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Solarthermie Förderung

Lisa Becker
13.03.2020 09:00:00

Solarthermie Förderung: Welche Zuschüsse gibt es?

Solarthermieanlagen gewinnen heute immer mehr an Bedeutung. Die Sonnenstrahlen mithilfe von Sonnenkollektoren einzufangen und in Wärme umzuwandeln, die sich dann für Heizung und Warmwasser nutzen lässt, spart langfristig viel Geld ein. Die Anschaffung ist zwar teuer, jedoch lohnt sie sich trotzdem, da es heute viele Fördermöglichkeiten gibt. Wir verraten dir, welche Solarthermie-Förderung es sonst noch gibt und was du beachten musst.

 

Solarthermie-Förderung: Was wird eigentlich gefördert?

Wer die Sonnenenergie sinnvoll nutzen und langfristig Geld sparen möchte, kann für seine Solaranlage eine Förderung erhalten. In Deutschland gibt es nämlich verschiedene Stellen, die Zuschüsse für Solarthermieanlagen gewähren. Die beiden wichtigsten sind das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) und die KfW-Bankengruppe. Diese beiden Ansprechpartner gewähren für Verbraucher in ganz Deutschland Fördergelder, sodass sich die Anschaffungskosten deutlich reduzieren lassen.

Um einen Zuschuss für die Solarthermie zu erhalten, gibt es grundsätzlich zwei Möglichkeiten:

  • einen Zuschuss, der nicht zurückgefordert wird
  • einen Kredit mit niedrigem Zinssatz

Die gute Nachricht ist: Allein der Zuschuss des BAFA soll bereits ein Drittel der Kosten, die insgesamt gefördert werden können, decken. Was viele Kunden nicht wissen: Häufig lassen sich verschiedene Solarthermie-Förderungen miteinander kombinieren, sodass sich die Anschaffungskosten einer Solarthermieanlage noch schneller rechnen können.

Diese Solarthermieanlagen werden grundsätzlich gefördert:

  • Anlagen für Warmwasser und Heizung
  • Anlagen für die Trinkwassererwärmung
  • Anlagen für Prozesswärme
  • Anlagen für die solare Kälteerzeugung
  • Anlagen für die Raumwärme
  • Anlagen für die Wärmenetzzuführung

Die Fördergelder, die das BAFA und die KfW-Bankengruppe herausgeben, sollen Kunden bei der

  • Planung,
  • Installation,
  • Erweiterung und
  • Optimierung

einer Solarthermieanlage unterstützen.

 

Welche Solarthermie-Förderungen sind durch das BAFA möglich?

Die durch das BAFA geförderten Programme sind vor allem für Hauseigentümer reizvoll, die ihre Kosten für Warmwasser und Heizung langfristig mindern und die Erwärmung ihrer eigenen vier Wände möglichst unabhängig gestalten wollen. Viele Verbraucher stellen sich jedoch die Frage, welche Zuschüsse das BAFA überhaupt gewährt.

Grundsätzlich gilt: Solaranlagen sollten nicht nur mit dem europäischen Zertifikat „Solar Keymark“ versehen sein – sie sollten auch

  • zur Warmwasseraufbereitung und/oder für die Heizung,
  • zur Erzeugung von Kälte oder
  • für die Einspeisung von Kälte und/oder Wärme in ein Wärme- oder Kältenetz

verwendet werden können.

Was für Verbraucher ganz besonders interessant sein dürfte: Das BAFA kann einen Zuschuss von etwa 30 Prozent der förderfähigen Kosten für Solarkollektoren gewähren. Dieser Zuschuss wird sowohl für eine neue Solarthermieanlage (mit Gasheizung) als auch als Nachrüstung angeboten.

Sobald du deine Solarthermieanlage gleich zu Beginn des Einbaus mit anderen erneuerbaren Energien, wie zum Beispiel einer Wärmepumpe oder Pelletheizung, kombinierst, kannst du sogar mit einem Zuschuss von 35 Prozent rechnen.

20 Prozent kann das BAFA gewähren, wenn du zum Beispiel zuerst die Gasheizung einbaust, aber mit der Installation der Solarthermie noch etwas warten möchtest.

10 Prozent können nach Antragstellung ausgeschüttet werden, wenn du deine veraltete Ölheizung (in Kombination mit einer Solarthermie) austauschen möchtest.

 

Welche Förderungen sind durch die KfW-Bankengruppe möglich?

Neben dem BAFA ist die KfW-Bank einer der größten Förderer, den du fragen kannst, wenn du die Installation einer Solarthermieanlage in Betracht ziehst. Die Bank bietet Verbrauchern relativ preiswerte Kredite an – vorausgesetzt, der Förderantrag wird vor Beginn des Einbaus gestellt. Ferienwohnungen und Ferienhäuser sind von den Fördergeldern allerdings ausgeschlossen.

Neben den Förderungen, die das BAFA für den Einbau einer Solarthermieanlage gewährt, gibt die KfW-Bank sogenannte Ergänzungskredite von bis zu 50.000 Euro pro Haushalt heraus, die sich mit den Förderprogrammen des BAFA kombinieren lassen.

Der effektive Jahreszins der Bank liegt bei 0,78 Prozent, wobei du den Kredit für 10 Jahre beantragen kannst und ihn die ersten beiden Jahre nicht abzahlen musst. Gefördert werden Solarthermieanlagen, deren Förderbedingungen bereits von dem BAFA genehmigt wurden.

