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Wie sinnvoll ist das Heizen mit einer Klimaanlage?

Über diesen Artikel

Lesezeit

4 Minuten

Veröffentlichung

29.December 2021

Letztes Update

29.12.2021

Heizen mit der Klimaanlage: Ist das sinnvoll?

Eine Klimaanlage wird in der Regel mit Raumluftkühlung assoziiert. Doch kann sie auch effizient heizen bzw. ist der Einsatz sinnvoll? Wir schauen uns das genauer an.

Inhalt des Blogartikels

Die Ausführungen und Funktionen einer Klimaanlage im Überblick

Natürlich wird eine Klimaanlage traditionell zur Kühlung eingesetzt. Wir sprechen hier von kleineren Anlagen für einzelne Räume, vorzugsweise für Büros, Hotelzimmer, kleinere Gewerberäume und im Wohnbereich. Es geht nicht um die große Anlage, die für die Lüftung und Kühlung größerer Gewerbeimmobilien sorgt.

Die kleineren Klimaanlagen werden eher als Klimagerät bezeichnet. Es gibt sie im Wesentlichen in 2 Bauformen: als mobilen Monoblock und in Split-Ausführung.

Die Monoblock-Geräte sind meist turmförmig und können auf Rollen in den Raum bewegt werden, den sie kühlen sollen. Sie saugen dabei die Raumluft an, leiten sie über ein Kühlregister und blasen die gekühlte Luft in den Raum zurück. Bei diesem Vorgang wird gleichzeitig die durch das Gerät geleitete Luft gefiltert. Die der Raumluft entzogene Wärme musst du jedoch über einen Schlauch durch Fenster, Balkontür oder eine extra geschaffene Öffnung in der Außenwand abführen.

Splitgeräte bestehen aus einem Außen- und einem Innenteil. Sie werden fest installiert. Das Innenteil kühlt die Raumluft und das Außengerät führt die Wärme aus dem Raum nach außen ab. Die Verbindung zwischen beiden bildet ein Kühlmittelkreislauf. Im Innengerät wird die Raumluft ebenfalls gefiltert.

Beide Bauformen benötigen elektrischen Strom, um zu funktionieren. Im Betrieb fallen also Kosten für den Stromverbrauch an. Die Höhe der Kosten ist abhängig von der Leistung des jeweiligen Gerätes und der täglichen Nutzungsdauer.

Im Kühlbetrieb stellst du beim Splitgerät einfach die gewünschte Raumtemperatur. Die Anlage versucht nun, den Raum auf die gewünschte Temperatur herunterzukühlen. Ist die Temperatur erreicht, schaltet sich die Klimaanlage ab und erst dann wieder zu, wenn die Temperatur über einen vorgegebenen Schwellwert angestiegen ist.

Darüber hinaus hast du die Möglichkeit, die Kühlleistung manuell einzustellen oder das Kühlgerät abzuschalten. Oft ist es möglich, eine Laufzeit vorzugeben oder auf flüsterleisen Betrieb umzuschalten, um zum Beispiel störende Geräusche über Nacht zu vermeiden.

 

Heizen mit einer Klimaanlage: Geht das?

Ja, mit modernen Geräten ist das Heizen mit einer Klimaanlage durchaus möglich. In den Geräten wirkt das gleiche Prinzip, wie in einer Wärmepumpe. So wie eine Wärmpumpe kühlen kann, kann ein Klimagerät auch heizen. Lediglich der Arbeitsprozess kehrt sich um. Beim Heizen wird die Luft außerhalb des Gebäudes ein wenig abgekühlt und die dabei entstehende Wärme in den Raum geleitet.

Wegen der Umkehrung des Arbeitsprozesses werden solche Klimaanlagen als Inverter-Geräte bezeichnet. Wenn du mit deinem Klimagerät heizen möchtest, schau am besten vorab, ob dein Gerät diese Funktion unterstützt.

Doch selbst wenn dein Klimagerät als Inverter arbeiten kann, gibt es ein Problem: Denn bei Split-Klimageräten werden üblicherweise die Innenkomponenten knapp unter der Decke montiert. Für den Kühlbetrieb ist das von Vorteil, da die kalte Luft von allein herabsinkt. Es ist also keine große Ventilatorleistung nötig, um die gekühlte Luft in Bodennähe zu bringen, in der sich die Bewohner aufhalten. Damit entstehen auch keine Zugerscheinungen.

Zum Heizen ist die Position allerdings ungünstig. Warme Luft steigt bekanntlich nach oben. Deswegen würdest du so nur den Deckenbereich heizen. Also muss der Luftauslass etwas nach unten zeigen. Du benötigst zudem höhere Ventilatordrehzahlen, um die warme Luft nach unten zu drücken. Dabei entstehen aber auch Zugerscheinungen.

