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Die staatliche Förderung für die Gasheizung

Eleni Tsoukanta
21.06.2020 12:45:00

Staatliche Förderung für Gasheizung ab 2020 stark eingeschränkt

Bis Ende 2019 war es einfacher, Fördermittel in Form von Krediten oder Zuschüssen durch das BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle) bzw. die KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) zu erhalten. Die staatlichen Förderungen für den einfachen Einbau von Gasheizungen wurden mit der Verabschiedung des neuen Klimapakets der Bundesregierung weitgehend gestrichen. Grund für den Wegfall der generellen Förderung von Heizungsanlagen mit Gas- und Öl-Brennwertkesseln durch das BAFA oder die KfW ist die Absicht, den CO2-Ausstoß durch fossile Energieträger nachhaltig zu reduzieren. Lediglich bei der Kombination von einer Gasheizung und Erneuerbaren Energien gibt es seit Beginn 2020 noch Zuschüsse durch das BAFA. Wir zeigen dir, worauf du bei der staatlichen Förderung für deine zukünftige Gasheizung achten musst.

 

Warum solltest du eine alte Gasheizung modernisieren?

Viele ältere Heizungen sind ineffizient und verbrauchen zu viel Gas. Außerdem ist ihr CO2-Ausstoß unnötig hoch. Eine moderne Gas-Brennwertheizung arbeitet hingegen sehr viel effizienter. Dadurch hilfst du nicht nur dem Klima und der Umwelt, sondern kannst auch deine Heizkosten erheblich reduzieren. Der Einbau eines modernen Brennwertkessels rechnet sich in der Regel nach einigen Jahren von selbst, weil der Verbrauch deutlich unter dem der alten Heizung liegt. Trotzdem sind solche Investitionen natürlich zunächst vom eigenen Budget zu bezahlen, was nicht jedem Hausbesitzer leichtfällt.

Welche Kosten kommen für eine neue Gasheizung auf dich zu?

Die Frage nach den Kosten lässt sich pauschal nicht genau beantworten, da örtliche Gegebenheiten wie Bauweise, Wohnfläche, Leistung und Technik der Gasheizung sowie individueller Installationsaufwand die Rechnung stark beeinflussen. Außerdem ist bei Altbauten die Frage zu klären, ob der Schornstein und die Abgasleitung ebenfalls saniert werden müssen. Im Durchschnitt liegen die Kosten für eine Gaszentralheizung (inklusive Einbau) zwischen 6.000 und 9.000 Euro.

 

Welche Förderungen gibt es generell noch für Gasheizungen?

Bislang konntest du für den Einbau einer Gasheizung sowohl im Altbau als auch Neubau Förderungen bzw. Kredite von der KfW und dem BAFA in Anspruch nehmen. Seit 2020 gelten jedoch neue Regeln. Willst du deine Gasheizung als Einzelmaßnahme im Altbau erneuern, fallen die KfW-Angebote sogar komplett weg. foerderung-gasheizung-heizung-kaufen-guide-e-book-net4energy

Das BAFA vergibt dafür nur noch Förderungen, wenn du eine Hybridheizung einbauen lässt, die auf regenerativen Energien basiert. Die Zuschüsse des BAFA sind keine Kredite, du musst sie also nicht zurückzahlen.

Von der KfW gibt es hingegen nur noch Förderungen, wenn du eine Effizienzhaus-Sanierung anstrebst und in diesem Zusammenhang eine Gasheizung mit Brennwerttechnik einbaust, welche die strengen Vorgaben des BAFA erfüllt.

Eine einzelne Gasheizung ohne erneuerbare Hybridkomponenten fördern also weder die KfW noch das BAFA. In diesem Fall kannst du aber zumindest die Lohnkosten für die Montage der Gasheizung steuerlich geltend machen. Für Neubauten hast du bei der Gasheizung weitere Optionen für eine staatliche Förderung. Die Höhe der Zuschüsse hängt von den jeweiligen Heizsystemen und bestimmten Voraussetzungen ab, die erfüllt sein müssen.

Tipp: Je nach Wohnort kannst du eventuell Fördermittel deines Bundeslandes und/oder der Kommune für den Einbau einer Gasheizung erhalten. Außerdem zahlen viele Gasanbieter sowie Hersteller von Heizungen einen Bonus beim Kauf einer neuen Gas-Brennwertheizung.

Welche Förderungen vergibt die KfW aktuell für die Gasheizung?

Wie bereits erwähnt, sind die Möglichkeiten zur Förderung von Gasheizungen in Bestandsimmobilien durch die KfW seit 2020 sehr begrenzt. Tatsächlich gibt es nur noch das KfW-Programm 167, das in Verbindung mit einer energetischen Sanierungsmaßnahme samt Tilgungszuschuss genutzt werden kann. Hierfür musst du jedoch die recht hohen Anforderungen des BAFA erfüllen.

Tipp: Die Antragstellung für die Förderung erfolgt nicht direkt bei der KfW, sondern über die Hausbank bzw. ein anderes Kreditinstitut. Wichtig ist, dass du den Antrag auf jeden Fall vor Beginn einer Baumaßnahme stellst, da sonst keine Förderung gewährt wird.

Welche Förderungen vergibt das BAFA aktuell für neue Gasheizungen?

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle fördert Gasheizungen unter bestimmten Voraussetzungen immer noch. Prinzipiell muss es sich um Heizungsanlagen mit Gas-Brennwerttechnik handeln, die mindestens als „Renewable Ready“ gekennzeichnet sind, oder um Gas-Hybridheizungen mit einer Erneuerbaren-Energien-Komponente.

