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Wie steht es um die Nachhaltigkeit von Photovoltaik?

Lisa Becker
02.08.2019 07:57:00

Nachhaltigkeit von Photovoltaik

Nachhaltigkeit, Umweltbewusstsein und Klimaschutz stehen heutzutage ganz oben auf der Agenda. Die Anschaffung einer Photovoltaikanlage (PV-Anlage) erfolgt zumeist nicht nur, weil man mit dem erzeugten Strom langfristig Geld sparen möchte, sondern hat auch ökologische Beweggründe. Durch den Energielieferant Sonne, der im Grunde unerschöpflich ist, ermöglicht Photovoltaik eine der umweltschonendsten Arten, Strom zu erzeugen – und trägt somit nachhaltig zur Energiewende bei. Doch worin manifestiert sich genau die Nachhaltigkeit der Photovoltaik? Wir haben einige Fakten für dich zusammengetragen.

 

Photovoltaik mindert den Ausstoß von Luftschadstoffen

Die Stromerzeugung durch Photovoltaikanlagen benötigt keine fossilen Brennstoffe und reduziert im Gegensatz zur Stromerzeugung mit Kohle oder Gas den CO2-Ausstoß. Laut Statista wurden allein im Jahr 2018 in Deutschland rund 28 Millionen Tonnen CO2 durch den Einsatz von Photovoltaik eingespart. Die Nutzung einer Photovoltaikanlage mindert generell den Ausstoß von Luftschadstoffen, sodass Schädigungen der Umwelt wie der Treibhauseffekt, die Versauerung und der Angriff der Ozonschicht verringert werden.

 

Photovoltaikanlagen zahlen Energie „zurück“

Die Herstellung einer Photovoltaikanlage kostet natürlich erst einmal Energie. Nach ihrer Installation muss sie einige Zeit Strom produzieren, bis sie so viel Energie erzeugt hat, um die Kosten ihrer Produktion auszugleichen – die Energie also in dem Sinne zurückzuzahlen. Diesen Zeitraum nennt man energetische Amortisation.

Generell ist die Dauer der energetischen Amortisation nicht einfach zu konkretisieren. Zum Beispiel muss man sich fragen, welche Faktoren beim Energieaufwand für die Herstellung berücksichtigt werden sollten. In jedem Fall zählen dazu der Energieverbrauch des herstellenden Betriebes und der Transport der Photovoltaikanlage. Durch die Verlagerung der Solarzellen-Herstellung nach China verschlechterte sich zunächst die Klimabilanz durch den starken Anstieg der CO2-Emissionen. Mit der fortwährenden Verbesserung der Abläufe konnte in den letzten Jahren aber der Ausstoß von Kohlendioxid bei der Produktion reduziert werden. Weitere Fragen, die man sich bei der Berechnung der energetischen Amortisation stellen sollte, sind unter anderem:

  • In welchem Maße ist der Rohstoffabbau für die Photovoltaik zu berücksichtigen?
  • Wie abbaubar sind die einzelnen Bestandteile der Photovoltaikmodule?

Photovoltaik & Nachhaltigkeit: Typ des Moduls spielt eine entscheidende Rolle

Wie lang der Zeitraum für die energetische Amortisation ist, hängt unter anderem von der Technologie der Solarzellen ab. Handelt es sich um kristalline Solarzellen, für deren Herstellung Silizium zum Einsatz kommt, beträgt die Amortisationszeit knapp 3 Jahre. Polykristalline Module amortisieren sich schneller als monokristalline, obwohl der Stromertrag generell geringer ausfällt. Dies liegt am hohen Energiebedarf bei der Herstellung großer Kristalle, die bei monokristallinen Modulen zum Einsatz kommen. Bei Dünnschichtmodulen ist die Energiebilanz bereits nach 1,5 Jahren ausgeglichen, da der CO2-Ausstoß bei der Produktion nicht so hoch ist.

Generell kannst du bei einer Photovoltaikanlage von einer Amortisationszeit von 3 bis 6 Jahren ausgehen. Unabhängig davon, wie weit die errechneten Werte der Amortisationszeit auseinander liegen: Eine Photovoltaikanlage erzeugt während ihrer Lebensdauer grundsätzlich ein Vielfaches der zur Herstellung und Installation benötigten Energie. Das gilt übrigens auch für Batteriespeicher: Über die Lebensdauer von mehr als 6.000 Ladezyklen speichert eine Batterie mehr als zehnmal so viel Energie, wie bei ihrer Produktion aufgebracht wurde.

 

Photovoltaikanlagen lassen sich recyclen

Noch ein Pluspunkt, wenn es um die Nachhaltigkeit bei Photovoltaik geht: Zu 95 Prozent lassen sich diese Solaranlagen recyceln – das gewonnene Material kann für die Produktion neuer Anlagen wiederverwendet werden. So kann man auch defekte Photovoltaikmodule nach dem Recycling wieder in neuen und funktionsfähigen Anlagen verbauen.

Seit 2012 gibt es übrigens ein Gesetz zum Recycling von Solaranlagen: Die WEEE-Richtlinie (Waste of Electrical and Electronic Equipment) schreibt seitdem vor, dass alle Produzenten zur Rücknahme und Entsorgung ausgedienter Photovoltaikmodule verpflichtet sind. Der Begriff „Produzent“ ist dabei sehr weit gefasst ist und schließt nicht nur die Hersteller ein.

PV Cycle kümmert sich um das Recycling von Photovoltaikmodulen

Der Verband PV Cycle ist ein Zusammenschluss europäischer Unternehmen, der das Recycling alter Photovoltaikmodule in der gesamten EU übernimmt – und stellt damit also ein flächendeckendes Recycling-System dar. Die Dienstleistungen von PV Cycle Deutschland umfassen unter anderem Rücknahmeleistungen in Form von öffentlich-rechtlichen Wertstoffhöfen, PV-Cycle-Sammelstellen sowie einen Abholdienst, wenn es sich um große Mengen Modulabfall handelt. Kleine Mengen an Solarmodulen kannst du auch ganz einfach an den Sammelstellen des PV Cycle abgeben. Außerdem beteiligt sich der Verband finanziell an der Rücknahme und Entsorgung von Solarmodulen bei öffentlich-rechtlichen Wertstoffhöfen. Auf der Website von PV Cycle finden Interessenten eine Übersicht der verschiedenen Abgabestellen und weitere Informationen zwecks Terminvereinbarung etc. Wahlweise bietet PV Cycle auch die Demontage der Module an. Hierfür lässt du dir am besten ein individuelles Angebot erstellen.

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