 

Welche Voraussetzungen solltest du für die Solarthermie-Förderung erfüllen?

Förderungen werden zuallererst von dem BAFA genehmigt, das Bundesamt ist also in jedem Fall die erste Anlaufstelle. Beim Einbau einer Solarthermieanlage sollten allerdings ein paar Voraussetzungen erfüllt sein, damit es mit den Zuschüssen funktioniert, die du gegebenenfalls mit einem Kredit der KfW-Bank kombinieren kannst.

Förderungen werden grundsätzlich nur für bestehende Gebäude genehmigt. Für Neubauten gibt es eine sogenannte Innovationsförderung, die Verbraucher jedoch nur dann erhalten, wenn die Fläche der Sonnenkollektoren besonders groß ist. Übrigens können nicht nur Privatpersonen, sondern auch Vereine, Zweckverbände oder Kommunen Förderungen für die Solarthermie beantragen, allerdings müssen die Anträge vor Installationsbeginn bei dem BAFA eingegangen sein.

Einer der wichtigsten Punkte bei der Antragstellung ist, dass Solarthermieanlagen das bereits erwähnte Zertifikat „Solar Keymark“ tragen sollten, um bei der Förderung berücksichtigt zu werden. Der dazugehörige Prüfbericht sollte überdies bescheinigen, dass die Sonnenkollektoren einen jährlichen Ertrag von mindestens 525 kWh erwirtschaften können.

Darauf solltest du achten:

  • Solarkollektoren werden von dem BAFA gefördert
  • Die Bruttokollektorfläche von Flachkollektoren für die Warmwasseraufbereitung sollte mindestens 3 m2 (kombiniert 9 m2) betragen, bei einem Pufferspeicher von mindestens 200 Litern (kombiniert 40 Liter pro m2 an Kollektoren)
  • Die Bruttokollektorfläche von Vakuumröhrenkollektoren für Trinkwasser beträgt mindestens 3 m2 (kombiniert 7 m2); der Pufferspeicher fasst mindestens 200 Liter (kombiniert 50 Liter pro Kollektorfläche)

Die Solarthermie-Förderung wird in eine Basis- und Bonusförderung unterteilt.

Die Basisförderung für eine solarthermische Trinkwasseraufbereitung beträgt: 500 Euro (für Anlagen zwischen 3 und 40 m2). Für eine Bruttokollektorfläche von 11 bis 40 m2 können 50 Euro pro Kollektorfläche gewährt werden.

Die Basisförderung für eine solarthermische Kombianlage beträgt: 2.000 Euro. Pro m2 an Kollektoren werden in einer Größenordnung von 15 bis 40 m2 140 Euro gezahlt.

Des Weiteren kann das BAFA noch weitere Zuschüsse gewähren, die dann in Form einer einmaligen Bonuszahlung ausgeschüttet werden. Zu diesen Zahlungen gehören:

Kesseltauschbonus: neuer Kessel in Kombination mit Solarthermie: 500 Euro

Kombinationsbonus: Kombination von Solarthermie und einer zweiten umweltfreundlichen Anlage: 500 Euro

Effizienzbonus: für isolierte Gebäude: 50 Prozent

Solarpumpenbonus: 50 Euro

 

Wer kann den Antrag auf Förderung stellen?

Den Antrag auf Förderung einer Solaranlage kann entweder der Hausbesitzer oder ein Energieberater stellen. In Zusammenarbeit mit der Verbraucherzentrale für Energieberatung führt das BAFA eine umfassende Beratung durch. Der Hauseigentümer leistet dabei nur einen Eigenanteil von 40 Euro.

Energieberater stellen dann einen Antrag, wenn Hausbesitzer einen Kredit bei der KfW-Bank beantragen möchten. Dabei prüft der Energieberater vor Ort, ob sich die Solarthermie mit anderen Energiequellen kombinieren lässt oder ob es bessere Alternativen zur Kostensenkung gibt.

 

Wann wird der Antrag zur Förderung gestellt?

Der Antrag zur Förderung einer Solarthermieanlage sollte grundsätzlich vor der Installation bei dem BAFA eingegangen sein. Zu spät eingereichte Anträge werden vom BAFA abgelehnt.

Sobald einige Angaben fehlen, zieht sich die Antragstellung nur unnötig in die Länge. Deshalb sollten Verbraucher unbedingt auf Vollständigkeit achten. Im Allgemeinen dauert es ungefähr 3 bis 6 Wochen, ehe das BAFA den Antrag geprüft und genehmigt hat.

 

Fazit

Solarthermieanlagen sind definitiv eine gute Investition in die Zukunft. Sie erscheinen auf den ersten Blick zwar etwas teuer, jedoch gibt es heute viele Fördermöglichkeiten, die entweder durch das BAFA oder die KfW-Bankengruppe finanziert werden können. Um an die Fördergelder zu kommen, sollte die Solarthermie einige Voraussetzungen erfüllen. Der Antrag zur Förderung ist dabei unbedingt vor der Installation einzureichen. Besonders gut bezuschusst werden Anlagen, die mit anderen umweltfreundlichen Energieträgern, wie zum Beispiel einer Pelletheizung oder Wärmepumpe, kombiniert werden.

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