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Energieverbrauch deines Hauses berechnen

Lisa Becker
13.07.2020 08:45:00

Energieverbrauch für das eigene Haus ermitteln: Das musst du wissen

Egal ob du schon länger in einem Haus bzw. einer Wohnung lebst oder am Kauf einer Immobilie interessiert bist: Der durchschnittliche Energieverbrauch des Hauses ist maßgeblich für die Rechnung der Strom- und Heizkosten, mit der du jedes Jahr konfrontiert wirst. Wer diese Nebenkosten reduzieren möchte, kann theoretisch viel tun. Du kannst beispielsweise die Gebäudedämmung verbessern, eine effizientere Heizung einbauen und Stromfresser aus dem Haushalt verbannen. Selbst ein einfacher Anbieterwechsel für Gas oder Strom kann Kosten reduzieren. Doch welche Maßnahmen am meisten bringen, kannst du nur beurteilen, wenn du den durchschnittlichen Energieverbrauch deines Hauses kennst.

 

Wie setzt sich der Energiebedarf von Wohnhäusern zusammen?

Den eigenen durchschnittlichen Energieverbrauch deines Hauses bzw. der von dir bewohnten Wohnung zu kennen, ist wichtig. Aber was sagt dieser Wert aus? Um ihn in die richtige Relation setzen zu können, musst du zunächst wissen, wie sich der durchschnittliche Energiebedarf in Wohngebäuden insgesamt zusammensetzt. Schließlich bringt es nichts, an einer Stellschraube zu drehen, die für deinen individuellen Energieverbrauch nicht maßgeblich ist.

Info: Die Verbräuche von Strom, Warmwasser und der Heizung werden in der Maßeinheit Kilowattstunde (kWh) angegeben.

Da es vor allem um Einfamilienhäuser (die Durchschnittsgröße umfasst circa 150 Quadratmeter) geht, ziehen wir Werte für den Stromverbrauch und Wärmebedarf eines 4-Personen-Haushalts heran: 2019 lag der durchschnittliche Stromverbrauch für diese Haushalte bei rund 4.000 kWh im Jahr. Bei Gebäuden mit elektrischer Warmwasserbereitung lag der Durchschnitt bei circa 5.000 kWh.

Wärmeerzeugung macht den größten Teil aus

Der Stromverbrauch ist für viele ein besonders offensichtlicher Kostenfaktor. Doch der größte Teil des Energieverbrauchs von Wohngebäuden entfällt auf die Wärmeerzeugung. Dazu zählt nicht nur die Heizung, sondern auch die Bereitstellung von Warmwasser oder die Erzeugung von Kälte über Klimaanlagen. Über 50 Prozent des Energieverbrauchs entfallen auf die Wärmeerzeugung. In privaten Wohnhäusern kann der Anteil sogar bis zu 90 Prozent ausmachen. Hier kommen sowohl fossile als auch erneuerbare Energieträger zum Einsatz. Der Großteil deutscher Privathaushalte heizt jedoch nach wie vor mit Gas oder Öl.

 

Welche Faktoren beeinflussen den Energieverbrauch im Haus?

Dass nicht jeder Haushalt gleich viel Energie verbraucht, liegt auf der Hand. Schließlich wohnen wir nicht alle in standardisierten Gebäuden mit gleichen Voraussetzungen. Auch Einfamilienhäuser gleicher Bauart (zum Beispiel Reihenhäuser) lassen sich oft nicht direkt miteinander vergleichen, weil unterschiedliche Maßnahmen zur nachträglichen Gebäudedämmung und Erzeugung von Energie (zum Beispiel eine Solaranlage auf dem Dach) die Ergebnisse stark beeinflussen. Die wichtigsten Einflussfaktoren auf den Verbrauch sind folgende:

  • Alter und allgemeiner Zustand des Gebäudes
  • Alter der Heizungsanlage
  • Dämmzustand des Gebäudes
  • Anzahl der Bewohner

Während du am Alter des Hauses nichts ändern kannst, lässt sich der Zustand durchaus beeinflussen. So kannst du feuchte Kellerräume trockenlegen und abdichten, das Dachgeschoss ausbauen (und gleichzeitig energetisch sinnvoll dämmen), eine moderne Heizung einbauen oder erneuerbare Energieträger wie eine Photovoltaikanlage, eine Anlage für Solarthermie oder eine Wärmepumpe nachrüsten. Insbesondere moderne Heizungen können den Energieverbrauch entscheidend reduzieren und somit Kosten sparen. Außerdem sind solche Maßnahmen immer gut für die Umwelt, da weniger Schadstoffe und CO2 (Kohlenstoffdioxid) in die Atmosphäre entweichen. Viele Modernisierungsmaßnahmen amortisieren sich durch die Kostensenkung nach wenigen Jahren – und werden zudem in vielen Fällen staatlich gefördert.

 

Stromkosten reduzieren: Wie hoch ist dein durchschnittlicher Strombedarf?

Beim Stromverbrauch kann in der Regel sehr viel getan werden. Zunächst solltest du den durchschnittlichen Verbrauch deines Hauses bzw. deiner Wohnung kennen. Hier spielt – je nach Heizungstyp – eventuell die Wärmeerzeugung oder die Warmwasserbereitung eine zusätzliche Rolle. In den meisten Haushalten geht es aber vor allem um den Strom, der im Alltag verbraucht wird. energieverbrauch-haus-energie-sparen-guide-ebook-net4energy

Deinen Verbrauch kannst du leicht ermitteln: Wenn du schon länger im selben Haus wohnst, kannst du anhand deiner letzten Stromabrechnungen einen Durchschnittswert aus den Kosten bzw. Verbrauchswerten bilden. Dazu musst du nur den gesamten Stromverbrauch des jeweiligen Zeitraums durch die Anzahl der Jahre teilen. Wohnst du noch nicht lange im Haus bzw. in der Wohnung, kannst du auch den Monatsverbrauch heranziehen. Das ist jedoch weniger genau.

