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Solarkataster in Österreich

Über diesen Artikel

Lesezeit

4 Minuten

Veröffentlichung

10.January 2022

Letztes Update

10.01.2022

Alle Informationen rund um Solarkataster in Österreich

Eine Solaranlage ist ein Investment in die Zukunft und den Klimaschutz. Die Solarkataster in Österreich helfen dir bei der Entscheidungsfindung. Doch wie funktionieren sie?

Inhalt des Blogartikels

Diese Informationen enthält der Solarkataster

Ein Kataster ist ein von den Katasterämtern geführtes Register, in dem alle Liegenschaften so exakt wie möglich verzeichnet sind. Dazu zählen bebaute Grundstücke genauso wie Parzellen, die anders genutzt werden. Der Kataster, heute in der Regel digitalisiert, enthält Daten zur Lage, Fläche, Nutzung und zu den Grenzen eines Grundstücks.

Ein Solarkataster bzw. Solaratlas funktioniert ähnlich. Diese Karte macht es möglich, ein einzelnes Grundstück und dessen Bebauung, insbesondere die Dachflächen, hinsichtlich ihrer Eignung für die Nutzung von Solarenergie zu überprüfen. Dieses Tool hilft vor allem Eigentümern oder Kaufinteressenten einer Immobilie, herauszufinden, ob die Installation einer Anlage zur Nutzung der Sonnenenergie sinnvoll ist. Das funktioniert sowohl für Photovoltaik zur Stromerzeugung als auch für eine Solarthermieanlage zur Wärmeerzeugung für Warmwasser bzw. zur Heizungsunterstützung.

 

So unterstützen Solarkataster die Energiewende

Die erneuerbaren Energien halten verstärkt Einzug in die österreichischen Haushalte. Das betrifft nicht nur klassische Einfamilien- oder Reihenhäuser, sondern auch den mehrgeschossigen Wohnungsbau. Immer mehr Wohnblöcke und Mehrparteienhäuser nutzen die klimafreundliche Sonnenenergie für die Erzeugung von Strom, Warmwasser und Heizungsunterstützung. Entsprechende Förderungsaktionen auf Bundes- und Landesebene bezuschussen den Umstieg von fossilen Heizungen mit Öl oder Gas auf erneuerbare Energien. Auch für die Stromproduktion mit Photovoltaik gibt es vonseiten des Bundesministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie (BMK) sowie einiger Bundesländer Förderungen.

Um herauszufinden, wie gut sich das Dach deines Hauses für den Einsatz von Solarkollektoren für eine Photovoltaikanlage oder Solarthermie eignet, kannst du in vielen Gemeinden online und ohne zusätzliche Kosten einen Blick auf die digitalen Karten werfen.

 

Diese Informationen verraten dir die Eignung deines Daches

Je nach Bundesland funktioniert der Solarkataster, manchmal auch als Solarpotenzialkataster bezeichnet, ein bisschen anders. Allerdings ist die Funktionsweise ähnlich: Nach dem Zoomen auf deine Immobilie bzw. Eingabe der genauen Adresse wird dir angezeigt, wie gut dein Dach für die Nutzung der Solarenergie geeignet ist.

Je nach Bundesland kannst du direkt in der Karte weitere Werte ablesen. So zeigt der Solarpotenzialkataster der Stadt Wien auch eine erste Berechnung, wie viel Energie du auf deinem Dach produzieren kannst. Werte zur Statik des Gebäudes, die angeben könnten, ob die Anbringung auch baulich möglich ist, werden dabei nicht erhoben und können nur von einem Fachbetrieb detailliert geklärt werden. Die Solarpotenzial-Karte des Landes Tirol zeigt hingegen ausschließlich eine grafische Darstellung der Hausdächer und unterteilt das Solarpotenzial in 4 verschiedene Klassen – je nach der Jahressumme an Solarstrahlung.

 

Solarkataster erheben verschiedene Daten und haben eine unterschiedliche Aussagekraft

In den Anfangszeiten war es mitunter schwierig, aus den neu geschaffenen Karten eine zuverlässige Aussage zur Solareignung eines Daches abzuleiten. Durch die fehlenden technischen Möglichkeiten stellten sie meist nur die Ausrichtung des Daches zum Sonnenstand dar, ohne dabei auf weitere Faktoren Rücksicht zu nehmen, die die Solareignung beeinflussen. Mit dem Einzug von stereoskopischen 3D-Bildern und Lasermessung zusätzlich zu den Luftaufnahmen ist die Aussagekraft moderner Solarkataster erheblich gestiegen. Sie umfassen heute in den meisten Fällen auch Daten zur Dachneigung der jeweiligen Immobilie, exakten Ausrichtung der Dachfläche, Globalstrahlung am Standort und beeinflussenden Verschattung, zum Beispiel durch Bäume oder Nachbargebäude. Dementsprechend müssen sie gleichzeitig auch die hohen Ansprüche an den Datenschutz erfüllen.

