was-ist-einspeiseverguetung-photovoltaik-header-net4energy-v2

Einspeisevergütung in Österreich

Über diesen Artikel

Lesezeit

3 Minuten

Veröffentlichung

23.September 2021

Letztes Update

01.12.2021

Zuschüsse für solaren Strom: Die Einspeisevergütung in Österreich

In Österreich wird die Einspeisung von Strom aus Photovoltaik von den Energieversorgern und unter gewissen Voraussetzungen auch durch die OeMAG mit speziellen Einspeisetarifen vergütet.

Inhalt des Blogartikels

So funktioniert die Einspeisevergütung

Wenn du mit einer Photovoltaikanlage Strom produzierst, stellt sich auch immer die Frage, ob es sinnvoll ist, den überflüssigen Strom in das allgemeine Stromnetz einzuspeisen. Denn gerade an sonnigen Tagen produziert eine Dachanlage tagsüber viel Strom, der in den allermeisten Fällen nicht gleich verbraucht werden kann. An dunklen Tagen im Winter steigt der Stromverbrauch, dann produziert die PV-Anlage aber im Vergleich zum Bedarf nur wenig Energie. Mit der Einspeisung des überflüssigen Stroms in das Stromnetz hast du die Möglichkeit, deine Photovoltaikanlage effizienter einzusetzen. Wird gerade überschüssiger Strom produziert, speist du diesen gegen eine vorher festgelegte Vergütung in das Stromnetz ein. Im Gegensatz dazu beziehst du Strom aus dem Netz, wenn die PV-Anlage nicht ausreichend Energie produziert. Auch dabei nutzt du einen festen Tarif. In diesem Beitrag beantworten wir die wichtigsten Fragen zur Einspeisevergütung in Österreich und geben dir wertvolle Tipps, wie du deine PV-Anlage optimal betreibst.

 

Durch welche Stellen gibt es in Österreich eine Einspeisevergütung?

Grundsätzlich gibt es in Österreich 2 Optionen, um mit dem von einer Photovoltaikanlage erzeugten Strom eine Einspeisevergütung zu erhalten:

  • die Tarifförderung Photovoltaik der OeMAG (Abwicklungsstelle für Ökostrom AG)
  • die Einspeisetarife der Energieversorger

Tarifförderung der OeMAG

Dieses Tarifmodell fördert die Erstinstallation einer neuen PV-Dachanlage von 5 bis 200 Kilowatt-Peak (kWp) mit 250 Euro pro kWp (max. 30 Prozent der Errichtungskosten) und das Einspeisen von Strom nach Menge. Konkret zahlt die OeMAG bei dieser Kombi-Förderung eine Vergütung von 7,06 Cent pro Kilowattstunde (kWh) direkt an dich. Der Förderzeitraum beträgt 13 Jahre. Dieser Abnahmepreis wird allerdings quartalsweise an den Marktpreis angepasst.

Allerdings gibt es einen großen Wermutstropfen: Das Förderbudget von 8 Mio. Euro ist für das Jahr 2021 bereits vollständig ausgeschöpft.

Einspeisetarife der Energieversorger

In der Regel bieten die einzelnen Stromanbieter sogar höhere Einspeisetarife. Ein weiterer Vorteil: Die Tarife werden meistens seltener an die Marktpreisentwicklung angepasst. Im Gegensatz zur quartalsweisen Anpassung der OeMAG kannst du hier bei einigen Anbietern auch langfristig kalkulieren. Die Konditionen der Energieanbieter schwanken von stündlicher Anpassung nach dem aktuellen Marktpreis bis zu einer Preisfixierung von mehreren Jahren.

Eine wichtige Voraussetzung: Damit du von der Vergütung profitieren kannst, musst du in den allermeisten Fällen deinen Strom vom jeweiligen Anbieter beziehen.

 

Welche technischen Voraussetzungen braucht eine PV-Anlage zur Einspeisung von Strom?

Damit deine Photovoltaikanlage nicht nur Strom zum Eigenverbrauch produzieren kann, sondern den Überschuss auch in das allgemeine Stromnetz einspeisen kann, sind einige technische Einrichtungen notwendig.

