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Wallbox und Elektroauto kombinieren

Ricardo Izzi
28.05.2020 14:45:00

Wallbox und Elektroauto: Eine Kombi, die sich lohnt

Spielst du mit dem Gedanken, dir ein Elektroauto oder ein Hybridfahrzeug zuzulegen? Dann ist es an der Zeit, sich zu überlegen, wo und wie du das Auto aufladen willst. Vielleicht bietet dir ja sogar dein Arbeitgeber die Möglichkeit an, den Wagen während der Arbeitszeit aufzuladen. Aber was ist mit den Wochenenden und dem Urlaub? Gibt es eine öffentliche Ladestation in der Nähe deines Hauses bzw. deiner Wohnung? Bequemer wäre es natürlich, wenn du dein Elektroauto direkt in deiner Garage oder auf deinem Stellplatz lädst. In diesem Artikel werden wir uns mit den Möglichkeiten dazu auseinandersetzen. Du wirst erfahren, was eine Wallbox ist und warum du sie brauchst.

 

Was ist eine Wallbox?

Die Wallbox wird auch Wandladestation oder Wall Connector genannt. Sie dient dazu, dein Auto sicher und schnell aufzuladen. Die Wallbox verbindet den Ladekabelstecker mit dem Stromnetz des Hauses. Dabei wird sie an einen separaten Stromanschluss des Gebäudes angeschlossen. Dies ist normalerweise ein 3-phasiger 400 Volt Drehstromanschluss. Prinzipiell ist auch ein 1-phasiger 230 Volt Anschluss möglich. Dann sinkt aber die Ladeleistung und der Ladevorgang dauert entsprechend länger.

Laden eines 40-Kilowattstunde-Akkus an einem 1-phasigen 230 Volt Anschluss

  • Stromstärke: 16 Ampere; Ladeleistung: 3,7 Kilowatt; Ladedauer: 11 Stunden
  • Stromstärke: 32 Ampere; Ladeleistung: 7,4 Kilowatt; Ladedauer: 9 Stunden

Laden eines 40-Kilowattstunde-Akkus an einem 3-phasigen 400 Volt Anschluss

  • Stromstärke: 16 Ampere; Ladeleistung: 11Kilowatt; Ladedauer: 3,5 Stunden
  • Stromstärke: 32 Ampere; Ladeleistung: 22 Kilowatt; Ladedauer: 2 Stunden

Heute sind für die Verbindung von der Wallbox zum Elektroauto Stecker des Typs 2 gebräuchlich. Ältere Modelle haben noch Ladekabel mit Steckern des Typs 1. Es gibt aber Adapter, die das Kabel Typ 1 mit Buchsen des Typ 2 verbinden. wallbox-elektroauto-guide-ebook-net4energy

Die Ladestation sollte einen Gleichstromfehlerschutzschalter (FI B) und einen Wechselstromfehlerschutzschalter (FI A) enthalten. Fehlt einer dieser Schutzschalter, muss er bei der Installation der Wallbox extern nachgerüstet werden. Dies verursacht zusätzliche Kosten.

Gerade in einem Mehrfamilienhaus bietet sich eine Ladestation mit Zugangskontrolle an. Das kann ein RFID-Kartenleser oder ein Schlüsselschalter sein.

Jede Wallbox musst du beim Energieversorger anmelden. Bei den meisten Modellen ist das reine Formsache, damit sich der Versorger auf den größeren Bedarf einstellen kann. Für Ladestationen mit einer Ladeleistung von mehr als 11 Kilowatt brauchst du allerdings eine Genehmigung des Energieversorgers.

Du kannst eine Wandladestation sowohl innen als auch außen anbringen lassen. Da sie nur ein geringes Gewicht von weniger als 4 Kilogramm hat, sollte dies bei den meisten Wänden kein Problem sein. Notfalls gibt es aber auch die Möglichkeit, die Wallbox frei zu platzieren.

 

Geregelte oder ungeregelte Wallbox für das Elektroauto?

Eine Wandladestation kann entweder einfach nur die Ladeleistung bereitstellen oder darüber hinaus noch weitere Funktionen bieten. Im ersten Fall spricht man von einer ungeregelten Wallbox. Sie ist in den meisten Fällen vollkommen ausreichend.

Die intelligente (geregelte) Wallbox dagegen kann den Zeitpunkt des Ladens selbst in die preislich günstigste Zeit legen und die Stromstärke verändern. Über den integrierten Stromzähler stellt sie dir Statistiken über den Ladevorgang zur Verfügung. Je nach Modell kannst du über Internet oder Bluetooth darauf zugreifen. Besitzt du eine Photovoltaikanlage und ein Hausenergiemanagement-System, wird überschüssiger Strom in das Auto geleitet.

 

Passt jede Wallbox zu jedem Elektroauto?