Dank dieser umfassenden Datenerhebung kannst du heute in vielen Regionen bereits bei der Benützung des Online-Katasters richtig gute Anhaltspunkte dafür bekommen, ob du die Solarnutzung deines Daches in Erwägung ziehen solltest. Achte dabei aber darauf, wie aktuell die Karte ist. Durch eine Änderung der baulichen Situation bzw. der Umgebung können sich allfällige Abweichungen ergeben, die noch nicht in die Karte eingepflegt wurden. Ebenso sorgt der technische Fortschritt dafür, dass eine früher als eher schlecht eingestufte Dachfläche mit modernen Solarkollektoren durchaus beachtliche Erträge an Strom bzw. Wärmeenergie erzielen kann.

Unser Tipp: Die Solarkataster in Österreich bieten eine gute erste Einschätzung hinsichtlich der Eignung deines Daches für die Sonnenenergie. Eine endgültige Beurteilung des Solarpotenzials solltest du allerdings einem Solarprofi überlassen. Er prüft die Situation vor Ort und checkt neben der Solareignung des Daches auch die baulichen Gegebenheiten. So stellst du sicher, dass dein Dach den besten Ertrag mit der Photovoltaik bzw. Solarthermie erreicht.

 

Hier findest du den Solarkataster für dein Bundesland in Österreich

In vielen der 9 Bundesländer kannst du über die Landes-Geoportale oder die Seiten von anderen Institutionen entsprechende Karten abrufen. Die Karten unterscheiden sich je nach Bundesland und reichen von eher einfachen Darstellungen wie im Burgenland bis hin zu detaillierten Informationen zu jedem Gebäude wie in Wien:

  • Solarkataster in Wien: Der Solarpotenzialkataster der Bundeshauptstadt ist sehr detailliert.
  • Solarkataster in Niederösterreich: Niederösterreich hat noch keinen landesweiten Solarkataster. Lediglich für St. Pölten und Baden bei Wien gibt es online eine Auskunft.
  • Solarkataster im Burgenland: Im Kataster der Plattform Sonnenkraftwerk Burgenland erhältst du alle Informationen für die verschiedenen Gemeinden in der Region.
  • Solarkataster in Oberösterreich: Das digitale oberösterreichische Rauminformationssystem (DORIS), zeigt dir standortbasiert die Potenziale für die Nutzung der Solarenergie bzw. Photovoltaik.
  • Solarkataster in der Steiermark: Im digitalen Atlas der Steiermark findest du eine Solarpotenzial-Karte auf der Basis des Geoinformationssystems (GIS) des Landes.
  • Solarkataster in Salzburg: Mit dem Solarkataster für das Land Salzburg erhältst du nach Anklicken der jeweiligen Immobilie eine unverbindliche Angabe zum jährlichen Solarpotenzial in Kilowattstunden pro Quadratmeter.
  • Solarkataster in Kärnten: Der Solarpotenzialkataster im Kärnten-Atlas teilt die Eignung in verschiedene Klassen ein.
  • Solarkataster in Tirol: Auch die entsprechende Karte von Tirol gibt verschiedene Klassen für das Solarenergiepotenzial der Dächer an.
  • Solarkataster in Vorarlberg: Eine grobe Abfrage der Besonnung kannst du hier über das Geoinformationssystem des Landes abrufen. Die genauere Abfrage ist unter Umständen in deiner Gemeinde möglich, so hat zum Beispiel die Stadt Feldkirch einen eigenen Solarkataster.

Der Solarkataster gibt einen ersten Hinweis zum Solarpotenzial

Je nach Wohnort und Aufbereitung der Daten kannst du bereits auf Basis des Solarkatasters eine erste Analyse dazu starten, ob sich dein Hausdach für die Nutzung der Sonnenergie für die Solarthermie bzw. Photovoltaik eignet. Wenn wie in einigen Bundesländern keine öffentlich zugänglichen Daten vorhanden sind, solltest du dir bei deinem Gemeindeamt die Auskunft einholen, ob Solarpotenzial-Karten vorhanden sind. So erhältst du eine erste Einschätzung zum Solarenergiepotenzial deines Daches.

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