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Förderung für Gasheizungen in Österreich

Über diesen Artikel

Lesezeit

5 Minuten

Veröffentlichung

15.December 2021

Letztes Update

15.12.2021

Die Gasheizung in Österreich: Ein Auslaufmodell?

Gasheizungen galten bis vor wenigen Jahren als die ideale Lösung für viele Haushalte. Doch das Blatt wendet sich – heute fördert der Bund den Ausstieg. Hier erfährst du mehr.

Inhalt des Blogartikels

Auch bei der Gasheizung gibt es sparsamere Technologien: Doch wie sieht die Zukunft aus?

Österreich hat sich ein hohes Ziel gesetzt: Bis 2040 soll das Land klimaneutral werden. Bestehende Gasheizungen, die aktuell noch in rund einer Million Haushalte in Österreich mit verlässlicher Raumwärme und Warmwasser versorgen, sind aus der Sicht der Bundesregierung ein Auslaufmodell. Vor allem in Wien (49 Prozent), Niederösterreich (28 Prozent) und dem Burgenland (25 Prozent) hat Erdgas aber noch einen hohen Anteil am Energieträger-Mix für die Heizung.

Der Grund für den langfristigen Ausstieg aus dem Gas ist der vergleichsweise hohe Ausstoß an CO₂ und weiteren Klimagasen, die für eine Beschleunigung des Klimawandels sorgen. Sie entstehen bei der Verbrennung von fossilen Brennstoffen, zum Beispiel Öl, Kohle oder eben Erdgas. Den Zielen der Bundesregierung zufolge soll es ab 2025 ein komplettes Verbot für den Einbau von Gasheizungssystemen in Neubauten geben. Mit der bis 2040 geplanten Wärmewende soll fossiles Gas grundsätzlich nicht mehr für die Heizung in Haushalten eingesetzt werden dürfen und durch Alternativen auf der Basis von erneuerbaren Energien ersetzt werden.

Allerdings gibt es bei der Gasheizung Entwicklungen, die für eine Senkung des Gasverbrauchs sorgen, zum Beispiel Gas-Brennwert-Kessel. Sie sind seit der Mitte der 1990er-Jahre verfügbar und arbeiten um bis zu 20 Prozent effizienter. Das eingesparte Erdgas hat mehrere positive Effekte: Es sorgt für geringere Heizkosten und senkt den Ausstoß an klimaschädlichen Treibhausgasen etwas. Allerdings sind Gasheizungen genauso wie Öl-, Kohle- oder Stromheizungen in Bezug auf den Umweltschutz nicht vergleichbar mit Heizungen, die ausschließlich auf erneuerbare Energien setzen.

 

Was kostet eine neue Gasheizung?

Der Preis für eine neue Gasheizung bzw. den Austausch einer bestehenden Heizungsanlage durch eine Gas-Brennwert-Therme bzw. einen Gas-Brennwert-Kessel steigt schnell in Höhen, die das Haushaltsbudget stark belasten. Neben dem baulichen Aufwand sind die Bauweise des Hauses, die zu beheizende Wohnfläche und natürlich auch die Leistung und technische Ausstattung der Gasheizung ausschlaggebend für die Endkosten. Zusätzlich musst du den individuellen Installationsaufwand vor Ort mit in die Preiskalkulation einbeziehen. Der Ersatz einer einfachen Gastherme für eine Garconniere ist wesentlich einfacher und schneller erledigt als der Austausch eines großen Gas-Heizkessels im Keller eines Mehrparteienhaus. Dadurch unterscheiden sich die Installationskosten je nach der Situation vor Ort und den notwendigen Arbeitsstunden. Sie lassen sich nicht pauschal beziffern. Weitere Fragen, die insbesondere Altbauten betreffen, sind zu klären: Benötigt der Rauchfang eine Sanierung? Ist die Ableitung der Abgase noch sichergestellt?

Auf der Basis dieser Voraussetzungen erstellt ein Heizungsinstallateur ein Angebot für eine neue Heizung bzw. den Heizungsersatz. Als Richtwerte gelten dabei folgende Preise:

  • für eine wandhängende Gastherme zwischen 1.800 und 4.500 Euro
  • für einen Standheizkessel für ein Ein- oder Mehrfamilienhaus zwischen 6.000 und 10.000 Euro.

Zu diesen Materialkosten kommen noch Installationskosten von bis zu 2.000 Euro, je nach der Situation vor Ort. Im Vergleich zu einer klimafreundlicheren Alternative auf der Basis von erneuerbaren Energien sind die einmaligen Investitionskosten vergleichsweise niedrig, langfristig gesehen bist du aber von der Entwicklung des Gaspreises abhängig und benötigst alle 1 bis 2 Jahre ein Gasthermenservice. Dafür musst du mit Ausgaben von 130 Euro und 200 Euro rechnen.

 

Gibt es noch Förderungen oder Zuschüsse für eine Gasheizung vom Bund oder den Bundesländern?

