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Die Funktionsweise der Luft-Luft-Wärmepumpe

Eleni Tsoukanta
16.05.2020 13:00:00

Cleveres Heizen mit der Luft-Luft-Wärmepumpe

Eine Wärmepumpe stellt generell einen prima Beitrag zum Umweltschutz und zur Schonung deines Geldbeutels dar. Denn bei dieser Art der Heizung wird ganz einfach die kostenlose Energie aus dem Grundwasser, dem Erdreich oder sogar aus der normalen Frischluft, die uns alle umgibt, gewonnen. Eine besondere Form ist die Luft-Luft-Wärmepumpe, kurz auch bekannt als Luftwärmepumpe. Wie sie es schafft, mit ihrer Technik Wärme in dein Haus zu bringen, erklären wir dir im folgenden Beitrag.

 

So unterscheidet sich die Luft-Luft-Wärmepumpe von anderen Modellen

Es gibt verschiedene Techniken, mit denen eine Wärmepumpe funktioniert. Allen ist gemein, dass sie die natürliche Energie der Umwelt nutzen, um sie in Wärme umzuwandeln. Nur die Verfahrensweise dazu ist bei der jeweiligen Art der Wärmepumpe unterschiedlich.

  • Luft-Wasser-Wärmepumpe: Dieser Typ ist ebenfalls als Luftwärmepumpe bekannt. Die Luft-Wasser-Wärmepumpe saugt mithilfe eines Ventilators die Außenluft an und leitet sie an einen Verdampfer. In diesem befindet sich ein Kältemittel, das verdampft und dadurch Wärme erzeugt.
  • Sole-Wasser-Wärmepumpe: Hierbei wird thermische Energie aus dem Erdreich gewonnen. Dazu werden nah an der Oberfläche sogenannte Erdkollektoren verbaut, welche die Energie aus dem Boden an eine Wärmepumpe weiterleiten. Ein etwas aufwendigeres Verfahren sind Erdsonden. Diese werden bis zu einer Tiefe von 100 Metern ins Erdreich getrieben, mit denen die thermische Energie aufgenommen und zu Heizenergie umgewandelt wird.
  • Wasser-Wasser-Wärmepumpe: Sie nutzt die Energie, die auch im Grundwasser enthalten ist. Spezielle Sonden ziehen die Energie aus dem Wasser und leiten sie wiederum an eine Wärmepumpe weiter, mit der die Heizung im Haus betrieben wird.
  • Luft-Luft-Wärmepumpe: Diese Luftwärmepumpe benötigt nichts als Luft, um ein Haus zu beheizen. Genutzt wird dabei zum größten Teil die verbrauchte Raumluft, die in einen Kreislauf geführt und sowohl aufgefrischt als auch erwärmt wird.

 

Die Luft-Luft-Wärmepumpe im Detail

Bei der Luft-Luft-Wärmepumpe kommt kein flüssiges bzw. verdampfendes Kältemittel zum Einsatz. An seiner Stelle befindet sich im Inneren der Anlage ein Plattenwärmetauscher.luft-luft-waermepumpe-guide-ebook-net4energy

Auf der einen Seite saugt die Luftwärmepumpe die bereits erwärmte, aber verbrauchte Raumluft an. Auf der anderen wird gleichzeitig Frischluft von außen angesaugt. Beide Luftströme werden nun über den Wärmeplattentauscher geleitet. Die Wärme aus der verbrauchten Abluft wird dabei an die frische Zuluft abgegeben. Diese Luft wird zum Heizen zurück in den Raum geleitet.

Schon gewusst? Fachleute zählen dieses System eigentlich nicht zu den Wärmepumpen, da hier kein Kältemittel als Wärmeüberträger, sondern nur die Luft zum Einsatz kommt. Im Fachjargon spricht man deshalb von einem Lüftungswärmesystem.

So arbeitet die Luft-Luft-Wärmepumpe noch effizienter

Normalerweise wird die Luft durch eine spezielle Ansaugvorrichtung außerhalb des Gebäudes zum Plattenwärmetauscher geleitet. Gerade an besonders kalten Tagen kann das aber dazu führen, dass die Anlage sehr viel arbeiten muss, um genügend Wärme zu erzeugen.

