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Österreichs Fördermittel für Heizungen

Über diesen Artikel

Lesezeit

5 Minuten

Veröffentlichung

20.June 2021

Letztes Update

13.04.2022

Fördermittel für klimafreundliche Heizungen in Österreich

Der Bund fördert neue klimafreundliche Heizungsanlagen mit bis zu 5.000 Euro, im mehrgeschossigen Wohnbau bis zu 10.000 Euro. Zusätzliche Fördergelder gibt es von den Bundesländern.

Inhalt des Blogartikels

Förderungsaktion für klimafreundliche Heizungen - das zahlt der Staat dazu

Nach wie vor sind klimaschädliche fossile Brennstoffe wie Öl oder Gas die wichtigsten Energieträger bei der Versorgung der österreichischen Haushalte mit Wärme. Die Anschaffungskosten für neue Heizungen sind hoch, insbesondere dann, wenn der Umstieg auf erneuerbare Energieträger geplant ist. Neben einer neuen Heizungsanlage sind meistens auch erhebliche bauliche Maßnahmen mit dem Umstieg verbunden. Was viele Konsumenten bisher nicht wissen: Die Bundesregierung und die Bundesländer fördern den Umstieg mit hohen Zuschüssen.

Wir haben einen Überblick für dich zusammengestellt, beantworten die Frage, wann sich die Erneuerung deiner Heizung lohnt und wie du durch den staatlich geförderten Umstieg auf erneuerbare Energien deinen persönlichen Beitrag zum Gelingen der Klimawende leisten kannst.

 

Die Heizung – häufig ein Klimasünder

Die Ziele der Bundesregierung sind ambitioniert: Bis 2040 soll Österreich klimaneutral werden. Langfristig gesehen peilt die österreichische Klimastrategie den kompletten Ausstieg aus fossilen Brennstoffen zur Erzeugung von Wärme an. Dies hat auch einen guten Grund: Bei einem durchschnittlichen, unsanierten Einfamilienhaus entstehen durch das Heizen mit Erdöl über 9,9 Tonnen CO₂ pro Jahr. Nicht viel besser schneidet die Gasheizung mit rund 8,3 Tonnen CO₂ ab.

Damit die Ziele der Klimaschutzpolitik erreicht werden können, soll der Bestand an Ölheizungen bis 2030 halbiert werden. Der Einbau von Ölheizungen in Neubauten ist bereits seit Jänner 2020 durch das Ölkesseleinbauverbotsgesetz (ÖKEVG) verboten.

Die Bundesregierung verfolgt dabei zwei Wege, für die entsprechende Förderprogramme aufgelegt wurden: Durch die thermische Gebäudesanierung (z. B. Dämmung, Austausch der Fenster) sinkt der Energiebedarf. Moderne Heizungen erzeugen den reduzierten Bedarf an Wärme klimafreundlich oder im besten Fall sogar klimaneutral.

 

Wann eine neue Heizung notwendig wird

Der Austausch einer alten Heizung gegen eine moderne Anlage durch den Heizungsinstallateur ist auf den ersten Blick ein kostspieliges Unterfangen. Deswegen scheuen viele Hausbesitzer und Eigentümergemeinschaften den Umstieg, obwohl viele Argumente für die einmalig hohe Investition sprechen. Langfristig gesehen bietet ein neues, effizientes und klimafreundliches Heizungssystem gleich zwei Vorteile: Es spart Wartungskosten, die mit dem Alter der Anlage steigen. Durch die Verwendung von erneuerbaren Energieträgern sinken obendrein die jährlichen Verbrauchskosten. Dadurch ist eine neue Heizungsanlage langfristig gesehen eine sehr gute Investition, auch wenn der alte Heizkessel noch funktioniert. Einen ersten Anhaltspunkt, wie effizient deine aktuelle Heizung arbeitet, liefert ein Blick auf den Energieausweis. Dieser ist zwar nicht für alle Gebäude in Österreich vorgeschrieben, die Erstellung kann sich aber sogar im selbstbewohnten Einfamilienhaus lohnen.

Unser Tipp: Wenn dein Heizkessel schon älter als 10 Jahre ist, wende dich an die Energieberatung deines Bundeslandes. Sie zeigt dir alle Möglichkeiten zur Erneuerung der Heizung auf und hilft dir im Dschungel der Fördermöglichkeiten.

 

Richtwerte – mit diesen Kosten musst du für deine neue Heizung rechnen

Wie viel eine neue Heizung konkret kostet, hängt von vielen Faktoren ab. Die großen Preistreiber sind vor allem bauliche Veränderungen und die Arbeitszeit der Heizungsinstallateure. Als grobe Richtwerte kannst du für ein durchschnittliches Einfamilienhaus mit diesen Zahlen rechnen:

Solarthermieanlage 9.000 bis 12.000 Euro,

Holzzentral-/Pellets 18.000 bis 25.000 Euro,

Wärmepumpe 15.000 bis 25.000 Euro,

Brennstoffzelle 25.000 bis 55.000 Euro.

 

Neben dem Bund fördern auch die Länder – mit diesen Beträgen kannst du rechnen

Bundesförderungen:

Auch 2021 und 2022 setzt das Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie (BMK) auf die bereits aus den Vorjahren bekannte Förderaktion „raus aus Öl und Gas“. Sie ergänzt die Sanierungsoffensive, die ausschließlich Maßnahmen der energetischen Sanierung im Bestand fördert.