Eine Lösung sind flache, truhenartige Innengeräte, die du auf dem Zimmerboden aufstellst.

 

Was kostet eine Klimaanlage beim Heizen?

Mobile Monoblock-Klimageräte mit Inverter-Funktion liegen im Preis im höheren dreistelligen Bereich. Installationskosten fallen nicht an, da die Geräte komplett montiert sind und nur an eine normale Haushaltssteckdose angeschlossen werden.

Splitgeräte sind weitaus teurer, haben aber auch eine höhere Leistung. Das Gerät selbst kostet im Schnitt um die 2.000 Euro. Hinzu kommt die Installation, die mit 250 bis etwa 600 Euro zu Buche schlägt. Die Installation darf nur ein ausgebildeter Kältetechniker vornehmen, da Innen- und Außengerät durch einen Kältemittelkreislauf verbunden ist. Zum Vergleich: Eine Wasser-Wasser-Wärmepumpe kostet in der Anschaffung ca. 15.000 bis 22.000 Euro und eine Luftwärmepumpen ca. 10.000 bis maximal 18.000 Euro. Hier kann die Klimaanlage also preislich punkten. Doch die Herstellung erfordert Fachkenntnis und entsprechendes Werkzeug. Außerdem wird der Kreislauf mit einem vom Gerätehersteller vorgeschriebenen Kältemittel befüllt, das du als Laie nicht kaufen kannst. Auch der feste Elektroanschluss der beiden Komponenten darf nur durch einen Fachmann vorgenommen werden. Du kommst daher nicht um die Installationskosten herum.

Im Betrieb verursachen die Geräte lediglich Kosten für den Strom. Die Höhe hängt von deren Leistungsaufnahme und von der täglichen Laufzeit ab. Im Internet finden sich durchschnittliche Betriebskostenangaben. Demnach kostet der Betrieb eines mobilen Klimagerätes ca. 24 Cent pro Stunde. Ein fest installiertes Splitgerät verursacht Kosten in Höhe von ca. 17 Cent pro Stunde. Eine effiziente Wärmepumpe verbraucht pro Jahr im Vergleich 400 und 500 Euro inkl. Stromkosten.

Nehmen wir diese 17 Cent zur Grundlage, können wir die Kosten für einen Dauerbetrieb, während das Gerät je nach Erfordernis heizt oder kühlt, im Überschlag errechnen. Gehen wir davon aus, dass die Klimaanlage an jedem Tag des Jahres 8 Stunden lang läuft. Dann ergeben sich Stromkosten von 496,40 Euro (0,17 Euro x 8 h x 365 Tage). Das ist sicher weniger als die Gas- oder Stromkosten für deine Heizung. Doch das Klimagerät versorgt nur einen Raum. Du brauchst jedoch in jedem Wohnraum zumindest eine Heizung im Winter und müsstest daher mehrere Klimageräte installieren.

 

Vor- und Nachteile beim Heizen mit einer Klimaanlage

Wenn du dich nun fragst, ob es sinnvoll ist, mit einer Klimaanlage zu heizen, helfen dir sicherlich folgende Punkte:

Vorteile

  • Die Klimaanlage mit Inverter-Funktion stellt praktisch ein Gerät mit 3 Funktionen (Heizen, Kühlen, Luftfilterung) dar.

Nachteile

  • Es entstehen Luftströmungen in Heizbetrieb und die Luftfeuchte sinkt.
  • Sie ist nur für Gebäude mit sehr guter Wärmedämmung sinnvoll.
  • Die Geräuschentwicklung durch den Ventilator fällt vergleichsweise hoch aus.
  • Bei Splitgeräten benötigst du Platz an der Außenfassade
  • Die Installation ist sehr aufwendig und kann nicht eigenständig durchgeführt werden.
  • Der Stromverbrauch fällt zu hoch aus, da du für jeden Raum eine Anlage benötigen würdest.

Das Heizen mit einer Klimaanlage ist leider nicht wirklich sinnvoll

Moderne Klimageräte sind durch die Inverter-Technik in der Lage, auch zu heizen. Allerdings wird pro Raum, der beheizt werden soll, je ein Gerät benötigt. Das Gebäude sollte gut wärmegedämmt sein, damit der Heizwärmebedarf möglichst niedrig ausfällt. Steige daher lieber auf alternative Heizsysteme, wie beispielsweise eine Wärmepumpe, um.

Sinnvoll kann der Einsatz als Heizung daher in nur zeitweilig genutzten Räumen wie Ferienwohnungen sein. Ansonsten ist die Verwendung in der Übergangszeit denkbar. Dadurch kann die Hauptheizung später im Jahr zugeschaltet und auf diese Weise Heizkosten gespart werden.

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