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Wärmepumpen-Förderungen im Überblick

Über diesen Artikel

Lesezeit

5 Minuten

Veröffentlichung

13.September 2021

Letztes Update

08.12.2021

Förderungen für Wärmepumpen in Österreich

Bund und Länder fördern den Umstieg von alten Heizkesseln auf klimafreundliche und effiziente Alternativen. Für Wärmepumpen gibt es mehrere Förderangebote. Hier erfährst du, wie viel du damit sparen kannst.

Inhalt des Blogartikels

Wärmepumpen sind eine effiziente und klimafreundliche Heizung

Mit einer Wärmepumpe kannst du beim Heizen deines Haushalts viel Geld sparen. Gleichzeitig sind Wärmepumpen eine hocheffiziente und klimaschonende Technologie, mit der es möglich wird, deine Wohnung bzw. dein Warmwasser auf eine angenehme Temperatur zu erwärmen und dabei im Vergleich zu fossilen Brennstoffen kräftig Betriebskosten zu sparen. Dies ist nicht nur in Neubauten möglich, auch der Ersatz eines alten Heizungskessels durch eine leistungsfähige Wärmepumpe ist eine gängige Option.

 

Das ist das Funktionsprinzip einer Wärmepumpe

Viele Heizungsanlagen in den österreichischen Haushalten sind nach wie vor von fossilen Brennstoffen abhängig. Nach Angaben der Statistik Austria aus den Jahren 2019/2020 liegt der Anteil der Energieträger „Solar und Wärmepumpen“ allerdings mittlerweile bei rund 11 Prozent. Der nach wie vor vergleichsweise hohe Anteil von Heizungsanlagen auf der Basis von Erdgas (23 Prozent) und Heizöl bzw. Flüssiggas (13 Prozent) ist ein Problem – sie arbeiten besonders umweltschädlich und eignen sich in vielen Fällen ideal für den Umstieg auf eine umwelt- und klimafreundliche Alternative, zum Beispiel auf eine Wärmepumpe. 2020 wurden in Österreich rund 32.000 neue Wärmepumpen eingebaut.

Eine Wärmepumpe funktioniert dabei nach dem Prinzip, dass sie die sogenannte Umweltwärme aus dem Erdreich, dem Grundwasser oder der Umgebungsluft aufnimmt und damit die Räumlichkeiten beheizt. Für diesen Prozess ist elektrische Energie notwendig. Die Zusammensetzung sieht dabei folgendermaßen aus: Etwa ein Viertel der eingesetzten Energie produziert drei Viertel Wärme. Durch die Nutzung von Ökostrom vermeidest du Emissionen, da er rein aus erneuerbaren Energien besteht. Dadurch lässt sich eine Wärmepumpe in den vielen Fällen sogar praktisch klimaneutral betreiben.

Das Angebot an Wärmepumpen auf dem Markt ist groß und eignet sich grundsätzlich für beinahe alle Arten von Wohngebäuden. Vom klassischen Einfamilienhaus bis zum großen Mehrparteienhaus sind individuelle Lösungen möglich.

 

Diese Förderungen für Wärmepumpen gibt es

Die öffentliche Hand unterstützt den Einbau von Wärmepumpen zum Heizen für private Haushalte durch verschiedene Förderungsaktionen, sowohl vom Bund als auch von den Bundesländern. Wir blicken als Erstes auf den Investitionskostenzuschuss des Bundes:

  • Raus aus Öl und Gas: Ein-, Zwei-, Reihenhaus
  • Raus aus Öl und Gas: mehrgeschossiger Wohnbau

Die Förderung durch den Bund – das sind die Konditionen

Mit dem „Raus aus Öl und Gas“-Förderprogramm im Rahmen der Umweltförderung bezuschusst der Bund 2021/2022 den Umstieg von bestehenden fossilen Heizkesseln gegen klimafreundliche Alternativen mit einem Budget von insgesamt 650 Mio. Euro. Dabei gilt das „First come – first serve“-Prinzip: Sobald das Budget aufgebraucht ist, stehen keine weiteren Mittel mehr zur Verfügung. Wenn du über den Tausch deines alten Heizkessels gegen eine Wärmepumpe nachdenkst, empfehlen wir dir also, nicht bis zum letzten Stichtag zu warten, da das Förderbudget dann schon aufgebraucht sein könnte.

