlichen aus dem Heizkessel, Rohrleitungen und Heizkörpern besteht. In diesem System zirkuliert das Heizwasser. Die Menge des Heizwassers bestimmt den Druck, der in diesem Kreislauf vorherrscht. Dieser Druck ist notwendig, damit sich das im Heizkessel erwärmte Wasser durch die Rohrleitungen zu jedem Heizkörper bewegt und dort Wärme für die Beheizung des jeweiligen Raumes abgeben kann.

Der Druck ist nicht statisch. Er ändert sich zum Beispiel mit der Temperatur des Heizwassers, da sich Wasser bei Erwärmung ausdehnt. Auch die Heizungspumpe, die das Wasser durch den Kreislauf bewegt, hat natürlich Einfluss auf den Druck in der Anlage. Damit die Heizung funktioniert, muss sich der Druck innerhalb eines bestimmten Toleranzbereiches befinden.

Welcher Druck ist in Ein- und Mehrfamilienhäusern normal?

Bei einem typischen Einfamilienhaus nennen Heizungsexperten einen Richtwert von 1 bis 2 bar für den Druck bei der Heizung. Allerdings ist maßgebend, ob sich Heizkessel und Heizkörper auf einer Ebene befinden oder ob es Höhenunterschiede gibt.

Liegen die Heizkörper höher als der Kessel, gilt als Richtwert ein Druck von 1 bar pro Höhenunterschied von 10 Metern. Daraus folgt, dass bei einem großen Mehrfamilienhaus mit Heizkessel im Keller und mehreren darüber liegenden Wohnetagen ein höherer Heizungsdruck benötigt wird als in einem ebenerdigen Einfamilienhaus.

Welche Höhe der Druck deiner Heizung aufweist, kannst du am Manometer ablesen, welches an der Anlage angebracht ist.

 

Wie macht sich ein zu geringer Druck bemerkbar?

Bei einem zu geringen Druck erreicht das Heizwasser insbesondere die höher liegenden Heizkörper der Anlage nicht mehr. Das heißt, diese Heizkörper bleiben kalt. Im Extremfall heizt die Heizungsanlage insgesamt nicht, weil das Wasser aufgrund seiner geringen Menge nicht mehr zirkulieren kann. Es kann auch sein, dass die Heizkesselsteuerung den zu geringen Druck registriert und die Heizungsanlage abschaltet.

Was sind die Folgen, wenn die Heizung Druck verliert?

Eine Heizung ist zwar ein geschlossenes System, dennoch ist ein geringer Druckverlust über eine lange Betriebszeit normal. Solange sich der Druck immer noch im Toleranzbereich befindet, hat das keine Auswirkungen auf die Heizleistung. Lässt du in gewissen Abständen Kontroll- und Wartungsarbeiten an der Heizung durchführen, wird der Monteur einen aufgetretenen Druckverlust bemerken und ihn durch das Nachfüllen von Heizungswasser ausgleichen. 

Wenn die Heizung unter die untere Toleranzgrenze Druck verliert, werden zunächst die am weitesten vom Kessel entfernten Heizkörper nicht mehr richtig warm. Ein weiterer Druckverlust führt zum Ausfall beziehungsweise zur automatischen Sicherheitsabschaltung des Heizkessels. Ohne Sicherheitsabschaltung könnte der mangelnde Druck im System sogar zur Beschädigung von Heizungspumpe oder Heizkessel führen.

 

Mögliche Gründe für den Druckverlust und deren Beseitigung

Es existieren verschiedene Möglichkeiten, warum die Heizung Druck verlieren kann, wie nach einer Entlüftung, durch Leckagen, durch ein defektes Ausdehnungsgefäß oder Sicherheitsventil. Diese 4 Ursachen stellen wir dir im Folgenden etwas detaillierter vor.

Solltest du Mieter einer Wohnung oder eines Hauses sein, empfehlen wir dir, dich bei einer schlecht arbeitenden Heizung oder einem möglichen Defekt mit deinem Vermieter beziehungsweise deiner Hausverwaltung in Verbindung zu setzen. Dann könnt ihr zunächst alle weiteren Schritte besprechen.

Entlüftung der Heizkörper

Luft im Heizkörper kann eine Ursache für eine mangelnde Heizwirkung sein. Dann hilft die Entlüftung, die auch ein Laie selbständig durchführen kann. Die Vorgehensweise findest du in unserem Blogartikel „Was hilft, wenn die Heizung gluckert?“.

Das Entlüftungsventil, das an jedem Heizkörper zu finden ist, wird so lange leicht geöffnet, bis keine Luft mehr ausströmt. Das siehst du, wenn die ersten Tropfen Heizwasser aus dem Ventil kommen. Dann musst du das Ventil umgehend schließen. Werden bei kleineren Anlagen mit einem geringen Volumen an Heizwasser alle Heizkörper entlüftet, kann der dabei entstehende geringe Wasserverlust schon dazu führen, dass der Heizungsdruck unter die Toleranzgrenze sinkt.

