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Was kostet Erdgas? Alle Infos im Überblick

Eleni Tsoukanta
20.05.2020 09:00:00

Alles Wichtige rund um das Thema Erdgaskosten

Oberflächlich betrachtet ist Erdgas ja nicht gerade ein „moderner“ Energieträger. Denn wie Öl oder Kohle gehört es zu den sogenannten fossilen Brennstoffen. Dennoch ist Erdgas durchaus zukunftsweisend und eine saubere Sache. Denn es produziert bzw. emittiert bei seiner Verbrennung bemerkenswert wenig Feinstaub und Treibhausgase – beispielsweise gut ein Viertel weniger CO2 als Öl. Eine weitere positive Auswirkung hat Gas auf deinen Geldbeutel. Denn die Erdgaskosten sind wesentlich niedriger als die Preise für manch anderen Brennstoff.

 

Wovon hängen die Erdgaskosten ab?

Wenn man einmal von der Sonnenenergie absieht, ist Erdgas einer der preiswertesten Energieträger. Die Kosten dafür können allerdings, ähnlich wie beim Erdöl, sehr schwanken. Verantwortlich dafür sind 3 Hauptfaktoren:

  1. der Preis eines Barrels Rohöls
  2. die Preisgestaltung der Förderstaaten
  3. die Konkurrenz unter den Gasanbietern

Tipp: Steigt der Erdgaspreis, hast du als Gaskunde ein Sonderkündigungsrecht und kannst zu einem günstigeren Anbieter wechseln.

 

Diese Faktoren bestimmen den Gaspreis für deinen Haushalt

Siehst du die Abrechnung von deinem Gasanbieter, interessiert dich ja eigentlich nur die Summe, die unten auf der Rechnung steht – das sind nämlich deine Erdgaskosten. Aber es ist durchaus interessant zu wissen, wie dieser Preis eigentlich zustande kommt.

Der Erdgaspreis setzt sich aus mehreren Faktoren zusammen:

  • Beschaffung und Vertrieb von Erdgas: machen etwa 50 Prozent des Preises aus
  • Gassteuer: derzeit rund 0,550 Cent/kWh (Kilowattstunde)
  • Umsatzsteuer: 19 %
  • Netzentgelt: muss laut Gesetz vom Gaslieferanten an den Netzbetreiber gezahlt werden und wird auf die Rechnung des Endkunden umgelegt
  • Messung und Messstellenbetrieb: Kosten zum Beispiel für den Gaszähler und das Ablesen der Gasuhr
  • Konzessionsabgabe: eine Gebühr, die der Netzbetreiber an die jeweilige Gemeinde zahlen muss, damit er öffentliche Straßen und Wege zur Verlegung von Gasleitungen nutzen darf

Warum kostet Gas in Aachen weniger als in Zwickau?

Beim Erdgaspreis gibt es für Kunden teilweise ganz erhebliche regionale Unterschiede. Das liegt daran, dass unterschiedliche Netzentgelte gezahlt werden müssen.

Diese wiederum fußen auf den Kosten für den Betrieb, Erhalt und Ausbau der Netzinfrastruktur, die von den Regulierungsbehörden in den jeweiligen Versorgungsgebieten festgelegt werden.

Eine jährliche Erhöhung des Erdgaspreises kann deshalb unter anderem daran liegen, dass in deiner Region Netzausbauprojekte geplant oder ausgeführt werden. Als Kosten für
„Investitionsmaßnahmen“ oder für „Erweiterungsfaktoren“ schlagen sich diese unter dem Strich dann als Gesamtsumme im Netzentgelt auch auf deiner Rechnung nieder.

Woran wird das Netzentgelt festgemacht?

Das Netzentgelt wird für jede Region unterschiedlich von der erdgaskosten-heizung-kaufen-guide-e-book-net4energy Bundesnetzagentur (BNetzA) festgelegt und kann nicht durch den Gasversorger beeinflusst werden. Sie richtet sich dabei nach regionalspezifischen Faktoren wie beispielsweise:

  • topografische Gegebenheiten
  • Dichte der Besiedlung
  • nötige Investitionen in den Netzausbau und Netzzubau
  • Kosten für die Instandhaltung der Infrastruktur

Und was ist mit der Ölpreisbindung?

Damit der Preis für Erdgas für die Verbraucher stabil bleibt, führte man in den 1960er-Jahren die sogenannte „Ölpreisbindung“ ein. Sie koppelte den Preis für Gas an den von Erdöl. Rein theoretisch sollte dadurch der Gaspreis fallen, wenn auch der für das Öl fiel, und umgekehrt steigen, wenn Erdöl auf dem Weltmarkt teurer wurde.

In der Praxis ist das leider nur selten so passiert – zum Nachteil für uns Verbraucher. Wurde Öl günstiger, spürte man davon nichts auf der Gasrechnung. Bezahlte der Weltmarkt aber mehr für Erdöl, so schlug sich das auch direkt negativ auf die Gasrechnung nieder.

Diese Ungerechtigkeit hat der Bundesgerichtshof nach einer Klage 2010 aus dem Weg geräumt. Seitdem ist die Ölpreisbindung Geschichte und beide Preise – für Öl und für Gas – werden nun für den Endverbraucher separat voneinander berechnet.

 

So kannst du deinen Gasverbrauch berechnen

Wenn du wissen willst, wie viel Gas du tatsächlich benötigst bzw. verbrauchst, kannst du einige Werte zur Hilfe nehmen.

Folgendes ist zur Berechnung wichtig:

Wie viel Volumen in Kubikmeter (m3) Gas hast du in einem bestimmten Zeitraum verbraucht?
• Wie ist der Brennwert (kWh/m3)?
• Welche Zustandszahl steht auf deiner Gasrechnung?

Für die Kubikmeter liest du den aktuellen Zählerstand an deinem Gaszähler ab und vergleichst ihn mit dem Stand vor einem bestimmten Zeitraum. Normalerweise ist das der Zählerstand vom vergangenen Jahr – am besten holst du dafür einfach deine alte Abrechnung hervor. Die Informationen zu Brennwert und Zustandszahl findest du auf deiner Gasrechnung. Andernfalls kannst du sie direkt bei deinem Netzanbieter anfragen.

Multipliziere nun die Kubikmeter mit dem Brennwert und dieses Ergebnis mit der Zustandszahl. Dann weißt du, wie viele kWh Erdgas du verbraucht hast. Die Formel:

Volumen x Brennwert x Zustandszahl = Verbrauch

Verbrauchst du viel oder wenig Gas?

Im Durchschnitt benötigt ein Haushalt für jeden Quadratmeter Wohnfläche ungefähr 160 kWh Gas im Jahr. Ob du darunter oder darüber liegst, kannst du ebenfalls ganz einfach ausrechnen. Die Formel dafür lautet:

Quadratmeter Wohnfläche x durchschnittlicher Jahresverbrauch Gas

Nehmen wir einmal an, du hast ein Haus mit 140 Quadratmetern Wohnfläche. Dein Gasverbrauch liegt dementsprechend im Durchschnitt bei 22.400 kWh im Jahr. Jetzt schaust du noch auf den Preis, den dein Gasanbieter für die kWh verlangt und multiplizierst beides miteinander.

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