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Österreich: Stromspeicher-Förderung

Über diesen Artikel

Lesezeit

4 Minuten

Veröffentlichung

20.October 2021

Letztes Update

24.11.2021

Förderungen für Stromspeicher in Österreich

Förderungen des Bundes, der Länder und Gemeinden subventionieren den Einbau von Stromspeichern in privaten Haushalten. Alles Infos dazu findest du hier.

Inhalt des Blogartikels

Mit diesen Fördergeldern kannst du für einen Stromspeicher in Österreich rechnen

In Österreich gibt es eine umfangreiche Förderlandschaft für die Photovoltaik (PV). Mit einer PV-Anlage hast du die Möglichkeit, selbst elektrische Energie aus der Sonnenkraft zu produzieren. Diese kannst du für deinen eigenen Stromverbrauch einsetzen.

Allerdings gibt es einen Punkt, den du beachten musst: Eine PV-Anlage produziert Strom nur dann, wenn es die äußeren Umstände (Tageslicht, Wetter, etc.) erlauben. In den typischen Zeiten von besonders hohem Energiebedarf, zum Beispiel in der Früh nach dem Aufstehen oder am Abend nach dem Sonnenuntergang, liefert Photovoltaik nicht ausreichend Strom, um den vergleichsweise hohen Eigenbedarf zu decken.

Deswegen gibt es 2 Möglichkeiten:

  1. die Einspeisung von Strom gegen eine Tarifförderung in das Stromnetz und im Gegenzug dazu der Bezug von Strom aus dem Netz, wenn dein Bedarf steigt
  2. die Speicherung von Energie in einem sogenannten Stromspeicher

Stromspeicher, häufig auch als Batteriespeicher bezeichnet, speichern den von der PV-Anlage produzierten Strom, den du dann während deiner persönlichen Peaks nutzen kannst. In diesem Beitrag erfährst du alles Wissenswerte zu den bis dato noch relativ kostspieligen Energiespeichern und zu den aktuell verfügbaren Förderungen in Österreich.

 

Die Anschaffungskosten für Stromspeicher sind hoch

Stromspeicher sind vor allem im Bereich der privaten Nutzung, zum Beispiel in einem Einfamilienhaus (typische Leistung 3 bis 12 kWh), noch eine relativ neue Entwicklung. Dementsprechend hoch sind auch die Preise: Als Richtwert musst du für einen bleibasierten Speicher (geeignet für rund 4.000 Ladezyklen) mit etwa 750 bis 1.000 Euro pro kWh rechnen. Bei den technisch besonders raffinierten Lithium-Ionen-Speichern (circa 8.000 Ladezyklen) liegen die Investitionskosten zwischen 750 und 2.500 Euro pro kWh. Kleine Anlagen fallen vergleichsweise teurer aus.

Die Preise für Batteriespeicher sind zwar in den letzten Jahren gesunken, trotzdem können sich viele Menschen diese Ausgabe schlichtweg nicht leisten. Hier setzt die öffentliche Hand mit verschiedenen Förderungen an, die einen Stromspeicher bezahlbar machen.

 

Diese Förderangebote gibt es in Österreich für Stromspeicher

Wie bei den meisten Förderungen in Österreich gibt es auch bei Stromspeichern sowohl Angebote durch den Bund als auch durch die Bundesländer und einzelnen Gemeinden.

Bund

Von der OeMAG, der Abwicklungsstelle für Ökostrom AG, gibt es grundsätzlich Investitionskostenzuschüsse für Photovoltaikanlagen und Stromspeicher. Dieses stark nachgefragte Förderprogramm steht allerdings für neue Anträge nicht mehr offen. Mit 28. Juli 2021 endete der Zeitraum für die Antragstellung.

Nach Angaben der OeMAG gibt es aktuell noch rund 2.100 vollständige Anträge für Stromspeicher, die bisher noch keinen Platz im begrenzten Budget gefunden haben. Das Einreichen eines neuen Antrages für den Investitionskostenzuschuss ist aktuell nicht mehr möglich.