Die „Raus aus Öl- und Gas“-Förderungsaktion des Bundes richtet sich an Besitzer einer bereits bestehenden fossilen Heizungsanlage, die zum Beispiel aufgrund ihres Alters oder Ineffizienz gegen eine klimafreundliche Alternative getauscht werden soll. Dazu zählen Anlagen, die mit Öl, Gas, Kohle oder Strom betrieben werden.

Damit sich dein Projekt für eine Förderung eignet, sind einige Richtlinien und Regeln zu beachten. So musst du unabhängig davon, um welche Anlage es sich handelt, zwingend über einen Energieausweis zur betroffenen Immobilie verfügen. Dieser darf nicht älter als 10 Jahre sein. Alternativ ist auch ein Protokoll über die Durchführung einer Energieberatung gültig. Diese Energieberatung muss vom jeweiligen Bundesland unterstützt worden sein. Auch ein Gesamtsanierungskonzept, zum Beispiel wenn mehrere Maßnahmen vorgesehen sind, ist ausreichend.

Übrigens: Hybrid-Anlagen (Wärmepumpe und Heizkessel), die zusammen mit fossilen Brennstoffen arbeiten, werden nicht gefördert. Die Nutzung von Pellets ist aber möglich.

Die Förderkriterien zum Erhalt der Fördergelder sind streng und werden genau geprüft. Bei allen Fördergeldern der „Raus aus Öl und Gas“-Förderung gilt der Grundsatz, dass der Anschluss an ein effizientes Nah- oder Fernwärmenetz die höchste Priorität hat. Nur wenn dies an deinem Standort nicht verfügbar ist, kannst du alternativ die Förderung einer Wärmepumpe beantragen.

Es gelten folgende Richtlinien:

  • Die maximale Vorlauftemperatur des Wärmeabgabesystems darf 40°C nicht überschreiten.
  • Bei Ein- oder Zweifamilienhäusern darf die Leistung 100 Kilowatt (kW) nicht überschreiten.
  • Die Wärmepumpe muss das Wärmepumpen-Gütesiegel nach der EHPA (European Heat Pump Association) tragen.
  • Wird ein Kältemittel mit einem GWP (Global Warming Potential) mit einem Wert über 1.500 verwendet, sinkt die Förderung um 20 Prozent. Bei einem GWP über 2.000 gibt es keine Förderung.

Mit dieser Förderhöhe kannst du rechnen:

Werden alle Richtlinien eingehalten, so beträgt die Fördersumme max. 5.000 Euro. Es gilt ein Höchstsatz von 35 Prozent der förderfähigen Kosten. Diese bestehen aus den Materialkosten, dem Planungsaufwand und der Montage. Auch die Demontage und fachgerechte Entsorgung des alten Heizkessels gilt als förderfähig. Weitere Details und die genauen Regeln findest du in diesem Informationsblatt.

 

Vom Antrag bis zur Auszahlung: So kommst du an die Fördergelder für deine Wärmepumpe

Die Beantragung für diese Förderungsaktion läuft über die KPC (Kommunalkredit Public Consulting). Sie agiert im Auftrag des Bundesministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie (BMK) und ist für die Abwicklung aller Förderfälle zuständig. Das Verfahren verläuft dabei zweistufig:

Schritt 1: Registrierung

In diesem ersten Schritt registrierst du dich mit allen Angaben zu deiner Person und einigen Eckdaten deines Wärmepumpen-Projekts online auf den Seiten der KPC. Anschließend bekommst du ein Bestätigungsmail und die Sicherheit, dass dein Anteil am Förderbudget für 26 Wochen (also ca. ein halbes Jahr) reserviert ist.

