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Autarkie durch Photovoltaik: Ist die komplette Selbstversorgung möglich?

Lisa Becker
11.10.2019 08:15:00

Kann man sich mit einer Photovoltaikanlage autark machen?

Besitzer von Photovoltaikanlagen verfolgen neben Nachhaltigkeit und Kostenersparnissen ein konkretes Ziel: die Unabhängigkeit vom öffentlichen Stromnetz – die Autarkie durch Photovoltaik. Doch wie unabhängig ist man tatsächlich durch eine Photovoltaikanlage? Welche Faktoren spielen hier eine Rolle? Und ist eine völlige Autarkie durch Photovoltaik überhaupt möglich? Das erfahren Sie im folgenden Blogbeitrag.

 

Inwiefern wird man durch eine Photovoltaikanlage autark?

Wer Strom durch die Kraft der Sonne und mithilfe einer Photovoltaikanlage erzeugt, versorgt sich selbstständig mit Energie. Ob nun Waschmaschine, Trockner, Fernseher oder Ladevorgang des Elektroautos – durch Photovoltaik lassen sich sämtliche Geräte im Haushalt mit Strom bedienen. Und das nicht zu wenig: Die meisten Photovoltaikanlagen erreichen heutzutage einen Eigenverbrauchsanteil von 60 bis 80 Prozent. Natürlich ist man als Anlagenbesitzer abhängig von der Sonne und den Sonnenstunden, jedoch lässt sich hier in Form eines Speichers Abhilfe schaffen – zum Beispiel, um in der Nacht zu überbrücken. In den meisten Fällen muss man jedoch (zum Beispiel im Winter) auf dem klassischen Weg Strom vom Netzanbieter hinzukaufen.

 

Welche Faktoren sind entscheidend, um sich mit Photovoltaik autark zu machen?

Die Unabhängigkeit vom öffentlichen Stromnetz steigt mit der Fläche an Solarmodulen, mit denen man Strom erzeugt. Rund 10 Quadratmeter Dachfläche sind notwendig, um ein Kilowatt Peak Photovoltaik zu installieren. Das entspricht vier bis fünf Modulen. Die Rechnung ist generell simpel: Je mehr man mit seiner Photovoltaikanlage an Energie abdecken kann, umso autarker ist man. Dafür sollte man aber auch sicherstellen, dass der Ertrag durch die Photovoltaikanlage möglichst hoch ist. Hier spielen im gesamten die optimale Ausrichtung der PV-Anlage (30 Grad Neigung und gen Süden), die Art der Solarmodule, die Einstrahlung, der Stromspeicher sowie die eventuelle Reinigung der Anlage eine Rolle, um Verschattungen zu vermeiden.


Autarkie durch Photovoltaik: Welche Rolle spielt der Speicher?

Wer regnerische Tage ohne Sonnenstunden oder Nächte mit dem selbst erzeugten Solarstrom überbrücken möchte, sollte sich einen Speicher in den Keller stellen. Dadurch steigert man die Autarkie durch Photovoltaik. Wer eine Photovoltaikanlage mit einem Speicher kombiniert, kann mehr als die Hälfte des selbst erzeugten Stroms verbrauchen. Diese liegen übrigens voll im Trend: Im Jahr 2017 zum Beispiel sind mehr als 30.000 Batteriespeicher in Betrieb genommen worden. Die Preise für Speicher haben sich seit 2013 halbiert und zusätzlich gibt es zahlreiche Fördermöglichkeiten, zum Beispiel durch KfW-Kredite. Zudem sind die Kosten zur Stromerzeugung und Speicherung von Solarstrom zusammen immer noch günstiger als die Preise beim klassischen Stromanbieter. Autarkie durch Photovoltaik lohnt sich also! Die allgemeine Regel besagt: Pro 1.000 Kilowattstunden Stromverbrauch benötigen Sie Solarmodule mit 1 Kilowatt Leistung. Pro Kilowatt Photovoltaik-Leistung sollten 0,5 bis 1 Kilowattstunde Speicherkapazität vorhanden sein.

 

Wie sieht es mit der Autarkie durch Photovoltaik im Winter aus?

Eine Photovoltaikanlage funktioniert durchaus auch im Winter: Der Wirkungsgrad einer Photovoltaikanlage wird sogar umso höher, je kälter es ist. Generell sagt man, steigt der Ertrag um etwa 4 Prozent pro 10 Grad Temperaturabnahme. Wichtig ist hierbei, je nach Region, die Ausrichtung der Module auch für die Wintermonate einzuplanen. Die in Deutschland übliche Ausrichtung mit einem Winkel zwischen 30 und 35 Grad ist angesichts des Sonnenstandes in unseren Breiten eine gute Lösung sowohl für den Sommer als auch für den Winter. Eine besonders wichtige Rolle spielt in der kalten Jahreszeit ebenfalls die Größe des Speichers.

 

Wie kann man die Autarkie durch Photovoltaik noch weiter erhöhen?

Generell ist es immer sinnvoll, energieeffiziente Elektrogeräte zu nutzen, um Strom zu sparen und die Unabhängigkeit vom öffentlichen Netz so noch auszuweiten bzw. in die Länge zu ziehen – und dies natürlich neben der allgemeinen, nachhaltigen Regel, Geräte nur mit Strom zu versorgen, die man aktuell tatsächlich benötigt. Wer ein Elektroauto besitzt, lädt dieses zwar auch mit dem Photovoltaikstrom, kann dessen Autobatterie aber als Zwischenspeicher nutzen und per bidirektionalem Ladesystem den Strom auch wieder ins Haus zurückspeisen.

 

Ist eine komplette Autarkie durch Photovoltaik realistisch?

Eigenheime, die komplett autark durch Photovoltaik mit Strom versorgt werden, sind eher die Ausnahme. Das liegt unter anderem daran, dass man für eine völlige Autarkie eine entsprechend große Fläche an Solarmodulen besitzen muss – was in den meisten Fällen (vor allem in Städten) schlichtweg nicht möglich ist. Auch die Größe des Stromspeichers ist essenziell. Da dies aber immer eine Platzfrage ist, kommen Hausbesitzer auch hier bezüglich Autarkie durch Photovoltaik an ihre Grenzen. Völlige Autarkie durch Photovoltaik gibt es aber in kleiner Form durch sogenannte Inselanlagen. Diese versorgen dort mit Strom, wo der Anschluss an das öffentliche Stromnetz nicht möglich oder zu aufwendig wäre, beispielsweise an Ferienwohnungen, Wohnwagen oder auch auf Booten.

Informieren Sie sich am besten vorab beim Fachmann, zum Beispiel bei Ihrem Stadtwerk, über die richtige Dimensionierung von PV-Anlage und Speicher, um den maximalen Grad an Autarkie durch Photovoltaik zu erhalten.

 

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