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Solarthermie-Förderung in Österreich

Über diesen Artikel

Lesezeit

4 Minuten

Veröffentlichung

10.November 2021

Letztes Update

30.11.2021

Diese Förderungen vergibt Österreich für die Solarthermie

In Österreich unterstützen dich der Bund, die Länder und einzelnen Gemeinden mit Förderungen zur Nutzung der Solarthermie. Erfahre hier, was du dabei beachten musst.

Inhalt des Blogartikels

Solarthermie leistet einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz in Österreich: Deshalb gibt es gleich mehrere Förderungen

Die Nutzung der Sonnenkraft zur Warmwasserbereitung oder zum Beheizen von Gebäuden ist keine neue Technologie. Allerdings sorgt der technische Fortschritt dafür, dass sie immer effizienter und kostengünstiger für Privathaushalte zur Verfügung steht.

Durchschnittlich kannst du mit einer Solarthermieanlage rund 25 Prozent deines jährlichen Gesamtwärmebedarfs (Warmwasser und Heizung) decken. Wer die Solarthermie ausschließlich für die Deckung des Warmwasserbedarfs nutzt, kann bis zu 60 Prozent der benötigten Energie allein aus der Sonnenkraft beziehen. Dazu sind Sonnenkollektoren notwendig, die in der Regel direkt auf deinem Hausdach installiert werden. Je größer die Fläche der Kollektoren ist, desto mehr Energie aus der Sonne kannst du nutzen.

Gerade in der Übergangszeit, also im Frühling und im Herbst, kannst du mit der Anlage für Solarthermie richtig Energie und Geld sparen. Der Grund dafür: Der Heizkessel bleibt ausgeschaltet. Nur an kalten Tagen bringt er dein Warmwasser beziehungsweise deine Heizungsflüssigkeit auf die notwendige Temperatur.

Um Haus- und Wohnungsbesitzer bei der Installation von Solarthermie finanziell zu unterstützen, gibt es in Österreich attraktive Förderungen vom Bund, den Ländern und auch von einzelnen Gemeinden.

 

Welche Förderungen für Solarthermie gibt es vom Bund?

Die österreichische Bundesregierung hat sich das Ziel gesetzt, Österreich bis zum Jahr 2040 fit für die Zukunft zu machen und so ihren Beitrag zum weltweiten Klimaschutz zu leisten. Bereits ab 2030 soll in Österreich ausschließlich Ökostrom aus den Steckdosen fließen, bis 2040 soll das Land komplett klimaneutral sein. Die Solarthermie ist ein wichtiger Beitrag zum Erreichen dieses Ziels, das die Vorgaben der EU und vieler Nachbarstaaten übertrifft.

Ein wichtiger Aspekt dieser Strategie ist die Unterstützung von Privathaushalten beim Umstieg auf erneuerbare Energien. Um die Ziele zu erreichen, gibt es attraktive Förderaktionen im Rahmen der Umweltförderung des Bundesministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie (BMK). Dabei unterstützt Österreich sowohl private Kleinanlagen von Hausbesitzern als auch Großanlagen, zum Beispiel im Bereich der solaren Fernwärme durch Energieversorger, durch Zuschüsse.

Förderaktion Solaranlagen 2020/2021

Die Fördergelder aus dem Klima- und Energiefonds im Rahmen der Förderaktion „Solaranlagen 2020/2021“ sind aktuell noch bis 31. März 2022 ausgeschrieben. Allerdings gilt wie bei den meisten Umweltförderungen des Bundes eine Einschränkung: Förderungen gibt es nur, solange Finanzmittel im Budget vorhanden sind.

Unser Tipp: Warte besser nicht bis zum letzten Stichtag. Die Förderung ist begehrt und theoretisch könnte es sein, dass das Budget des Klima- und Energiefonds bei einer spätzeitigen Registrierung bereits aufgebraucht ist.

Das sind die wichtigsten Voraussetzungen

Damit der Bund die Installation einer Solarthermieanlage in deinem Haushalt unterstützt, musst du einige Richtlinien beachten und einhalten.

1.) Die Solaranlage muss der Warmwasserbereitung in Gebäuden und/oder der Beheizung dienen.

2.) Die Baubewilligung für das Gebäude, auf dem du die Solaranlage errichten lassen wirst, muss bereits vor 2006 erteilt worden sein.

3.) Die Bruttokollektorfläche muss mindestens 4 Quadratmeter betragen.

4.) Du musst die Anlage überwiegend privat nutzen.

Zusätzlich zu diesen Vorgaben muss deine neue Solarthermieanlage auch einige technische Voraussetzungen erfüllen, damit sie der Bund fördert. Konkret muss die Anlage entweder das Gütesiegel des Verbands Austria Solar führen oder nach dem Österreichischen Umweltzeichen für Sonnenkollektoren und Solaranlagen oder der Solar Keymark-Richtlinie zertifiziert sein.

Weiters darf keine galvanische Beschichtung vorhanden sein und es muss eine 10-Jahres-Garantie für den Kollektor vorliegen.

