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Photovoltaik-Inselanlage: Elektroauto laden

Über diesen Artikel

Lesezeit

5 Minuten

Veröffentlichung

20.November 2021

Letztes Update

06.12.2021

Mit der Photovoltaik-Inselanlage Strom für das Elektroauto produzieren

Dank einer Photovoltaik-Inselanlage kannst du abgekoppelt vom Stromnetz die Energie für dein Elektroauto selbst produzieren. Wir zeigen dir, wie das geht.

Inhalt des Blogartikels

Das ist das Prinzip der Photovoltaik

Photovoltaikanlagen werden immer beliebter – ein Blick auf die Hausdächer in Österreich genügt, um die weiträumige Verbreitung der Photovoltaik (PV) zu bestätigen. Durch die endlos verfügbare Sonnenergie, welche die Solaranlage einfängt und in elektrischen Strom umwandelt, kannst du deinen Strombedarf mit kostenloser und klimaneutraler Solarenergie decken. Das Spektrum an Möglichkeiten reicht von der Versorgung deiner elektrischen Haushaltsgeräte bis zum Laden deines Elektroautos (E-Autos). Die Nutzung der Sonnenenergie wirkt sich besonders positiv auf deine persönliche Ökobilanz aus und ist einer der wertvollsten Beiträge, den du zum Klimaschutz leisten kannst.

Die Einrichtung einer Photovoltaikanlage benötigt allerdings eine umfangreiche Planung. Von der Größe der Anlage entsprechend dem Strombedarf über die elektrischen Leitungen, Wechselrichter, Smart-Meter bis hin zu Anschlüssen an das öffentliche Stromnetz sind mehrere Schritte bis zur Abnahmereife notwendig.

Ein eher neuer Trend sind autark arbeitende Insellösungen. Im Gegensatz zu Solaranlagen, die an das Stromnetz angeschlossen sind (On-Grid) arbeitet eine Insellösung ohne Netzanschluss (Off-Grid) völlig unabhängig. Dadurch ist sie besonders flexibel und an beinahe allen Standorten realisierbar.

 

Aus diesen Bestandteilen besteht eine Photovoltaik-Inselanlage für ein Elektroauto

Grundsätzlich unterscheidet sich eine Inselanlage gar nicht so stark von einer klassischen Photovoltaikanlage mit Anschluss an das Stromnetz. Allerdings ist ein Stromspeicher notwendig. So kannst du dein E-Auto auch außerhalb der Sonnenscheinzeiten aufladen und verfügst immer über die notwendige Leistung. Die relativ preistreibenden Stromspeicher sind bei On-Grid-Anlagen meist noch nicht verbaut. Die Bestandteile einer Insellösung sind Solarmodule (angepasst an den Strombedarf), Solarladeregler mit Batteriemanagement, Stromspeicher, Wechselrichter und elektrisches Zubehör wie Leitungen und Steckdosen.

 

Welche Photovoltaik-Inselanlage eignet sich für mein Gebäude und Elektroauto?

In den meisten Fällen greifen Fahrer von Elektroautos auf eine On-Grid-Photovoltaikanlage zurück, die sowohl die eigene Ladestation (zum Beispiel eine Wallbox in der Garage) als auch das Wohnhaus bzw. die Wohnung mit emissionsfreiem Solarstrom versorgt. Überschüssigen Strom speist du gegen eine Einspeisevergütung in das Stromnetz ein. In jenen Zeiten, in denen die PV-Anlage nicht ausreichend Strom produziert, nutzt du elektrische Energie aus dem öffentlichen Stromnetz gegen ein Entgelt. Alternativ steigt auch die Beliebtheit von Batteriespeichern. Sie ermöglichen es dir, den selbst produzierten PV-Strom zu speichern und zu einem späteren Zeitpunkt, zum Beispiel am Abend oder in der Früh, zu nutzen. Dieses Prinzip eignet sich ebenso für das Laden von Fahrzeugen mit Elektromotor über die Nacht.

Es gibt aber Fälle, in denen der Einbau einer On-Grid-Photovoltaikanlage besonders herausfordernd und technisch nur schwer zu realisieren ist. Dieses Problem haben beispielweise abgelegene Grundstücke, die nicht an das öffentliche Stromnetz angeschlossen sind. So stehen Besitzer von Wochenendimmobilien, Tiny-Houses, Alm- bzw. Berghütten oder von einem Schrebergarten häufig vor der Frage: Wie kann ich mein Elektroauto vor Ort aufladen? Dann schlägt die Stunde von flexiblen Inselanlagen. Sie machen es möglich, ein Elektroauto auch an Orten ohne Stromleitung mit der notwendigen Energie zu versorgen.