Ähnlich verhält es sich, wenn du ein Entlüftungsventil nicht wieder richtig schließt. Das dann über einen längeren Zeitraum tröpfchenweise und unbemerkt austretende Heizwasser führt ebenfalls zu einem Druckverlust bei der Heizung. In beiden Fällen lässt sich das Problem leicht beheben. Alle Entlüftungsventile müssen dicht geschlossen werden und am Kessel wird die fehlende Wassermenge wieder aufgefüllt.

Leckagen

Bei den heute üblichen Heizwassertemperaturen und -drücken ist es eher unwahrscheinlich, dass einmal eine Rohrleitung platzt. Aber es können im Laufe der Zeit Undichtigkeiten entstehen, aus denen geringe Mengen an Heizwasser austreten und somit dafür sorgen, dass die Heizung Druck verliert. Diese defekten Stellen findest du nur heraus, indem du die gesamte Anlage Meter für Meter einer Sicht- und Tastprüfung unterziehst. Finden sich unter Rohranschlüssen oder Heizkörpern Wasserspuren oder direkt feuchte Stellen, ist hier ein Leck sehr wahrscheinlich.

Bei Heizkesseln findest du eine kleine Leckage erst, wenn der Kessel abgeschaltet ist. Solange er in Betrieb ist, werden die geringen Mengen an austretendem Wasser durch die Kesselhitze einfach verdampfen. Nach der Abschaltung findest du dann nach einiger Zeit die Pfütze, die auf eine Leckage hindeutet.

Ausdehnungsgefäß

Auch das Ausdehnungsgefäß kann die Ursache sein, dass die Heizung Druck verliert. Weiter oben haben wir bereits erwähnt, dass sich das Heizwasser bei Erwärmung ausdehnt. Damit das zusätzliche Volumen nicht zu einer zu starken Druckerhöhung in der Heizungsanlage führt, gibt es das Ausdehnungsgefäß. Es sitzt in der Nähe des Kessels als Abzweig von der Heizungsrohrleitung und nimmt zusätzliche Volumina des Heizwassers auf. Allerdings ist die Funktion noch ein Stück komplizierter:

Das Gefäß besteht aus 2 Hälften, die durch eine Gummimembran getrennt sind. In der einen Hälfte ist Platz für das Heizwasser. Die andere Hälfte ist mit Stickstoff gefüllt. Gase lassen sich zusammendrücken, Wasser aber nicht. Dehnt sich das Heizwasser bei Erwärmung aus, strömt das zusätzliche Volumen in das Ausdehnungsgefäß und drückt über die Membran das Stickstoffgas zusammen. Kühlt sich das Wasser ab, wird es durch das Gas aus dem Ausdehnungsgefäß zurück in die Rohrleitung gedrückt. Auf diese Art und Weise wird der Anlagendruck weitgehend konstant gehalten.

Ein Leck kann am Rohranschluss und am Gefäß selbst auftreten. Auch hier wirst du es als Feuchtigkeit und Wasserspuren erkennen. Aber auch eine defekte Membran führt zu einem Druckverlust, da das Heizwasser nun auch in den Bereich mit dem Stickstoff fließen kann. Eine erste Kontrolle führst du durch einfaches Klopfen durch. Der obere Teil mit dem Gas sollte sich dabei hohl anhören.

Sicherheitsventil

Das Sicherheitsventil befindet sich am oder in unmittelbarer Nähe des Heizkessels. Es soll die Anlage vor einem Schaden bei zu hohem Druck bewahren. Es arbeitet rein mechanisch und öffnet sich bei Überschreitung eines Schwellwertes, um Heizungswasser abzulassen. Das Wasser wird mit einem Trichter aufgefangen und in das Abwasser des Gebäudes abgeleitet.

Wenn dieses Ventil tropft, ohne dass der Druck der Heizung zu hoch ist, ist es defekt und muss ausgetauscht werden. Das Tropfen führt zu einem Wasserverlust in der Heizungsanlage und führt mit der Zeit zu einem übermäßigen Druckverlust.

 

Expertenrat einholen, wenn die Heizung Druck verliert

Ein Druckverlust in deiner Heizungsanlage bewirkt, dass sie nicht mehr richtig funktioniert oder komplett ausfällt. Er kann verschiedene Ursachen haben. Ein zu starkes Ablassen von Heizwasser bei der Heizkörperentlüftung oder ein tropfendes Ventil nach der Entlüftung kannst du selbst in Ordnung bringen. Nachdem du alle Entlüftungsventile so geschlossen hast, dass kein Wasser mehr austritt, kannst du das Heizwasser nachfüllen, bis das Manometer am Heizkessel wieder den Normdruck anzeigt.

Alle anderen oben genannten Ursachen kannst und darfst du nur mithilfe eines Heizungsfachmanns beseitigen. Er wird dir auch helfen, wenn du selbst die Ursache eines Druckverlustes nicht findest.

Mit Ausdehnungsgefäß und Sicherheitsventil hat deine Heizungsanlage 2 Einrichtungen, die einen zu hohen Druck in der Heizungsanlage verhindern. Um die dauerhaft zuverlässige Funktion zu gewährleisten, muss ein Fachmann sie bei jeder Heizungswartung explizit überprüfen.

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