Aktueller Hinweis (Stand 10/2021): Als Nachfolge für diese Förderung, dessen rechtliche Basis das Ökostromgesetz 2012 ist, beschloss der Nationalrat das Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz. Nach diesem Gesetz wird die Förderung von Photovoltaikanlagen und Stromspeichern in der Zukunft gehandhabt. Allerdings fehlen bisher die Möglichkeiten zur Beantragung der Förderung, die erst geschaffen werden müssen. Tagesaktuelle Informationen dazu findest du auf der Website der OeMAG.

Fazit: Vom Bund kannst du bis zur Verfügbarkeit der neuen Förderung mit keiner Unterstützung für einen Stromspeicher rechnen. Ab Spätherbst 2021 sollst du allerdings erste Anträge für den Investitionskostenzuschuss nach den neuen Regelungen stellen können.

Bundesländer

Die Bundesländer fördern mit jeweils eigenständigen Aktionen teilweise Energiespeicher. Dies gilt sowohl für die Neueinrichtung kompletter Photovoltaikanlagen mit Stromspeicher, aber auch für die Nachrüstung bei bereits bestehenden Anlagen.

Einige Beispiele:

  • Wien unterstützt durch die Ökostromförderung neue Energiespeicher bis 10 kWh. Die Förderungsaktion gilt sowohl für die Nachrüstung bestehender PV-Anlagen als auch bei deren erstmaliger Einrichtung. Die Förderhöhe beträgt 200 Euro pro kWh Speichernennkapazität bis maximal 30 Prozent der förderfähigen Kosten.
  • Im Burgenland gelten ähnliche Bedingungen, wobei hier nur maximal 5 kWh mit einem Zuschuss von je 275 Euro gefördert werden.
  • Kärnten vergibt als Förderung einen Baukostenzuschuss mit bis zu 50 Prozent der anerkannten Investitionskosten für Stromspeicher bis 10 kWh. Der Zuschuss beträgt 350 Euro pro kWh.
  • In den anderen Bundesländern Österreichs stehen nach aktuellem Stand keine Förderungen zur Verfügung, die explizit die Einrichtung eines Stromspeichers betreffen. Allerdings lohnt sich eine Nachfrage bei deiner Landesregierung oder der Energieberatungsstelle deines Bundeslandes.

Übrigens: Häufig ist es möglich, spezielle Darlehen zu beantragen, mit denen du zu besonders guten Konditionen deine Investition finanzieren kannst.

Gemeinden

Es lohnt sich auf jeden Fall, in deinem Gemeindeamt beziehungsweise Magistrat nachzufragen, ob eventuell eine Fördermöglichkeit besteht. So sicherst du dir – falls verfügbar – die Unterstützung deiner Wohnsitzgemeinde. Die Stadt Linz fördert zum Beispiel unter gewissen Voraussetzungen einen Stromspeicher mit 20 Prozent der Investitionskosten bis zu 3.000 Euro.

Unser Tipp: Grundsätzlich gilt, dass mit allen Förderungen auch eine große Menge an Organisationsaufwand anfällt. Die Richtlinien sind in der Regel sehr streng. Deshalb ist eine genaue Abarbeitung der notwendigen Anträge und Dokumente als auch das Einhalten der in den Förderungsbedingungen angegebenen Zeiträume sehr wichtig. Sonst verlierst du den Anspruch auf die Fördergelder.

 

So sicherst du dir die maximale Förderung für deinen Stromspeicher

Vielen Laien, die nicht mit den verschiedenen Förderungsaktionen des Bundes, der Länder und der Gemeinden vertraut sind, fällt es schwer, den Durchblick zu bewahren. Das ist aber auch gar nicht notwendig.

Wir empfehlen dir, rechtzeitig vor der Vertragsunterzeichnung mit dem Fachbetrieb den Kontakt zur jeweiligen Energieberatungsstelle deines Bundeslandes zu suchen. Dort sitzen Profis, die sich mit den regionalen Zuschüssen und Beihilfen auskennen und bei der Antragstellung helfen.

Auch der Solartechnik-Fachbetrieb, der den Stromspeicher entsprechend der kWp-Leistung deiner PV-Anlage konzipiert und die nutzbare Speicherkapazität berechnet, kennt sich damit aus. Jahrelange Erfahrung im Umgang mit den Behörden gehört zu seinem Arbeitsalltag. Den direkten Link zu der Energieberatungsstelle deines Bundeslandes findest du bei klimaaktiv.

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