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Passivhaus: Mit diesen Kosten musst du rechnen

Lisa Becker
26.09.2020 17:00:00

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Rund um die Kosten eines Passivhauses leist du hier:

Passivhaus: Erst investieren, dann wohlfühlen und sparen

Die hohen Kosten für Heizwärme und Warmwasser sind für die meisten von uns das Ärgernis Nummer 1. Wer aber nicht frieren möchte, hat oft keine andere Wahl, als die hohen Preise zu akzeptieren. Wirklich nicht? Mit einem Passivhaus brauchst du im besten Fall keine oder zumindest nur eine kleine Heizung. Und das kostet wesentlich weniger, als du vielleicht denkst. Beliebt sind Passivhäuser vor allem, weil die Betriebskosten sehr gering sind und sie die Umwelt sowie das Klima schonen. Welche Kosten beim Bau eines Passivhauses auf dich zukommen, kannst du hier nachlesen.

 

Wann ist ein Passivhaus?

Passivhäuser sind energieeffizient, umweltfreundlich und wirtschaftlich. Um die Wärme im Haus zu halten, muss das Gebäude innen wie außen komplett und optimal gedämmt sein. Das betrifft nicht nur sämtliche Räume, sondern auch die Fenster (Dreifachverglasung) und Türen sowie Kellerwände, Dachböden und Fundamente. Zwei weitere wichtige Elemente sind die passive Wärmenutzung durch große Fensterflächen mit Südausrichtung und interne Wärmegewinne durch die Abwärme von Bewohnern und Elektrogeräten. Die kontrollierte Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung gehört ebenfalls zum Konzept eines Passivhauses. Durch das Zusammenspiel dieser Maßnahmen benötigt ein Passivhaus 90 Prozent weniger Heizwärme als ein Bestandsgebäude und 75 Prozent weniger als ein konventioneller Neubau.

 

Energetische Anforderungen gemäß Passivhaus Institut Darmstadt:

  • Heizwärmebedarf: ≤ 15 kWh/m² (Kilowattstunde pro Quadratmeter) pro Jahr
  • Heizlast: ≤ 10 W/m²
  • U-Wert (Wärmedurchgangskoeffizient) Außenbauteile: ≤ 0,15 W/m²
  • U-Wert Fenster/Verglasungen: ≤ 0,8 W/m²
  • Luftdichtheit: ≤ 0,6/h bei 50pa (Pascal)
  • Primärenergiebedarf: ≤ 60 kWh/m²

Was kostet der Bau eines Passivhauses?

Die meisten Häuser sind individuell gestaltet, entsprechend variieren die Kosten. Das ist beim Passivhaus nicht anders. Ungefähr kannst du aber von Mehrkosten im Vergleich zu einem Neubau nach aktueller Energieeinsparverordnung (EnEV) von etwa 15 Prozent ausgehen. Man findet aber auch Angaben, die bis zu 25 Prozent Mehrkosten ansetzen. Du siehst, die Spannweite ist recht groß. Wir empfehlen dir daher, Planung und Bau deines Passivhauses in die Hände eines Fachmanns zu geben, damit deine Baukosten richtig kalkuliert werden. passivhaus-kosten-niedrigenergiehaus-guide-ebook-net4energy

Beachte: Die hier gemachten Angaben zu den Kosten eines Passivhauses sind immer als Richtwerte zu verstehen, denn die Baukosten sind regional teilweise sehr unterschiedlich. Wenn du beispielsweise in der Nähe einer Großstadt mit Anschluss an das öffentliche Verkehrsnetz baust, musst du tiefer in die Taschen greifen als Bauherren in ländlichen Gebieten. Im Schnitt kannst du für dein Haus im Passivhausstandard folgenden Kosten pro Quadratmeter ansetzen:

  • Reihenhaus: rund 1.300 Euro
  • Doppelhaushälfte: circa 1.390 Euro
  • Einfamilienhaus: rund 1.375 Euro

Mehrkosten

Für die Mehrkosten im Vergleich zu Standardbauweisen sind vor allem die kostenintensive Wärmedämmung sowie die 3-fach verglasten Fenster verantwortlich. Genaue Kostenangaben für Passivhausfenster sind aufgrund von unterschiedlichen Materialien für den Rahmen und einem fehlenden Standardmaß für die Fenstergröße schwer zu machen. Für die komplette Ausstattung eines konventionellen Einfamilienhauses mit Passivhausfenstern kannst du jedoch als Richtwert Kosten zwischen 5.000 und 7.000 Euro ansetzen.

Kosten für Altbau

Wenn du in einem Altbau wohnst und diesen auf Vordermann bringen möchtest und dich für den Passivhausstandard entschieden hast, ist es noch um einiges schwieriger, Kostenangaben zu machen. Zu verschieden sind die baulichen und energetischen Gegebenheiten vor Ort und der erforderliche Aufwand. Natürlich spielt die Größe des Hauses ebenfalls eine wichtige Rolle. Die Mehrkosten im Vergleich zur normalen Sanierung betragen etwa 10 bis 18 Prozent. Die Sanierung eines ungedämmten Einfamilienhauses Baujahr 1960, das eine Wohnfläche von 175 Quadratmeter Wohnfläche hat, kostet nach EnEV-Standard etwa 42.750 Euro. Die Gesamtsanierung zum Passivhaus bringt Kosten von rund 62.000 Euro mit sich, also etwa 44 Prozent mehr. Selbst Sanierungskosten von 1.700 Euro pro Quadratmeter sind in Einzelfällen möglich. Wobei dann beispielsweise eine Photovoltaikanlage, eine Erdreichwärmepumpe und eine Solarthermieanlage Teil des Sanierungskonzeptes sind. Um grob abzuschätzen, welche Sanierungskosten in etwa auf dich zukommen, ist beispielsweise dieser Sanierungsrechner hilfreich.