Österreich hat den Ausstieg aus Öl und Gas im Bereich der Gebäudewärme beschlossen und bereits mehrere Schritte eingeleitet, die den Umstieg auf ein Heizsystem mit erneuerbaren Energien fördern. Aktuell sorgt die Förderungsaktion „raus aus Öl und Gas“ des Bundesministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie (BMK) dafür, dass du für den Umstieg von einer Heizung mit Öl, Gas, Kohle/Koks und Strom-betriebenen Nacht- oder Direktspeicheröfen auf einen klimafreundlichen Nah-/Fernwärmeanschluss, Holzzentralheizung oder Wärmepumpe eine Förderung bekommst.

Diese Bundesförderung beträgt bis zu 7.500 Euro und 50 Prozent der förderfähigen Kosten. In Ortsgebieten mit Erdgas-Versorgung kannst du unter gewissen Umständen sogar bis zu 9.500 Euro für den Umstieg auf eine klimafreundliche Heizung bekommen. Zusätzlich zur Bundesförderung besteht in einigen Bundesländern auch noch die Möglichkeit, Gelder aus den Fördertöpfen des Landes zu beziehen. Für neue Gasheizungen, unabhängig davon, ob um welche Technik es sich handelt, gibt es keine Förderung vom Bund und den Ländern.

 

Wie sieht es mit der Förderung einer Gas-Hybridheizung aus?

Hybridheizungen machen es möglich, mehrere verschiedene Energiequellen zur Beheizung eines Gebäudes zu verwenden. So kannst du durch diese moderne Technologie zum Beispiel thermische Energie zur Wärmeerzeugung (Solarenergie, Wärmepumpe) mit einer fossilen Gasheizung kombinieren. Diese schaltet sich nur dann ein, wenn ein besonders hoher Wärmebedarf besteht, ansonsten übernehmen die erneuerbaren Energien die Wärmeproduktion.

Für eine Gas-Hybridheizung sind keine Bundes- oder Landesförderungen verfügbar, da die Fördermittel der öffentlichen Hand nur für klimafreundliche Heizungssysteme zur Verfügung stehen. Allerdings kannst du die Förderprogramme, zum Beispiel für die Installation einer Solaranlage zur Heizungsunterstützung auf deinem Dach, nutzen. Dabei unterstützen dich sowohl der Bund als auch die Länder mit attraktiven Förderbeträgen.

 

Vergeben die Hersteller oder die Energieversorger Förderungen oder Zuschüsse für eine neue Gasheizung?

Mit ein bisschen Glück und ein bisschen Recherche kannst du einen Energieversorger finden, der einen finanziellen Zuschuss für eine neue Gasheizung oder den Ersatz einer alten Therme oder eines Gas-Heizkessels anbietet. Dazu musst du allerdings wissen, dass es sich dabei um keine Förderung im eigentlichen Sinne handelt. Vielmehr nutzen einige Energieunternehmen diesen Begriff für eine Art von Bonus.

Ein Beispiel

In Oberösterreich kannst du als Erdgas-Kunde der Energie AG einige Boni im Rahmen des sogenannten „Energiespar-Pakets“ erhalten, wenn du auf eine Gasheizung umsteigst. Dieses umfasst unter anderem einen Bonus von 250 Euro für die Inbetriebnahme eines neuen Brennwertgeräts, der über einen Zeitraum von 5 Jahren in Tranchen zu 50 Euro ausbezahlt wird. Einige Hersteller erstatten nach dem Kauf und der Installation eines ihrer Geräte bis zu 450 Euro zurück. Zusätzlich unterstützt dich der Energieversorger bei den Entrümpelungs-, Bauschutt- und Öltankentsorgungsarbeiten mit bis zu 100 Euro. Insgesamt kannst du bei der Nutzung aller Boni etwas unter 1.000 Euro sparen. Allerdings musst du dich dazu für längere Zeit an den Gasversorger binden. Deswegen solltest du alle Informationen genau prüfen.

 

Gasheizungen werden langfristig durch klimafreundliche Alternativen ersetzt

Wie alle Heizsystems auf der Basis von fossilen Brennstoffen ist auch die Gasheizung langfristig gesehen auf dem Rückzug. Mit dem für 2040 beabsichtigten Verbot von Gas zur Heizwärmeerzeugung steigt die Attraktivität von klimafreundlichen Heizungsalternativen. Sie nutzen regenerative Energien, haben keine oder nur geringste Umweltauswirkungen und sind daher ein elementarer Bestandteil der Energiewende. Deswegen gibt es für den Umstieg auch attraktive Fördergelder.

Solltest du trotzdem weiterhin eine Gasheizung nutzen wollen, dann ist der Umstieg auf einen Heizkessel oder eine Therme mit Brennwerttechnik sinnvoll. Die Brennwerttechnik sorgt dafür, dass auch die Wärme, die in den Abgasen steckt (der Brennwert) genutzt wird. Dadurch kannst du etwas Erdgas einsparen, was sowohl das Klima als auch den Geldbeutel freut. Langfristig gesehen wirst du dir bei einer bestehenden Gasheizung aber Gedanken machen und für die Zukunft eine Alternative finden müssen, die auf erneuerbare Energien setzt.

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