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Diese Fördermittel vergibt die KfW

Lisa Becker
30.03.2020 09:00:00

KfW-Förderungen: Was zahlt die Bank für Modernisierung und Neubau?

Heizen wird immer teurer, weshalb viele Menschen über eine energetische Sanierung ihrer eigenen vier Wände nachdenken. Glücklicherweise gibt es heute viele lohnenswerte Förderungen, welche die Modernisierung oder den Neubau eines Energieeffizienzhauses erleichtern. Die KfW-Bank (Kreditanstalt für Wiederaufbau) ist diesbezüglich meist der erste Ansprechpartner, wenn es um ein zinsgünstiges Darlehen oder einen Zuschuss geht. Dieser Artikel zeigt dir, welche KfW-Fördermittel es für den Neubau oder mögliche Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen gibt.

 

KfW-Fördermittel: Was bedeutet das eigentlich für dein Vorhaben?

Wer ein altes Haus energetisch sanieren oder einen Neubau mit erneuerbaren Energien ausstatten möchte, steht häufig vor der Frage, wie die Finanzierung für diese Maßnahme aussehen soll. Oft greifen Verbraucher beispielsweise auf günstige Gasheizungen zurück beziehungsweise lassen die alte Ölheizung noch in Betrieb, obwohl die Kosten für Warmwasser und Heizung stetig steigen.

Dank der attraktiven KfW-Fördermittel können Verbraucher viel Geld einsparen, da die Bank nicht nur den Einbau von erneuerbaren Energien, sondern auch die energetische Sanierung eines bestehenden Gebäudes unterstützt.

Dafür vergibt die KfW unter anderem Förderungen:

  • Bau und Kauf von Wohneigentum
  • Modernisierung von Wohnraum
  • energetische Sanierung von Gebäuden

Im Rahmen des von der Bundesregierung beschlossenen Klimapaketes tragen die Zuschüsse der KfW-Bank zur Verringerung des CO2-Ausstoßes bei, was wiederum dem Klimaschutz zugutekommt. Um das Vorhaben der Bundesregierung zu unterstützen, sind die Kredite der KfW mit niedrigen Zinsen verbunden, wobei sie auch einige attraktive Investitionszuschüsse gewährt.

Die KfW-Förderungen richten sich übrigens nicht nur an Privatverbraucher – auch Wohnungsgenossenschaften und Körperschaften können Zuschüsse beantragen. Den Antrag auf Förderung solltest du vor dem Beginn der Maßnahme bei der KfW stellen.

 

Welche Fördermittel gibt es von der KfW?

Nachfolgend zeigen wir dir die wichtigsten Fördermittel, die es bei der KfW zum Thema Bauen und Sanieren gibt:

  • Kredit: Energieeffizient Bauen (153)
  • Kredit: Energieeffizient Sanieren (151, 152)
  • Zuschuss: Energieeffizient Sanieren (430)
  • Zuschuss: Barrierereduzierung (455-B) & Kredit: Altersgerecht Umbauen (159)
  • Ergänzungskredit: Energieeffizient Sanieren (167)
  • Kredit: Erneuerbare Energien – Standard (270)

Bitte beachte: Seit dem 1. Januar 2020 gab es bei der KfW einige Änderungen bei manchen Förderprogrammen.

1. KfW-Fördermittel für den Neubau

Baust oder kaufst du ein neues Haus, empfehlen wir dir an dieser Stelle, dir das KfW-Förderprogramm 153 „Energieeffizient Bauen“ genauer anzusehen. Hier erhältst du nicht nur zinsgünstige Darlehen (max. 120.000 Euro pro Wohneinheit), sondern auch einen Tilgungszuschuss, wobei das Darlehen (je nach Laufzeit) oft für mehrere Jahre tilgungsfrei ist. Bezüglich der Fördergelder gibt es beim Kauf oder Bau von sogenannten Effizienzhäusern große Unterschiede. So kannst du