Planungssoftware

Versteckte Kosten können bei der Benutzung einer Planungssoftware lauern. Architekten und Planer von Passivhäusern arbeiten in der Regel mit dem „Passivhaus-Projektierungspaket“ (PHPP). Das Planungstool kann nur vom Passivhaus Institut Darmstadt bezogen werden. Es handelt sich hierbei um ein übersichtliches Energieeffizienz-Planungswerkzeug.

 

Baumängelkosten im Voraus vermeiden

Ob das Haus auch wirklich dicht ist, kannst du durch den sogenannten BlowerDoor-Test überprüfen lassen. Wir empfehlen eine erste Messung bereits dann durchzuführen, bevor mit den Innenausbauten begonnen wird, weil dann die luftdichte Hülle noch gut sichtbar ist. Eventuelle Leckagen können so mit geringem Aufwand und somit niedrigeren Kosten behoben werden. Für ein Einfamilienhaus mit 150 Quadratmeter Wohnfläche kostet die Lokalisierung von Undichtigkeiten etwa 300 Euro. Wenn du ein ausführliches Messprotokoll mit Fotodokumentation haben möchtest, musst du zur Durchführung einen Energieberater beauftragen. Dann kostet der BlowerDoor-Test bis zu 500 Euro.

 

Kostenfaktoren im Überblick

  • Hausgröße, Bauweise (Massiv- oder Leichtbauweise), Anzahl der Geschosse, Anzahl der Fenster, Dachform
  • Gebäudetechnik: kontrollierte Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung, Zusatzheizung, Warmwasserbereitung, eventuell erneuerbare Energien wie Photovoltaik- und Solarthermieanlage, Wärmepumpe 
  • angestrebter Wärmedurchgangskoeffizient (U-Wert) der Wände
  • U-Wert der Fenster (Die Preisunterschiede zwischen beispielsweise U-Wert 0,6 und U-Wert 0,4 können recht groß sein.)
  • U-Wert des Dachs
  • Bei der Sanierung: Ausbau alter Fenster, Demontage und Entsorgung der alten Heizung, eventuell auch des Öltanks

Augen auf beim Hauskauf: Hohe Sanierungskosten

Wenn du ein altes, unsaniertes Gebäude kaufst, solltest du daran denken, dass du spätestens 2 Jahre nach dem Einzug gemäß EnEV verpflichtet bist, bestimmte Sanierungsmaßnahmen durchzuführen:    

Käufer von Ein- und Zweifamilienhäusern, in denen der Vorbesitzer bereits vor dem 1. Februar 2002 gewohnt hat, waren bislang von einer Sanierungspflicht befreit. Das hat sich jetzt geändert. Je nach baulichem Zustand können daher dem Kaufpreis hohe Sanierungskosten folgen. Wer 2018 ein Haus gekauft hat, muss noch dieses Jahr sanieren. Ob die Sanierungspflichten auch eingehalten wurden, prüfen der Schornsteinfeger und das örtliche Bauamt. Wer die Sanierungspflicht ignoriert, muss mit einem hohen Bußgeld rechnen. Da sowieso saniert werden muss, bietet es sich an, über einen Passivhaustandard nachzudenken.

 

Förderung von Passivhäusern

Das Erreichen des Passivhausstandards ist mit relativ hohen Kosten verbunden. Doch Bund und Länder fördern diese Bauvorhaben mit Zuschüssen und günstigen Krediten. Das hilft, die Kosten etwas zu senken.

KfW-Programm 153: Energieeffizient Bauen

Ein Passivhaus entspricht dem KfW-40-Hausstandard. Dein Passivhaus kannst du daher über das Kreditprogramm „Energieeffizient Bauen“ der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) fördern lassen. Gefördert werden bei Neubauten die Bau- und Baunebenkosten sowie die Kosten für Beratung, Planung und Baubegleitung. Den Förderkredit gibt es ab 0,75 Prozent Sollzins pro Jahr. Für das KfW-Effizienzhaus 40 beträgt der Tilgungszuschuss 20 Prozent von maximal 120.000 Euro Kreditbetrag beziehungsweise bis zu 24.000 Euro je Wohneinheit.

KfW-Programm 151: Energieeffizient Saniere

Wenn du ein Bestandshaus zum Passivhaus sanierst, steht für dich das KfW-Förderprogramm „Energieeffizient Sanieren“ zur Verfügung. Auch hier gibt es den Förderkredit ab 0,75 Prozent Sollzins pro Jahr. Es ist ein Tilgungszuschuss bis zu 48.000 Euro möglich. Du kannst bis zu 120.000 Euro für die Sanierung (KfW-Effizienzhaus) oder 50.000 Euro für Einzelmaßnahmen in Anspruch nehmen.

Die Baubegleitung durch Energieeffizienzexperten kann bei beiden Programmen mit bis zu 4.000 Euro extra gefördert werden.

Alternativ gibt es von der KfW noch das Programm „Energieeffizient Sanieren – Investitionszuschuss“. Dieser beträgt bis zu 48.000 Euro für die Sanierung zum KfW-Effizienzhaus oder für Einzelmaßnahmen 10.000 Euro. Wenn du sanierten Wohnraum kaufst, gibt es diese Förderung ebenfalls.

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Die meisten Mehrkosten entstehen durch die umfassende Dämmung und die 3-fach verglasten Passivhausfenster. Die Lüftungsanlage eines Passivhauses sorgt für zusätzliche Kosten. Allerdings entfallen im Gegenzug (hohe) Kosten für Heizung und Schornstein.

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