Zuschüsse für förderfähige Heizsysteme durch das BAFA:

  • 20 Prozent für Gas-Brennwertheizungen „Renewable Ready“
  • 30 Prozent für Gas-Hybridheizungen
  • 40 Prozent für den Ersatz einer Ölheizung durch eine Gas-Hybridheizung

Für die Förderung müssen außerdem bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein.

Eine „Renewable Ready“-Gasheizung mit Brennwerttechnik wird nur gefördert, wenn unter anderem:

  • eine Gas-Brennwertheizung mit Wärmespeicher verbaut wird,
  • eine hybridfähige Regelung eingebaut oder bereitgehalten wird,
  • ein energetisches Gesamtkonzept für Hybridheizungen vorliegt,
  • die regenerativen Komponenten bis spätestens 2 Jahre nach Inbetriebnahme nachgerüstet werden und
  • der Anteil der Erneuerbaren Energien an der Heizlast mindestens 25 Prozent beträgt.
Fördervoraussetzungen für die Gas-Hybridheizung sind unter anderem:
  • Die Gasbrennwertheizung muss mit Erneuerbaren Energien kombiniert werden.
  • Förderfähig sind Anlagen mit Solarthermie, Wärmepumpe oder Biomasse (Heizung mit Holzvergaser, Pellets oder Hackschnitzeln, auch: Pelletöfen mit Wassertaschen).
  • Der Anteil der Erneuerbaren Energien an der Heizlast muss mindestens 25 Prozent betragen.

Förderbestimmungen für den Austausch einer Ölheizung durch eine Gas-Hybridheizung sind unter anderem:

  • Es gibt keinen Extrazuschuss für „Renewable Ready“-Gasheizungen.
  • Der Zusatzbonus von 10 Prozent (40 statt 30 Prozent) wird gezahlt, wenn die Ölheizung mindestens 2 Jahre alt ist und durch ein neues Gas-Hybridsystem ersetzt wird.

Beachte: Bestehende Heizungen, die gegen eine neue Gasheizung ausgetauscht werden, müssen mindestens 2 Jahre alt sein und dürfen nicht der Austauschpflicht nach der Energieeinsparverordnung (EnEV) unterliegen. Das betrifft Öl- und Gasheizungen, die noch nicht mit Brennwerttechnik bzw. Niedertemperaturtechnik arbeiten und mehr als 30 Jahre alt sind. Verfügst du bereits über eine Komponente mit Erneuerbaren Energien, wird die Installation einer neuen Gasheizung ebenfalls unkompliziert mit 30 Prozent gefördert.

Fast alle Leistungen rund um die Heizungserneuerung sind förderfähig

Wenn du die Voraussetzungen für die Förderung erfüllst, kannst du Investitionen bis zu einer maximalen Förderhöhe von 50.000 Euro je Wohneinheit anrechnen lassen. Gefördert werden alle Leistungen, die bei der Erneuerung der Heizungsanlage anfallen. Dazu zählen unter anderem:

  • Abbau und Entsorgung der alten Heizung
  • Installation eines neuen Gasanschlusses
  • Kauf eines Flüssiggastanks
  • Kauf und Montage der neuen Heizungsanlage

 

Elektronisches Antragsverfahren beim BAFA für die Förderung

Während die Anträge für KfW-Fördermittel über ein Kreditinstitut gestellt werden müssen, kannst du sie beim BAFA selbst online einreichen. Entscheidend ist auch hier der richtige Zeitpunkt, denn alle Anträge auf Fördermittel musst du vor Beginn der geplanten Maßnahme stellen. Sobald das elektronische Antragsformular eingereicht wurde, kannst du mit der Umsetzung anfangen. Insgesamt hast du 12 Monate Zeit, um nach Antragstellung mit den Baumaßnahmen zu beginnen. Für die Antragstellung solltest du bereits Kostenvoranschläge für die förderfähigen Leistungen besitzen.

Übrigens: Der Antrag für die Förderung kann auch durch einen Bevollmächtigten erfolgen. Das kann ein beliebiger Fachunternehmer oder ein versierter Bekannter sein, der sich mit dem Verfahren bereits auskennt. Eine entsprechende Vollmacht ist dann ebenfalls elektronisch einzureichen. Überhaupt kann es sinnvoll sein, sich vom ausführenden Heizungsbauer unterstützen zu lassen, denn der Experte kennt sich mit der Materie bestens aus und kann die individuellen Besonderheiten deines Bauvorhabens berücksichtigen sowie Vorschläge zur sinnvollen Optimierung machen.

Beachte: Die Kosten, die du im Antrag angibst, bilden die Grundlage für die Entscheidung über die Höhe der Zuwendungen durch das BAFA. Diese können nachträglich nicht mehr nach oben korrigiert werden.

 

Die staatliche Förderung einer Gasheizung ist immer noch möglich

Bislang war es relativ einfach, bei einer Sanierung die neue Gasheizung über Fördermittel von KfW und BAFA zu finanzieren. Durch die Novellierung des Klimapakets fallen die bisherigen Förderungen der KfW allerdings fast vollständig weg. Wenn alle Voraussetzungen erfüllt sind, kannst du deine Gasheizung jedoch in Verbindung mit Erneuerbaren Energien als Hybridheizung durch das BAFA fördern lassen. Hinzu kommen steuerliche Abschreibungsmöglichkeiten, gegebenenfalls Zuschüsse von lokalen Gasanbietern, Herstellern von Heizungsanlagen sowie Förderprogramme von Ländern und Kommunen.

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