  • 15 Prozent Tilgungszuschuss (bis 18.000 Euro pro Wohneinheit) für ein KfW-Effizienzhaus 55,
  • 20 Prozent Tilgungszuschuss (bis 24.000 Euro pro Wohneinheit) für ein KfW-Effizienzhaus 40,
  • 25 Prozent Tilgungszuschuss (bis 30.000 Euro pro Wohneinheit) für ein KfW-Effizienzhaus 40 Plus

erhalten. Grundsätzlich gilt: Je kleiner die Kennzahl, desto effizienter ist das Gebäude und desto mehr Geld gibt es von der KfW. Um den Bau eines Effizienzhauses noch attraktiver zu gestalten, schüttet die KfW für besonders ökologische Häuser auch etwas mehr Geld aus, sodass du auf der einen Seite Energiekosten sparen und auf der anderen einen Beitrag zum Klimaschutz leisten kannst.

2. Energetische Sanierung mit den KfW-Förderprogrammen 151/152

Wenn du ein Haus oder eine Wohnung (Bestandsgebäude) im Rahmen eines KfW-Effizienzhauses sanieren möchtest, kannst du das mit einem Kredit des KfW-Förderprogramms 151 tun – vorausgesetzt, der Bauantrag wurde vor dem 1. Februar 2002 gestellt. Hierzu zählen auch Baudenkmäler und Gebäude, deren Bausubstanz erhaltungswürdig ist. Wärmeerzeuger mit Öl werden seit dem 1. Januar 2020 nicht mehr gefördert.

Mit dem Förderprogramm 151 stellt die KfW zinsgünstige Kredite zur Verfügung (max. 120.000 Euro pro Wohneinheit), die mit einem Tilgungszuschuss (je nach Effizienzhaus) kombiniert werden können. Für ein KfW-Effizienzhaus 55 kannst du zum Beispiel einen Zuschuss von 40 Prozent von der KfW erhalten.

Im Gegensatz dazu fördert die KfW einzelne energetische Maßnahmen mit dem Förderprogramm 152. Hierzu gehören:

  • Wärmedämmung (Wände, Keller-/Geschossdecke, Dach)
  • Einbau von neuen Haustüren und/oder Fenstern
  • Erstanschluss an Nah- oder Fernwärme
  • Modernisierung oder Einbau einer Lüftungsanlage
  • Optimierung einer Heizung (sie muss allerdings älter als 2 Jahre sein)

Die maximale Kredithöhe liegt hier bei 50.000 Euro pro Wohneinheit, wobei der Tilgungszuschuss 20 Prozent beträgt.

3. Modernisierung mit dem KfW-Förderprogramm 430

Wenn du die Förderprogramme 151 oder 152 nicht in Anspruch nimmst, kannst du einen sogenannten Investitionszuschuss (430) beantragen, um die energetische Modernisierung und Sanierung von Ein- oder Zweifamilienhäusern finanziell zu unterstützen. Der Bauantrag sollte jedoch vor dem 1. Februar 2002 gestellt worden sein und ist mit den beiden Förderprogrammen 151 und 152 nicht kombinierbar. Die Förderung greift übrigens auch beim Kauf eines bereits sanierten Wohnraumes. Grundsätzlich gilt: Je effizienter die Modernisierung ist, desto mehr Geld gibt es auch.

So gibt es für ein KfW-Effizienzhaus 55 40 Prozent Zuschuss, für ein KfW-Effizienzhaus 115 sind es 25 Prozent.

4. KfW-Fördermittel für altersgerechtes Umbauen

Barrieren reduzieren und dadurch die Sicherheit in den eigenen 4 Wänden erhöhen: Diese Maßnahmen kannst du dir durch die KfW-Förderungen 455-B (Barrierereduzierung) und 159 (Altersgerecht Umbauen) finanziell unterstützen lassen. Hiervon profitieren vor allem Hauseigentümer, die ihr Haus altersgerecht umbauen lassen wollen.