Liegt dein Durchschnittswert deutlich über den statistischen Werten für Haushalte deiner Größe, solltest du herausfinden, wo am meisten Strom verbraucht wird. Energieberater können dabei hilfreich sein, aber viele Stromfresser finden sich auch ohne Hilfe.

Die größten Stromfresser in privaten Haushalten:

  • alte Kühlschränke, Gefriergeräte, Waschmaschinen, Trockner
  • Unterhaltungselektronik
  • elektrische Küchengeräte (Herd/Ofen etc.)
  • überholte Beleuchtung

Tipp: Schon der Austausch von alten Leuchtmitteln wie Glühbirnen oder Halogenlampen spart viel Strom. Moderne LED-Leuchtmittel ermöglichen heute fast überall den Einsatz stromsparender Lampen, die im Gegensatz zu alten Energiesparlampen kein Quecksilber enthalten und ein natürliches Licht erzeugen. Der Austausch von Großgeräten lohnt sich auch dann, wenn diese noch perfekt funktionieren. Durch das teilweise sehr hohe Einsparpotenzial bei Trocknern, Waschmaschinen oder Kühlschränken rechnet sich die Anschaffung über die reduzierten Stromkosten oft schon nach 1 oder 2 Jahren.

 

Heizung und Warmwasser: So ermittelst du den Durchschnittsbedarf

Wenn du Heizung und Warmwasserbereitung modernisieren möchtest, sollte natürlich alles auf deinen Verbrauch abgestimmt sein. Überdimensionierte Anlagen arbeiten nicht effizient, wenn ihr Potenzial nicht ausgeschöpft wird. Umgekehrt kann eine zu kleine Heizung eventuell nicht deinen Bedarf decken. Schon um herauszufinden, ob eine Modernisierung überhaupt Vorteile bringt, solltest du deinen Durchschnittsbedarf für Heizung und Warmwasser kennen.

Hierbei gilt: Abhängig von Baujahr und Sanierungszustand können deine Werte stark von den statistischen Erhebungen abweichen. Typische Verbrauchswerte für den Bedarf von Wohngebäuden an Heizenergie sind (nach Baujahr gestaffelt, Werte gelten pro Quadratmeter und Jahr):

  • 1970 bis 1980: circa 200 bis 300 kWh
  • 1980 bis 1990: circa 125 bis 200 kWh
  • 1990 bis 2000: circa 90 bis 125 kWh
  • 2000 bis heute: circa 25 bis 90 kWh

Sowohl eine energetische Sanierung als auch ein intelligentes Heizverhalten können diese Werte erheblich beeinflussen. Für deine persönliche Berechnung müssen die Verbräuche je nach Brennstoff ggf. in Kilowattstunden umgerechnet werden:

  • Holzpellets: die eingekaufte Masse in Kilogramm mit dem Faktor 5 multiplizieren
  • Brennholz: die eingekaufte Masse in Kilogramm mit dem Faktor 4 multiplizieren
  • Heizöl: das eingekaufte Volumen in Liter mit dem Faktor 10 multiplizieren
  • Flüssiggas: das eingekaufte Volumen in Kubikmeter mit dem Faktor 13 multiplizieren
  • Erdgas: das eingekaufte Volumen in Kubikmeter mit dem Faktor 10 multiplizieren

Beispiel: Benötigst du im Jahr 4.000 Liter Heizöl, dann liegt der Energiebedarf durchschnittlich bei 40.000 kWh. Beachte bitte, dass insbesondere bei nicht standardisierten Brennstoffen wie Holz die realen Werte abweichen können. Die genauen Brennstoffeigenschaften kann dir der Lieferant bzw. Versorger nennen. Zudem kannst du durch eine effiziente Warmwasserbereitung (zum Beispiel über Wärmepumpen und/oder Solarthermie) vor allem im Sommer die Heizleistung stark reduzieren oder die Heizung sogar ganz abschalten. Zur einfacheren Berechnung ohne das Jonglieren mit komplizierten Formeln kannst du übrigens auch Energierechner im Internet verwenden.

 

Energieverbrauch eines Hauses schnell am Energieausweis ablesen

Viele Häuser verfügen heute bereits über einen Energieausweis, anhand dessen du den Energiebedarf bzw. den tatsächlichen Verbrauch einfach ablesen kannst. Hierbei wird zwischen Bedarfsausweis und Verbrauchsausweis unterschieden.

Gebäude, bei denen noch keine Erfahrungswerte vorliegen (in etwa wegen Neubau oder kürzlich erfolgter energetischer Sanierung), legen den Energiebedarf aufgrund der Bauweise und des Zustands der Gebäudehülle fest. Auch Witterungseinflüsse werden berücksichtigt.

Der Verbrauchsausweis basiert hingegen auf tatsächlichen Verbrauchswerten der letzten 3 Jahre vor Ausstellung des Ausweises.

Ohne Energieausweis bleibt nur die komplizierte Eigenberechnung anhand bestimmter Werte (Fläche in Quadratmeter, Verbrauch in Kilowattstunden etc.). Diese kannst du dir jedoch durch die Nutzung diverser Internetrechner deutlich erleichtern.

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