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Photovoltaik Förderungen in Österreich

Über diesen Artikel

Lesezeit

4 Minuten

Veröffentlichung

20.July 2021

Letztes Update

01.12.2021

Zuschüsse für die Sonnenkraft: Förderungen für eine Photovoltaikanlage

Um die hohen Investitionskosten von mehreren Tausend Euro für eine neue private Photovoltaikanlage abzufedern, gibt es in Österreich verschiedene Förderungsaktionen vom Bund, den Ländern und Gemeinden.

Inhalt des Blogartikels

Die Förderung der Photovoltaik in Österreich

Der Einbau einer Photovoltaikanlage ist eine nachhaltige Investition in die Zukunft und ein relevanter Beitrag zum Klimaschutz. Die Energie der Sonne ist unbegrenzt und je Wohnort und der örtlichen Gegebenheiten kannst du mit einer privaten Photovoltaikanlage (PV) richtig viel Strom produzieren. Diesen nutzt du entweder selbst oder speist ihn in das Stromnetz ein. Das Potenzial von Haus-, Garagen- oder Carportdächern haben auch die Entscheidungsträger der Politik erkannt: Verschiedene Förderungsaktionen des Bundes, der Länder und der Gemeinden tragen aktiv zum Ausbau der Photovoltaik im privaten Bereich bei und unterstützen dich bei deiner Investition.

 

Diese Förderaktionen bieten Bund, Länder und Gemeinden für dein Photovoltaik-Projekt

Die Förderlandschaft in Österreich ist auf den ersten Blick schwer zu durchschauen. Der Bund stellt gleich drei Förderaktionen zur Wahl: die Förderaktion „Photovoltaikanlagen 2020-2022“ aus dem Klima- und Energiefonds, die „Tarifförderung“ der OeMAG (Abwicklungsstelle für Ökostrom) und die „Investitionsförderung“ der OeMAG. Zusätzlich schreiben einige Bundesländer Förderprogramme aus. Auch einzelne Gemeinden bieten Förderungsaktionen für die Bewohner ihres Gemeindegebiets.

Im Dschungel der Förderungen fällt es vielen Konsumenten schwer, den Überblick zu behalten. Denn es gilt: in der Regel kann nur ein Förderangebot in Anspruch genommen werden – und dies soll natürlich jene sein, die am besten zum Projekt passt und die höchste Fördersumme garantiert.

Wir stellen dir in diesem Beitrag die wichtigsten Informationen zur Förderung deiner Photovoltaikanlage in Österreich vor.

Förderaktion „Photovoltaikanlagen 2020-2022“ des Klima- und Energiefonds

Im Rahmen dieser Förderung gibt es einen Einmalzuschuss für Photovoltaikanlagen bis 50 kWp (Kilowatt-Peak). Es muss sich um eine neue Anlage handeln, die an das Stromnetz angeschlossen wird und den produzierten Strom einspeisen kann.

Die Förderpauschalen betragen:

0-10 kWp: 250 Euro pro kWp

jedes weitere kWp bis 20 kWp: 200 Euro

jedes weitere kWp über 20 kWp: 150 Euro

Eine Beispielrechnung: Für eine Anlage mit einer Leistung von 16 kWp erhältst du eine Förderung von 10x 250 Euro und 6x 200 Euro, insgesamt also 3.700 Euro Förderung.

Übrigens: Für thermische Solaranlagen zur Beheizung und/oder Warmwasseraufbereitung stehen andere Förderprogramme zur Verfügung.

Förderaktion „Tarifförderung“ der OeMAG

Diese Förderaktion läuft zweigleisig: Sie subventioniert sowohl durch einen Einmalzuschuss als auch durch einen erhöhten Einspeisetarif des produzierten Stroms in das Stromnetz.

Der Einmalzuschuss beträgt max. 250 Euro pro kWp, jedoch max. 30 Prozent der gesamten Errichtungskosten.

Der erhöhte Einspeisetarif von 7,06 Cent pro kW gilt für 13 Jahre.

Diese Förderung kann nur in Kombination aus beiden Bestandteilen beantragt werden.

Förderaktion „Investitionsförderung“ der OeMAG

Diesen einmaligen Investitionszuschuss gibt es sowohl für Neuanlagen als auch Erweiterungen von bestehenden Anlagen bis zu einer Modulspitzenleistung von 500 kWp. Voraussetzung ist, dass die Anlage auf einem Gebäude oder einer baulichen Anlage angebracht ist – eine Gartenfläche zählt nicht.

Weiters umfasst dieses Förderangebot der OeMAG auch Stromspeicher bis zu einer Leistung von 50 kWp.

Für die PV-Anlage betragen die Fördersätze:

Anlagengröße bis 100 kWp: 250 Euro pro kWp

Anlagengröße 100 bis 500 kWp: 200 Euro pro kWp

Es gilt allerdings eine Deckelung von 30 Prozent des Investitionsvolumens.