Der Einsatz eines sogenannten Luftbrunnens unter der Erde, eines Erdwärmetauschers, erhöht die Effizienz der Luftwärmepumpe aber enorm. Es handelt sich dabei um ein Rohr, das in der Erde liegt und zum Haus führt. Die Luft wird dadurch angesaugt und erwärmt sich bereits, bevor sie zum Wärmetauscher gelangt. Dieser verbraucht dadurch weniger Energie.

Tipp: Im Sommer sorgt der Erdwärmetauscher dafür, dass die stark erhitzte Luft leicht herabgesetzt werden kann.

Diese Kosten erwarten dich beim Kauf einer Luftwärmepumpe

Im Vergleich zu anderen Heizsystemen ist eine Luft-Luft-Wärmepumpe relativ teuer. Durch den niedrigen Verbrauch lohnt sie sich aber dennoch. Im Einzelnen setzt sich der Preis aus verschiedenen Faktoren zusammen:

  • Wärmepumpe: etwa 7.000 bis 8.000 Euro
  • Lüftungsanlage: etwa 3.000 Euro
  • Zubehör und Installation: etwa 4.000 Euro
  • jährliche Betriebskosten: etwa 400 bis 1.000 Euro

 

Worauf solltest du beim Kauf einer Luft-Luft-Wärmepumpe besonders achten?

Damit eine Luft-Luft-Wärmepumpe wirklich effizient und preiswert arbeiten kann, sollte das Gebäude, in dem sie installiert wird, einige Voraussetzungen erfüllen.

Dazu gehört, dass die gesamte Gebäudehülle luftdicht sein muss, da ein spezielles Lüftungssystem zum Einsatz kommt. Wichtig ist auch, dass das Haus eine niedrige Heizlast pro Quadratmeter aufweist, was durch eine entsprechende Dämmung gewährleistet wird.

In einem Altbau oder einem nicht energetisch sanierten Gebäude lohnt sich der nachträgliche Einbau eines solchen Systems also nicht.

Da es für die Luft-Luft-Wärmepumpe auch keine direkten Förderungen gibt, ist es empfehlenswert, sie nur in einem Neubau einzuplanen, der entsprechend energieeffizient errichtet wird.

Das gehört dazu: Die Hybridheizung

Eine Luft-Luft-Wärmepumpe sorgt nur dafür, dass es in deinem Haus immer schön warm ist. Eine Warmwasserbereitung findet damit allerdings nicht statt.

Darum ist es sinnvoll, von vornherein ein bivalentes System einzuplanen. Bei einer solchen Hybridheizung wird die Wärmepumpe mit einem Gas- oder Öl-Brennwertgerät kombiniert. Dieses arbeitet fast nur, um warmes Wasser aufzubereiten. Außer wenn dein Haus einen besonders hohen Heizbedarf hat oder der Winter sehr kalt ist: Dann schaltet sich der Gas- oder Ölkessel zu, um die Wärmepumpe zu unterstützen.

Vorteile und Nachteile der Luft-Luft-Wärmepumpe im Überblick

Der Einsatz einer Luft-Luft-Wärmepumpe ist mit Vorteilen und Nachteilen verbunden. Ein paar davon haben wir dir im Folgenden zusammengetragen:
Plus:

  • Die Kosten und der Platz für Heizkörper und Rohrleitungssysteme entfallen.
  • Es sind keine besonderen Genehmigungen nötig.
  • Die Belüftung sorgt für ein gutes Raumklima und verhindert den Befall mit Schimmel.
  • Im Sommer kann das System zur Kühlung eingesetzt werden.

Minus:

  • Die Luftwärmepumpe ist nur für Gebäude mit einem sehr geringen Heizbedarf geeignet.
  • Das Haus muss perfekt gedämmt sein.
  • Ohne teure Wärmeschutzfenster schwindet die Energieeffizienz.
  • Bei sehr niedrigen Temperaturen ist gegebenenfalls ein weiterer Wärmeerzeuger nötig.
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