Zu den Maßnahmen gehören in erster Linie der barrierefreie Umbau, zum Beispiel durch Treppenlifte, Umbaumaßnahmen für den Rollstuhl und ebenerdige Duschkabinen. Als Fördermittel gibt es einerseits einen Zuschuss (KfW 455-B), der mit (max.) 12,5 Prozent der förderfähigen Kosten (5.000 bis 6.250 Euro je Wohneinheit) gefördert werden kann. Andererseits kann die KfW einen Kredit (KfW 159) in Höhe von maximal 50.000 Euro je Wohneinheit (mit bis zu 5 tilgungsfreien Jahren und bis zu 30 Jahren Laufzeit) gestatten.

5. KfW-Förderprogramme für erneuerbare Energien

Förderprogramm für die Heizung
Du möchtest zukünftig mit erneuerbaren Energien heizen, um die jährlichen Betriebskosten zu senken? Dann könnte ein Ergänzungskredit des KfW-Förderprogramms „Energieeffizient Sanieren“ (167) die für dich beste Wahl sein. Dieser Kredit wurde von der KfW ins Leben gerufen, um den Einsatz von erneuerbaren Energien zu fördern. Hierzu gehören:

  • Solarthermieanlagen
  • Wärmepumpen
  • Biomasseanlagen
  • Gas-Brennwertheizungen (wenn sie mit erneuerbaren Energien kombiniert werden)

Übrigens: Der Förderkredit kann auch dann bei der KfW-Bank beantragt werden, wenn du ein saniertes Haus mit einer neuen Heizung ausstatten möchtest. Viele Verbraucher nutzen den Kredit auch gern in Kombination mit den Zuschüssen des BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle), wobei die Heizungsanlage den Kriterien des BAFA entsprechen muss. Es lohnt sich also, sowohl bei der KfW als auch beim BAFA nachzufragen.

Die Kredithöhe kann je nach Maßnahme variieren, sie beträgt jedoch maximal 50.000 Euro je Wohneinheit. Von der Förderung ausgeschlossen sind Ölheizungen. Sie können seit dem 1. Januar 2020 nicht mehr mit erneuerbaren Energien kombiniert werden.

Förderprogramm für Solar

Aufgrund steigender Stromkosten ist die Photovoltaik weiterhin auf dem Vormarsch. Positiv ist, dass die KfW sie im Rahmen des Kredites „Erneuerbare Energien – Standard“ (270) fördert. Somit können nicht nur alle Privatpersonen, sondern auch Organisationen und Unternehmen einen Förderantrag für Photovoltaik stellen, sofern sie die Sonnenenergie für die eigene Stromerzeugung nutzen wollen.
Dabei können 100 Prozent der förderfähigen Kosten gefördert werden, wobei es maximal 50 Millionen Euro je Bauvorhaben gibt. Der Förderkredit ist allerdings an eine Voraussetzung geknüpft: Ein Teil des aus Photovoltaik gewonnenen Stroms muss in das öffentliche Stromnetz fließen.

 

KfW kontaktieren und Beratung für Fördermittel einholen

Neben dem BAFA ist die KfW eine der wichtigsten Anlaufstellen, wenn es um die energetische Sanierung bzw. Modernisierung oder den Neubau eines Energieeffizienzhauses geht. Für dich als Verbraucher sind diese Förderprogramme bei der Finanzierung eine echte Unterstützung, um den Traum vom eigenen Haus zu realisieren und/oder die Höhe der jährlichen Betriebskostenabrechnung zu reduzieren.

Wenn du dein altes Heizsystem umrüsten, erneuerbare Energien nutzen, das Haus energetisch sanieren, dämmen oder altersgerecht umbauen möchtest, empfehlen wir dir, dich zuallererst an die KfW zu wenden. Sie gibt nämlich zinsgünstige Darlehen und äußerst attraktive Zuschüsse heraus, mit denen Privatverbraucher, Unternehmen und Organisationen eine Menge Geld einsparen können. Besonders interessant dürfte die Wärmedämmung und der Einbau von neuen Fenstern und Türen sein, was die Heizkosten mindert und zur Einsparung von CO2 beiträgt.

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