Schritt 2: Antragstellung

Innerhalb der Frist von 26 Wochen müssen die Arbeiten durchgeführt werden und deine neue Wärmepumpe betriebsbereit sein. Dann kannst du alle von der KPC geforderten Unterlagen online einreichen.

Folgende Dokumente sind zwingend notwendig:

  • Vollständige Schlussrechnung
  • Endabrechnungsformular
  • Energieausweis/Energieberatungsprotokoll/Gesamtsanierungskonzept
  • Meldezettel

Daraufhin werden deine Unterlagen geprüft und nach der Bearbeitung erhältst du den Zuschuss direkt auf dein Konto überwiesen.

Unser Tipp: In der Regel ist dieses Prozedere für die ausführenden Fachbetriebe ein Bestandteil ihres Arbeitsalltags, deswegen können sie dir bei Unklarheiten bei der Antragstellung gut weiterhelfen. Auch die KPC hat fähige Ansprechpartner, die dir effizient bei Detailfragen weiterhelfen.

 

Landesförderungen ergänzen die Bundesförderung für Wärmepumpen

Auch die Bundesländer unterstützen die Installation einer neuen Wärmepumpe häufig mit großzügigen Zuschüssen. Sie ergänzen die Fördergelder des Bundes und senken – wenn verfügbar und geeignet – deine Investitionskosten erheblich. Der Verband Wärmepumpe Austria listet die folgenden Förderungsaktionen der Bundesländer auf:

Burgenland

  • Wärmepumpe in Ein- und Zweifamilienhäusern
  • Warmwasser-Wärmepumpe in Ein- und Zweifamilienhäusern
  • Wärmepumpe und Photovoltaik in Einfamilien-, Zweifamilien- und Reihenhäusern

Kärnten

  • Tausch fossiler Heizsysteme auf Wärmepumpe bei Ein- und Zweifamilienhäusern

Niederösterreich

  • Wärmepumpe im Rahmen der Wohnbauförderung beim Neubau
  • Tausch fossiler Heizungssysteme auf Wärmepumpe bei Ein-, Zweifamilienhaus, Reihenhaus

Oberösterreich

  • Austausch eines fossilen Wärmeerzeugers im Bestandswohngebäude

Salzburg

  • Förderung Tiefenbohrung, Erdkollektor oder Brunnenanlage für Wärmepumpen

Steiermark

  • Neue Grundwasser- und Erdwärmepumpe als Ersatz für bestehende fossile Heizungssysteme

Tirol

  • Wohnbauförderung Zusatzförderung - Warmwasserwärmepumpe- Neubau
  • Wohnbauförderung - Heizwärmepumpe Neubau/Ausbau
  • Förderung von hocheffizienten Wärmepumpen Neubau

Vorarlberg

  • Förderung von Wärmepumpen in Wohnbauten Neubau

Anmerkung: Zusätzlich gibt es Förderungen durch einzelne Gemeinden

Wien

  • Wärmepumpen Förderung Neubau / Sanierung

Ein Beispiel: Wenn du in Niederösterreich wohnst, fördert das Land den Umstieg auf eine Wärmepumpe mit 20 Prozent der Investitionskosten und max. 3.000 Euro. Mit der Bundesförderung (5.000 Euro) und der Landesförderung (3.000 Euro) erhöht sich der Zuschuss also auf bis zu 8.000 Euro.

Zur Ergänzung: Auch einige Energieversorger unterstützen den Einbau einer Wärmepumpe. Am besten wendest du dich direkt an den Versorger deines Bundeslandes. Eine vollständige Übersicht mit direkten Links zu den einzelnen Förderungen des Bundes, der Länder und der Energieversorger findest du beim Verband Wärmepumpe Austria.

 

Bund und Land fördern den Einsatz von Wärmepumpen großzügig

Mit den Bundes- und Landesförderungen sind attraktive Zuschüsse für die einmalig relativ hohen Investitionskosten für eine neue elektrische Wärmepumpe möglich. Langfristig gesehen spart der Betrieb dieser Technologie viel Geld und ist ein nachhaltiger Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz.

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