Nein, das im Auto integrierte Bordladegerät muss zur Wallbox passen. Dieses Bordladegerät kann 1-phasig, 2-phasig oder 3-phasig sein. Die Ladestation ist entweder 1-phasig (seltener) oder 3-phasig. An einer 3-phasigen Wandladestation kannst du alle Elektroautos laden, an einer 1-phasigen nur diejenigen, die ein 1-phasiges Bordladegerät haben. Es ist daher sinnvoll, in die etwas kostenintensivere 3-phasige Wallbox zu investieren.

 

Darum gehören Wallbox und Elektroauto zusammen

Jetzt denkst du vielleicht: „Warum soll ich mir überhaupt eine Wallbox anschaffen? Ich habe doch eine Steckdose in meiner Garage.“ Dein Elektroauto über eine normale Haushaltssteckdose zu laden, ist keine gute Idee, selbst wenn du es mit einem Ladekabel mit Schuko-Stecker gekauft hast:

  • Erstens dauert es sehr lange, bis der Akku geladen ist. Die Haushaltssteckdose stellt dir bei 230 Volt 10 Ampere zur Verfügung. Das sind 2,3 Kilowatt. Damit würde ein 40-Kilowattstunden-Akku zur vollständigen Ladung 17 Stunden benötigen.
  • Zweitens ist eine Haushaltssteckdose nicht darauf ausgelegt, über einen langen Zeitraum eine solch hohe Leistung abzugeben. Im besten Fall fliegt die Sicherung heraus. Im ungünstigsten Fall wird das Kabel heiß und verschmort oder es gibt einen Kabelbrand.

 

Eine Wallbox für Elektroautos in einem Mehrfamilienhaus?

Kannst du dir auch für deinen Tiefgaragenstellplatz im Mehrfamilienhaus eine Wallbox installieren lassen? Technisch ist das meist kein Problem – rechtlich eventuell schon. Wenn das Mehrfamilienhaus einem Vermieter gehört, brauchst du dessen Genehmigung. Die muss er dir nicht geben., selbst wenn du bereit bist, alle Kosten zu übernehmen. Wohnst du in einem Haus mit Eigentumswohnungen, brauchst du die Zustimmung aller Eigentümer. Dein Projekt kann also schon mit einer Stimme dagegen scheitern.

 

Was kostet eine Wallbox für Elektroautos?

Die Preise für die Ladestation beginnen bei 500 Euro. Komfortablere Modelle können bis zu 2.000 Euro kosten. Dabei müssen die teuren Geräte nicht unbedingt die besten sein. Der ADAC hat im August 2019 Wallboxen verschiedener Hersteller getestet. Der Sieger kostete etwas mehr als 500 Euro.

Hinzu kommen die Kosten für die Installation der Ladestation, die auf jeden Fall ein Fachmann ausführen muss.

 

Wird der Einbau einer Wallbox gefördert?

Ja, manche Stromanbieter, Kommunen und Gemeinden fördern die Anschaffung von Wallboxen. So fördert Düsseldorf beispielsweise die Wallbox bei Bezug von Ökostrom mit bis zu 500 Euro für die Installationskosten. Dasselbe gilt für Hannover, während es in Jena nur 300 Euro gibt. Es lohnt sich aber auf jeden Fall, in der Gemeinde und beim örtlichen Energieversorger nachzufragen. Die Bedingungen dürften sich auch von Zeit zu Zeit ändern.

Außerdem gibt es bei der KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) ein Förderprogramm dazu.

 

Die Vorteile der Kombination Wallbox und Elektroauto

  • Du kannst dein Auto jederzeit in Ruhe laden.
  • Eine Wallbox ist eine schnelle und sichere Lademöglichkeit für das Elektroauto.
  • Du kannst den Strom vom Anbieter deiner Wahl beziehen. Sinnvoll ist hier aus Umweltschutzgründen sogenannter grüner Strom.
  • Manche Energieversorger bieten einen speziellen Autostrom-Tarif an. Damit lädst du dein Auto günstiger als an einer öffentlichen Ladestation.

 

Nachteile der eigenen Wallstation für das Elektroauto

  • Du musst einmalig in die Anschaffung und Installation der Ladestation investieren.
  • Wenn du dir eine Wallbox mit mehr als 11 Kilowatt Ladeleistung anschaffen willst, brauchst du die Genehmigung des Energieversorgers.
  • Falls du in einem Mehrfamilienhaus wohnst, brauchst du die Zustimmung aller Eigentümer.

Eine eigene Wallbox für dein Elektroauto lohnt sich allemal

Für dich als Besitzer eines Elektroautos hat die Wallbox in der eigenen Garage, im Carport oder auf dem Stellplatz große Vorteile. Mit ihr wird das Laden des Akkus nicht nur problemloser und bequemer, sondern oft auch billiger. Dabei muss die Anschaffung einer Wallbox nicht besonders teuer sein. Es lohnt sich auf jeden Fall, wenn du dich nach Fördermöglichkeiten umsiehst.

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