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So klappt der Bau eines Passivhauses

Lisa Becker
19.09.2020 13:00:00

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Folgende Themen erwarten dich, wenn du ein Passivhaus bauen willst:

Du möchtest ein Passivhaus bauen? Das musst du wissen!

Mal angenommen, du könntest als Bauherr ein Haus bauen, das keine Heizung benötigt und in dem der gesamte Bedarf an Energie so niedrig ist, dass er fast wie von selbst entsteht. Dieses Haus müsste nicht einmal irgendwo in den Tropen, wo es immer warm ist, sondern sogar direkt in deinem Wohnort möglich sein. Eine reizvolle Vorstellung, nicht wahr? Und genau so ein Haus gibt es tatsächlich! Um ein solches, sogenanntes Passivhaus bauen zu können, sind allerdings einige Anforderungen zu beachten. Welche das sind, verraten wir dir hier.

 

Das zeichnet ein Passivhaus aus

Ein Passivhaus kommt ganz ohne aktive Heizung oder ein System zur Klimatisierung aus. Allein die Bautechnik bewirkt, dass sich das Gebäude selbstständig beheizt beziehungsweise abkühlt.

Die Heizwärme wird dabei aus „passiven“ Quellen generiert. Das sind beispielsweise:

  • Sonneneinstrahlung
  • Abwärme der Bewohner
  • Wärme durch elektrische Verbrauchsgeräte
  • Wärmerückgewinnung der Lüftungsanlage

Im Vergleich zu Neubauten ohne passive Bauweise verbraucht ein Passivhaus etwa 75 Prozent weniger Heizenergie. Und gegenüber einer Bestandsimmobilie sparst du sogar bis zu 90 Prozent an Energie.

 

Welche Faktoren sind beim Bau eines Passivhauses zu beachten?

Im Grunde genommen kann jedes versierte Bauunternehmen ein Passivhaus errichten. Eine gewisse Qualifizierung für diese spezielle Bauweise sollte allerdings vorhanden sein.

Schließlich muss durch die baulichen Maßnahmen garantiert werden, dass der Heizwärmebedarf von 15 kWh (Kilowattstunden) pro Quadratmeter Wohnfläche und Jahr nicht überschreitet. Der Primärenergiebedarf muss bei maximal 60 kWh pro Quadratmeter Wohnfläche und Jahr liegen. Um das zu erreichen, sind folgende Kriterien einzuhalten:

  • Das Grundstück ist geeignet: Um die Sonneneinstrahlung zur Erwärmung des Hauses bestmöglich zu nutzen, ist das Grundstück nach Süden ausgerichtet. Das Haus selbst, vor allem die Dachflächen, werden nicht durch hohe Bäume oder Nachbarhäuser beschattet.
  • Auf den Bebauungsplan achten: Einige Städte und Gemeinden haben bestimmte Schutzgebiete, die es erschweren, ein Passivhaus zu bauen. Auch können Ausrichtung und Neigung des Dachgiebels so vorgeschrieben sein, dass die Effizienz des Passivhauses nicht mehr gegeben ist.
  • Die Hausform ist wichtig: Eine verwinkelte Bauweise oder auch Erker am Haus bedeuten immer mehr Wandfläche, über die ein Wärmeverlust erfolgt. Eine kompakte Bauweise hingegen weist eher gerade, schnörkellose Strukturen auf, die für ein Passivhaus wesentlich günstiger sind.
  • Die richtige Dämmung ist ein entscheidender Faktor: Passivhäuser können als Fertighaus, Massivhaus und sogar in Holzbauweise errichtet werden. Entscheidend ist die entsprechende Wärmedämmung der Außenwände, der Böden sowie der Geschossdecken. Dabei wird die besonders dicke Dämmschicht durchgängig und ohne Unterbrechungen aufgebracht. Als Materialien kommen sowohl natürliche Dämmstoffe wie Pflanzenfasern, aber auch Glas- und Steinfasern und Hightechprodukte wie sogenannte Vakuum-Dämmplatten infrage. Fachmännisch ausgeführt, verhindert diese Arbeitsweise Wärmebrücken, beispielsweise durch Fugen, und macht die Gebäudehülle luftdicht.
  • Spezielle Fenster verhindern Wärmeverluste: Im Passivhaus werden große Fenster üblicherweise so eingeplant, dass sie die Energie der Sonne nutzen. Kleinere Fenster liegen auf der Nord-, Ost- oder Westseite des Gebäudes. Fenster mit spezieller Dreifachverglasung beugen zudem einen Wärmeverlust vor.
  • Das Herzstück ist die Lüftungsanlage: Passivhäuser erwärmen sich durch die aufbereitete Umluft im Gebäude. Die Lüftungsanlage wird so konzipiert, dass sie einerseits genügend Leistung hat, um die gesamte Luft im Haus umzuwälzen und andererseits möglichst geräuscharm arbeitet. Dabei darf die Anlage keine Zugluft erzeugen und sollte Gerüche und Feuchtigkeit dennoch sicher abtransportieren.
  • Eine Heizung ist trotzdem nötig: Zwar nutzt ein Passivhaus zum weitaus größten Teil die Sonnenwärme sowie die Abluft über die Wärmerückgewinnung zum Heizen. Dennoch ist ein gewisser Wärmeverlust vor allem im Winter nicht ganz zu vermeiden. Eine zusätzliche Heizung ist deshalb immer notwendig. Allerdings fällt das Heizsystem wesentlich kleiner aus als bei einem Nicht-Passivhaus. Geeignet sind dabei verschiedene Systeme, am effektivsten ist eine Kombination der Lüftungsanlage mit einer Wärmepumpe. Ideal ist die Verbindung von Passivhaus mit Photovoltaik- und Solarthermieanlagen für die Warmwasserbereitung.