Unser Praxistipp: Gute Handwerksbetriebe kennen die Bedingungen für die Solarthermie-Förderung und erstellen ihre Angebote nach diesen Vorgaben. Listen mit den förderbaren Kollektoren findest du direkt bei der Kommunalkredit Public Consulting (KPC). Sie ist für die Prüfung und Abwicklung der Förderanträge verantwortlich.

Mit diesem Förderbetrag kannst du rechnen

Der Bund fördert, wenn alle Förderbedingungen eingehalten wurden, pauschal mit einem Einmalzuschuss von 700 Euro.

So funktioniert die Antragstellung für die Bundesförderung

Zuständig für die Förderaktion Solaranlagen 2020/2021 ist die KPC. Das Verfahren umfasst dabei 2 Schritte:

1. Registrierung auf www.meinefoerderung.at: Nach der erfolgreichen Registrierung wird dein Anteil am Förderbudget für 12 Wochen reserviert. Beachte dazu am besten die Hinweise in der Bestätigungs-Mail.

2. Nach der Fertigstellung musst du einige Unterlagen einreichen. Diese umfassen alle Rechnungen, deinen Meldezettel sowie das ausgefüllte „Bestätigungsformular Solaranlagen“.

Nach einer Prüfung durch die KPC erhältst du die Förderung direkt auf dein Bankkonto ausbezahlt.

Übrigens: Es ist auch möglich, sich erst nach Abschluss der Arbeiten zu registrieren und sofort danach alle Anträge einzureichen.

 

Welche Solarthermie-Förderungen gibt es von den Bundesländern Österreichs?

Zusätzlich zur Förderaktion „Solaranlagen 2020/2021“ kannst du in deinem Heimatbundesland eine Umweltförderung beantragen. Allerdings unterscheiden sich die Förderangebote und -bedingungen teilweise erheblich von Bundesland zu Bundesland.

Beispiel Land Oberösterreich

Das Land Oberösterreich fördert neue Anlagen für Solarthermie oder den Tausch von Solarkollektoren bei alten bestehenden Anlagen. Für eine Kollektorfläche zwischen 4 und 10 Quadratmeter erhältst du eine Förderpauschale von 1.750 Euro, für Kollektorflächen zwischen 11 und 19 Quadratmeter gibt es eine Förderung von 175 Euro pro Quadratmeter. Ab 20 Quadratmeter gilt eine Pauschale von 3.500 Euro. Der Ersatz eines alten Kollektors gegen ein zeitgemäßes Modell wird mit pauschal 700 Euro unterstützt.

Auch bei der Landesförderung gibt es strenge Förderbedingungen. Neben der Begrenzung auf 50 Prozent der förderfähigen Kosten müssen ähnlich wie bei der Bundesförderung technische Anforderungen erfüllt werden.

Beispiel Land Tirol

Das Land Tirol fördert thermische Solaranlagen mit maximal 210 Euro pro Quadratmeter Kollektorfläche bis maximal 4.200 Euro. Dabei gilt eine Mindestspeicherkapazität von 50 Liter pro Quadratmeter und ein Wärmemengenzähler ist erforderlich. Ebenso müssen weitere technische Voraussetzungen eingehalten werden.

Unser Tipp: Die Landesförderungen erlauben in der Regel eine Kombination mit der Bundesförderung. So kannst du von mehreren Förderprogrammen gleichzeitig profitieren und einen dementsprechend höheren Zuschuss erhalten. Wir empfehlen dir den frühzeitigen Kontakt mit der Energieberatungsstelle deines Bundeslandes. Dort erfährst du alles zu den Förderaktionen und zur Antragstellung. Eine Übersicht dazu findest du unter www.klimaaktiv.at.

Übrigens: Einzelne Städte und Gemeinden in Österreich bieten zusätzliche Förderungen von Solarthermie. Zum Beispiel fördert die Stadt Innsbruck mit dem EnergiePlus-Programm auch thermische Solaranlagen. Die Stadt Linz bezuschusst Solaranlagen mit 110 Euro pro Quadratmeter Kollektorfläche und einem Installationszuschuss von 360 Euro. Es lohnt sich also, auch bei deiner Heimatgemeinde nachzufragen. So kannst du im besten Fall die Fördersumme erheblich steigern.

 

Gibt es in Österreich auch eine Solarthermie-Förderung für Neubauten?

Das Förderprogramm des Bundes steht ausschließlich für ältere Gebäude mit Baugenehmigung vor 2006 zur Verfügung. Es eignet sich also nicht für eine Förderung im Neubau. Allerdings schreiben einige Bundesländer in ihren Umwelt- und Wohnbauförderungen auch Programme nur für Neubauten aus. Eine Auskunft dazu erhältst du bei deiner Landesregierung.

 

Mit den Förderungen lohnt sich die Solarthermie besonders

Dank der umfangreichen Förderungen von Bund, Ländern und Gemeinden Österreichs lohnt sich die Nutzung der Solarthermie in den eigenen 4 Wänden erst so richtig. Die Förderungen senken die Gesamtkosten und tragen auf diese Weise dazu bei, dass sich die Investition in die Zukunft schneller amortisiert.

Aus Umweltsicht ist die Solaranlage zur Warmwasserbereitung und Beheizung ein wichtiger Beitrag zum Gelingen der Energiewende und dein persönlicher Beitrag zu mehr Klima- und Umweltschutz.

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