Dazugehörende Stromspeicher (Neuausstattung oder Erweiterung) bis 50 kWp werden mit einem einmaligen Zuschuss von 200 Euro pro kWp gefördert. Dabei gelten weitere Richtlinien zum Verhältnis des Stromspeichers zur Photovoltaikanlage.

Eine Gegenüberstellung der beiden Förderaktionen der OeMAG findest du auf der Webseite.

Unser Tipp: Warte mit der Registrierung und Antragstellung besser nicht bis zum letzten Stichtag. Bei allen drei Förderungen gilt ein festes Budget und das Prinzip: first come, first served. So gehst du auf Nummer sicher, dass du deine Förderung auch wirklich bekommst.

Aktueller Stand: Das Förderkontingent der OeMAG ist für 2021 bereits aufgebraucht. Allerdings kannst du dich auf eine Warteliste setzen lassen und so gegebenenfalls nachrücken.

Fördermöglichkeiten durch die Länder

Auch einige Bundesländer schreiben eigene Förderungsaktionen für die Photovoltaik aus. Sie sind sowohl was die Leistung der Photovoltaikanlage als auch einzelne Konditionen betrifft sehr unterschiedlich.

Grundsätzlich gibt es auch in vielen Bundesländern spezielle Förderungsaktionen für den Ein- oder Ausbau von Photovoltaikanlagen. Die Landesförderungen umfassen teils weitere Maßnahmen baulicher Natur im Rahmen der Wohnhaussanierung und Wohnbauförderung. So gibt es zum Beispiel in Oberösterreich zusätzliche Fördergelder für die Erhöhung der Tragfähigkeit für Dächer, damit eine Photovoltaikanlage installiert werden kann. Die Steiermark fördert besonders innovative PV-Lösungen mit 50 Prozent der Mehrkosten gegenüber einer Standardanlage. Tirol fördert bei bereits installierten Anlagen rückwirkend das 6. und 7. kWp, wenn die Anlage nur bis 5 kWp durch den Bund über den Klima- und Energiefonds bzw. die OeMAG gefördert wurde.

Unser Tipp: Im Bereich der Landesförderungen ist es selbst für Spezialisten schwierig, den Überblick zu behalten, da sich die Förderungsmöglichkeiten häufig ändern und an sehr spezielle Bedingungen geknüpft sind. Wende dich daher noch vor dem Abschluss des Vertrages mit dem ausführenden Unternehmen an deine Landesregierung und frage aktiv nach den Förderungsangeboten.

Fördermöglichkeiten durch die Gemeinden

Ähnlich ist die Situation bei den Förderungsmöglichkeiten durch die Gemeinden. Gerade in kleinen Ortschaften hilft nur ein Anruf beim Gemeindeamt, größere Städte präsentieren ihre Fördermöglichkeiten teilweise auch auf der Website. Trotzdem empfehlen wir dir einen Anruf bei der Stadtverwaltung bzw. dem Magistrat.

Übrigens: Förderungen sind nicht nur für das Segment von Einfamilienhäusern verfügbar. Auch großflächigere Anlagen in Mehrparteienhäusern können unter bestimmten Voraussetzungen gefördert werden.

 

Das sind die wichtigsten Schritte – von der Anlage über die Förderung bis zur Einspeisung des Stroms

Wenn du über eine Photovoltaikanlage auf dem Dach deines Hauses, deiner Garage oder deines Carports nachdenkst, dann musst du im ersten Schritt klären, ob sich dein Standort dafür eignet. Einen Profi, der vor Ort eine Bestandsaufnahme durchführt, ein Angebot erstellt und die Arbeiten durchführt, findest du zum Beispiel über die Firmensuche des Verbands Photovoltaic Austria.

Die Beantragung der Förderung ist nur einer von mehreren Schritten von der Planung bis zum Beginn der Einspeisung des von dir produzierten Stroms in das Stromnetz. Je nach Förderaktion, die du für dein Projekt nutzt, hast du dabei verschiedene Ansprechpartner: die Kommunalkredit Public Consulting (KPC) für die Förderung des Klima- und Energiefonds, die OeMAG oder die jeweilige Landes- bzw. Gemeindeverwaltung. Für die Bundesförderung können die Anträge bei der KPC bzw. bei der OeMAG online gestellt werden. Auch Meldungen an den Stromnetzbetreiber, die Einrichtung eines Netzzugangs und ggf. eine Bauanzeige oder -genehmigung der Gemeinde sind notwendig. Dein Photovoltaik-Installateur kennt sich in der Regel gut damit aus.

Bei der Stromtarifwahl hilft dir der Tarifkalkulator der E-Control. Fülle einfach den Punkt „Überschusseinspeisung (PV)“ aus. Dann kannst du den besten Stromtarif für deinen Bedarf wählen und so finanziell maximal von deiner PV-Anlage profitieren.

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