Netzeinspeisegerät (NEG)

Das NEG transformiert den produzierten Gleichstrom in netztauglichen Wechselstrom und überwacht den Anschluss an das Stromnetz. Sollten Parameter wie Spannungsabweichungen, Frequenzunterschiede oder Fehlerströme auftreten, trennt sich das Gerät vom Netz. Umgangssprachlich wird auch häufig das Wort Wechselrichter für diese wichtige Komponente einer PV-Anlage verwendet. Zusätzlich speichert das Gerät wichtige Betriebsdaten.

Einspeisezähler

Dieser Stromzähler misst, wie viel Strom du in das öffentliche Netz einspeist. Meistens wird dazu heute ein Smart Meter verwendet, der den Stromfluss in beide Richtungen ermitteln kann.

Übrigens: Damit du Strom einspeisen kannst, sind Genehmigungen und Netzzugangsvereinbarungen notwendig. Diese kannst du entweder selbst beantragen oder vom ausführenden Fachbetrieb einholen lassen.

 

Wie hoch ist die Einspeisevergütung genau?

Wenn du nicht den quartalsweise festgelegten Einspeisetarif der OeMAG nutzt, dann ist die Höhe der Einspeisevergütung abhängig davon, mit welchem Anbieter dein Stromvertrag besteht. Grundsätzlich hängt die Höhe des Betrags aber auch von externen Faktoren wie zum Beispiel der Leistung oder des Standorts der Photovoltaikanlage ab.

 

Sinkt die Einspeisevergütung mit der Größe der Photovoltaikanlage?

Häufig heißt es: Mit der Größe einer PV-Anlage verringert sich die Einspeisevergütung. Bei der Tarifförderung der OeMAG ist dies allerdings nicht der Fall, sie gilt für alle Anlagen zwischen 5 und 200 kWp. Anders kann dies bei Verträgen mit den einzelnen Energieanbietern aussehen. Hier gelten individuelle Konditionen je nach der Größe deiner Photovoltaikanlage. Speist du mehr Strom in das Netz ein als du daraus beziehst, wird in der Regel auf den aktuellen Marktpreis gemäß § 41 Abs. 1 Ökostromgesetz zurückgegriffen.

 

Lohnt sich die Stromeinspeisung insgesamt?

Zur Beantwortung dieser Frage ist vor allem eine individuelle Berechnung hilfreich. Da sich die Höhe der Einspeisevergütung monatlich, quartalsweise bzw. jährlich ändern kann, ist eine langfristige Bewertung schwierig. Allerdings ist die Einspeisevergütung nach wie vor ein attraktives Instrument zur Förderung von Solarstrom. Sie unterstützt den Betrieb einer Photovoltaikanlage, für deren Errichtung verschiedene Förderaktionen des Bundes und der Länder bestehen. In der Regel sind die Abnahmetarife bei den Stromanbietern sogar höher als jene der OeMAG-Tarifförderung.

 

Wie finde ich den besten Einspeisetarif?

Wenn du nicht bereits eine Förderung durch die OeMAG-Tarifförderung erhältst, dann lohnt sich auf jeden Fall ein Vergleich zwischen den verschiedenen Energieversorgern. Diesen kannst du natürlich auch durchführen, wenn du bereits über eine PV-Anlage selbst Strom erzeugst. Einen unabhängigen Vergleich kannst du im Tarifkalkulator der e-control durchführen. Nach der Eingabe deiner Daten zur Überschusseinspeisung erhältst du eine praktische Übersicht über die verschiedenen Tarife an deinem Wohnort. Einen guten Überblick findest du auch beim Bundesverband Photovoltaic Austria.

 

Ist ein Stromspeicher eine gute Ergänzung zu deiner Photovoltaikanlage?

Das Angebot an Stromspeichern wird immer größer und ergänzt mittlerweile auch im privaten Bereich viele neue Photovoltaikanlagen. Mit dieser speziellen Batterie kannst du den aus Photovoltaik produzierten Strom speichern und zu einem späteren Zeitpunkt, zum Beispiel am Abend oder zum Laden eines E-Autos, im Eigenverbrauch nutzen.

einspeiseverguetung-photovoltaik-e-book-guide-net4energy
Du möchtest mehr über die Photovoltaik erfahren? Lade dir jetzt unseren ultimativen Guide herunter!
Jetzt kaufen