 

Voraussetzungen für die effiziente Nutzung des PV-Stroms

Grundsätzlich gibt es nur wenige Gegebenheiten, auf die du bei einer Insellösung achten musst. Besonders wichtig ist die Sonneneinstrahlung am Installationsort. Von ihr hängt es wesentlich ab, ob die PV-Anlage ausreichend elektrische Energie produzieren kann. Das ist vor allem in engen Tälern mit kurzer Sonnenscheindauer oder an schattigen Standorten relevant. Zusätzlich musst du bei der Planung der Anlage zusammen mit einem Profi exakt den notwendigen Energiebedarf berechnen und die Bedarfszeiten prognostizieren, damit dein Elektroauto ausreichend Energie erhält und du es problemlos aufladen kannst. Auf der Basis dieser Daten errechnet der Solaranlageninstallateur die Fläche der Solarmodule. Als Standort für eine Insellösung eignen sich, genauso wie bei einer On-Grid-Photovoltaikanlage, am besten Haus-, Garagen- oder Carportdächer.

Unser Tipp: Beim Verein Photovoltaic Austria findest du den direkten Link zum Solarkataster deines Bundeslandes. Dort kannst du einfach abfragen, ob sich dein Dach für die Nutzung der Sonnenenergie eignet.

 

Was muss ich bei einer Inselanlage für das Laden eines Elektroautos beachten?

Die Elektromobilität ist in Österreich auf dem Vormarsch: Ab 2030 sollen nach den Plänen der Bundesregierung nur mehr Fahrzeuge mit Elektroantrieb neu zugelassen werden. Um diese Herausforderung auch im Alltag zu meistern, spielen Photovoltaik-Insellösungen in der Zukunft wahrscheinlich eine wichtige Rolle. Nur so ist es möglich, an Orten, die über keinen oder einen unzureichenden Anschluss an das öffentliche Stromnetz verfügen, das Laden von Fahrzeugen zu ermöglichen.

Wenn du dich bereits heute für eine autarke Insellösung interessierst, dann ist eine fachgerechte Bedarfsberechnung durch einen spezialisierten Fachbetrieb auf jeden Fall ratsam. Zwar gibt es im Internet häufig besonders günstige Komplettpakete, hier läufst du aber Gefahr, deinen Verbrauch falsch abzuschätzen und am Ende mit einer mäßig rentablen Investition dazustehen.

Photovoltaik-Inselanlagen eignen sich perfekt für das Aufladen eines Elektroautos. Mit einem Solarpanel mit einer Leistung von 1 Kilowattpeak (kWp) produzierst du über das Jahr rund 1.000 Kilowattstunden (kWh) PV-Strom. Damit erreichst du mit einem durchschnittlichen E-Auto eine Reichweite von etwa 5.000 Kilometer – völlig ohne Emissionen und komplett klimaneutral. Ideal also für ein Garagendach.

 

Die Vor- und Nachteile der Autarkie einer Insellösung

Der größte Vorteil einer Inselanlage ist ihre Flexibilität, da du sie an praktisch jedem Ort installieren kannst. Zusätzlich ersparst du dir einiges an Verwaltungsaufwand. Durch die Autarkie der Anlage ist kein Vertrag mit einem Stromanbieter notwendig, was einmalige Anschlusskosten und langfristig Grundgebühren spart. Durch die komplette Autarkie bist du auch von etwaigen Strompreisanpassungen nicht betroffen.

Nachteilig sind die vergleichsweise hohen Anschaffungskosten, die sich durch die Notwendigkeit eines Stromspeichers ergeben. Während On-Grid-Anlagen einen phasenweise höheren Strombedarf durch den Bezug von Netzstrom abdecken, benötigen Off-Grid-Anlagen eine ausreichend große Batterie und eine exakte Planung des Strombedarfs. Das ist gerade an kurzen Tagen in Winter mit niedrigem Sonnenstand ein wichtiges Thema. Die Autarkie hat noch einen weiteren Nachteil: Übersteigt dein Strombedarf die Menge des produzierten Solarstroms, kann es zu Engpässen und Ausfällen kommen.

 

Mit diesen Kosten musst du rechnen

Für eine marktübliche Photovoltaik-Insellösung musst du mit Anschaffungs- und Installationskosten von rund 10.000 Euro aufwärts rechnen. Preistreibende Faktoren sind dabei vor allem der Stromspeicher sowie die Anzahl an Solarmodulen, die für eine ausreichende Stromausbeute sorgen.

Förderungen, zum Beispiel im Rahmen der Umweltförderung des Bundes oder der Bundesländer, gibt es für Insellösungen in der Regel nicht. Du musst die gesamten Kosten also selbst tragen. Allerdings locken für die Anschaffung eines neuen Elektroautos bis zu 5.000 Euro Fördergelder aus der E-Mobilitätsoffensive.

 

Lohnt sich eine Photovoltaik-Inselanlage für das Laden des Elektroautos?

Mit einer Inselanlage kannst du die Kraft der Sonne ideal für das Laden deines Elektroautos vor allem an all jenen Orten nutzen, an denen ein Netzanschluss nicht realisierbar und eine öffentliche Ladestation weit entfernt ist. Durch den Stromspeicher ist auch das zeitversetzte Laden des Elektroautos möglich. Allerdings musst du genau planen und dich eingehend bei der Umsetzung von einem Solar-Experten beraten und unterstützen lassen, damit die Photovoltaikanlage ausreichend elektrische Energie für dein Elektroauto aus der Kraft der Sonne erzeugt. Dann kannst du den Fahrspaß deines E-Autos auch in vollen Zügen ohne etwaige Ausfälle genießen.

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