Für die Förderaktion „raus aus Öl und Gas“ werden für die Jahre 2021 und 2022 insgesamt 650 Mio. Euro zur Verfügung gestellt. 400 Mio. davon sind für das Programm „raus aus Öl“, also ausschließlich für den Kesseltausch von besonders klimaschädlichen Ölheizungen, vorgesehen. Das Förderprogramm gilt für praktisch alle Wohnformen, also vom kleinen Einfamilienhaus bis zur großen Wohnanlage.

Welche neuen Heizungsanlagen werden vom Bund gefördert?

Wichtig für die Entscheidung zum Umstieg auf eine neue Heizung ist natürlich deren Förderfähigkeit. Nach den Richtlinien des Bundes ist der Ersatz eines fossilen Heizungssystems (z.B. Öl/Gas/Kohle/Koks/Nachtspeicherheizung) gegen eine der folgenden klimafreundlichen Alternativen förderfähig:

Wärmenetze (Nah- bzw. Fernwärme) sind die erste Wahl. Allerdings ist diese Möglichkeit häufig auf dicht besiedelte Gebiete beschränkt. Wenn ein Wärmenetzanschluss an deinem Standort nicht realisierbar ist, fördert der Bund ausschließlich den Einbau von Holzzentralheizungen oder Wärmepumpenanlagen. Welche Heizungssysteme die Förderung genau umfasst, findest du in einem Infoblatt der Umweltförderung. Die Förderaktionen der Bundesländer subventionieren teilweise auch weitere Heizungssysteme, insbesondere die Solarthermie.

Übrigens: Die Förderung bezieht sich nicht nur auf die Kosten der neuen Heizungsanlage. Sie umfasst sowohl den Abbau und die fachgerechte Entsorgung der alten Anlage als auch den Einbau des neuen Systems inklusive eines Großteiles der damit verbundenen Arbeiten.

Wie hoch ist die Bundesförderung?

Die Förderung des Bundes im Bereich von Ein-, Zweifamilien- und Reihenhäusern beträgt maximal 5.000 Euro und ist auf 35 Prozent der förderfähigen Kosten beschränkt. Im Bereich des mehrgeschossigen Wohnbaus locken je nach Umfang und Leistung der Anlage Beihilfen von bis zu 10.000 Euro.

Landesförderungen:

In Ergänzung zur Förderung durch das BMK gibt es auch in den Bundesländern, teils sogar in einzelnen Gemeinden, verschiedene Förderprogramme und Einmal-Boni. Sie sind sehr komplex und auf den ersten Blick schwer zu durchschauen. Ein Beispiel: Eine Pelletheizung wird im Land Tirol mit bis zu 8.000 Euro zusätzlich zur Bundesförderung bezuschusst. In Wien gibt es dafür keine Fördermittel.

Auch der Auszahlungsmodus unterscheidet sich von Bundesland zu Bundesland: Teils sind prozentuale Einmalzuschüsse vorgesehen, teils gibt es feste Beträge, in einigen Fällen steigen die Fördersummen, wenn du der Auszahlung als Annuitätenzuschuss (also in Teilzahlungen über mehrere Jahre) zustimmst.

Einen Überblick hat die Bundesinnung der österreichischen Installateure zusammengestellt. Dort kannst du mit einem Klick auf dein jeweiliges Bundesland detaillierte Informationen zu den Förderungen deines Heimatbundeslandes abrufen.

Grundsätzlich gilt: In den meisten Fällen erhöhen sich die Auszahlungsbeträge durch die Landesförderungen wesentlich! Je nach Art und Leistung der neuen Heizung und abhängig von den Auszahlungsmodalitäten ist es durchaus möglich, dass sich die gesamte Fördersumme sogar verdoppelt. Um exakte Zahlen zu erhalten, wende dich am besten direkt an dein Bundesland. Gute Ansprechpartner sind auch die Heizungsinstallateure. Sie kennen die Förderlandschaft vor Ort und verfügen über praktische Erfahrung mit den Behörden.

Unser Tipp: Vereinbare auf jeden Fall einen Termin mit der Energieberatung deines Bundeslandes! Die Beratung erfolgt vor Ort, manchmal auch telefonisch oder online. Meistens ist sie sogar kostenlos. Der Energieberater ist ein Profi in seinem Fach, deckt die Schwachstellen in deinen eigenen vier Wänden auf, gibt Tipps zum Handeln und kennt die Förderungsmöglichkeiten. Häufig ist eine Energieberatung für die Beantragung von Fördergeldern sogar verpflichtend.

 

Die Antragsstellung - mehrere Schritte sind notwendig

Die Einreichung deines Antrags für die Förderung des Bundes im Rahmen der „raus aus Öl und Gas“-Aktion erfolgt in einem zweistufigen Online-Verfahren bei der für Bundesförderungen zuständigen Kommunalkredit Public Consulting (KPC).

Um dein Projekt im ersten Schritt des Verfahrens zu registrieren, musst du schon Vorarbeit geleistet haben. Der Ersatz deiner Heizungsanlage muss entweder bereits fest geplant, terminlich gesichert oder schon umgesetzt worden sein. Nach der Registrierung erhältst du einen Link. Er bestätigt dir, dass dein Anteil vom Gesamtbudget reserviert wurde.

Innerhalb von 26 Wochen musst du nun alle Dokumente online an die KPC senden. Nach der Prüfung erhältst du die Förderung direkt auf dein Bankkonto.

Wie du den weiteren Antrag in deinem Bundesland stellst, erfährst du auf den Seiten deiner Landesregierung. Auch der Energieberater ist dabei eine große Hilfe, denn er behält auch bei Detailfragen den vollen Durchblick. In größeren Wohnanlagen übernimmt die Hausverwaltung die Abwicklung.

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