Lässt sich auch eine Bestandsimmobilie zum Passivhaus umbauen?

Grundsätzlich lassen sich mit den entsprechenden Maßnahmen auch ältere Häuser zu einem Passivhaus sanieren. Oft ist jedoch der Aufwand für den Bauherren dabei so hoch, dass die Wirtschaftlichkeit dem Vorhaben im Wege steht. passivhaus-bauen-niedrigenergiehaus-guide-ebook-net4energy

Einige Gebäude verfügen über Fassaden, auf denen eine ausreichende Wärmedämmung (zum Beispiel aufgrund der Fenster) nicht anzubringen ist. Hier wären Maßnahmen der Außen- und Innendämmung erforderlich, die in der Ausführung jedoch recht aufwendig sind.

Ein Problem beim Vorhaben, aus einer Bestandsimmobilie ein Passivhaus zu bauen, ist in aller Regel auch die Bodenplatte. Bei klassischen Häusern verfügt diese so gut wie nie über die erforderlichen Dämmwerte, eine nachträgliche Dämmung ist nicht möglich.

Vor allem bei denkmalgeschützten Häusern ist die Umsetzung zur effektivsten Energiesparmöglichkeit noch komplizierter. Meist dürfen beispielsweise die Fassaden nicht verändert werden. Das heißt, dass die luftdichten Dämmmaßnahmen nur innen erfolgen. Das wiederum bedeutet einen oft erheblichen Verlust an Wohnraum.

 

Welche Förderungen stehen beim Passivhaus-Bau zur Verfügung?

Zum einen kannst du gewisse Förderungen beim Bauen eines Passivhauses bei einigen Bundesländern und Gemeinden beantragen.

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau stellt dir mit ihrem KfW-Programm 153 „Energieeffizient Bauen“ für Neubauten beziehungsweise mit dem KfW-Programm 151, 152 „Energieeffizient Sanieren“ dabei einen Kredit mit jährlich 0,75 Prozent Sollzins und gewissen Tilgungszuschüssen zur Verfügung.

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Wusstest du schon?

Welche Besonderheiten hat ein Passivhaus im Vergleich zu einem „normalen“ Haus?

Neben der besonderen Bauweise beziehungsweise der Dämmmaßnahmen benötigt ein Passivhaus fast keinerlei zusätzliche Energie. Dadurch fallen nur äußerst geringe Heizkosten an, auch der Stromverbrauch ist in der Regel deutlich niedriger.

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