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So steht es um die Reichweite bei Elektroautos

Ricardo Izzi
17.04.2020 13:38:16

Ist die Reichweite des Elektroautos wirklich noch ein Problem?

Die Elektromobilität nimmt in Deutschland rasant an Fahrt auf. 2019 gab es hierzulande 63.281 Neuzulassungen bei Elektroautos. Und auch 2020 startet vielversprechend: Allein im Januar wurden laut Kraftfahrt-Bundesamt 7.492 neue Elektroautos zugelassen – das sind 61,2 Prozent mehr als im Januar des Vorjahres. Doch sagen diese Zahlen aus, dass sich gewisse Vorurteile der Verbraucher über jene Autos in Luft aufgelöst haben?

Nicht ganz. Die Zulassungen könnten noch viel mehr steigen, wenn die Angst vieler vor der Reichweite des Elektroautos genommen würde. Denn gerade zu diesem Thema kursieren nach wie vor jede Menge Halbwahrheiten. Wir klären auf, was sich auf diesem Gebiet getan hat und wo die Reise in Sachen Elektroauto-Reichweite hingeht.

 

Exkurs: Die ersten Elektroautos und ihre Reichweite

Viele denken, Elektroautos seien eine Erfindung der vergangenen Jahre. Das stimmt aber nicht, wie der folgende kleine Blick in die Vergangenheit zeigt:

  • Das erste Elektroauto wurde bereits 1881 von Gustave Trouvé in Paris vorgestellt. Bei einer Reichweite von 26 Kilometern kam es immerhin auf eine Geschwindigkeit von 12 km/h.
  • In Deutschland war es der Maschinenfabrikant Andreas Flocken, der 1888 das erste Elektroauto zur Marktreife brachte.
  • Und wer hätte gedacht, dass das erste Auto, das jemals schneller als 100 km/h fuhr, tatsächlich ein Elektroauto war? Bereits 1899 brachte der belgische Rennfahrer Camille Jenatzy fabelhafte 105,88 km/h auf den Tacho.
  • Vorreiter der Elektromobilität waren aber die Amerikaner. Im Jahr 1900 betrug der Anteil der Elektroautos dort fast 40 Prozent. Ihre Reichweite lag locker bei 100 Kilometern.
  • Erst Anfang der 1990er-Jahre machte man sich wieder ernsthaft Gedanken über die Elektromobilität. Wegbereiter war das Konzeptfahrzeug Horlacher Sport aus der Schweiz, das es 1992 mit rund 55 km/h auf eine unglaubliche Reichweite von 547 Kilometern mit einer einzigen Akkuladung brachte.
  • Das erste serienmäßig hergestellte Elektroauto war der Tesla Roadster. Ein (nicht ganz günstiger) Allrounder, der es schon 2006 auf eine Reichweite von rund 350 Kilometern brachte.

 

Noch immer eine Herausforderung beim Elektroauto: Die Reichweite

Bei aller Liebe zur Elektromobilität muss eines doch zugegeben werden: Die Elektroauto-Reichweite ist de facto nicht so hoch wie die eines Autos mit Otto-Motor. Je nach Modell und Fahrweise liegt die Reichweite bei Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor zwischen 600 und teilweise über 1.000 Kilometern. elektroauto-reichweite-guide-ebook-net4energy

Eine weitere Tatsache ist aber auch, dass die Deutschen pro Tag im Durchschnitt gerade einmal knapp 40 Kilometer unterwegs sind – unabhängig von der Art der Fortbewegung. Und das schafft man mit jedem Elektroauto spielend, auch wenn damit die Batterie eben öfter „getankt“ werden muss.

Genau hierbei sehen viele Verbraucher ein weiteres Problem: Sie befürchten, mit einem leeren Akku nicht rechtzeitig zu einer Ladestation zu kommen. Eine unbegründete Angst, denn derzeit stehen in Deutschland fast 19.000 öffentliche Ladestationen zur Verfügung, rund 2 Drittel davon sind Schnellladestationen.

Und letztendlich darf natürlich auch die private E-Tankstelle zu Hause nicht vergessen werden, die sogenannte Wallbox, mit der die Ladung des Akkus unabhängig wird.

Ein kleiner Überblick über Modelle und Reichweiten

Am weitesten fährt man derzeit mit dem Tesla Model S – dieses Auto legt nämlich satte 610 Kilometer zurück. Aber auch Modelle, wie zum Beispiel

  • der Opel Ampera-e mit bis zu 520 Kilometern Reichweite,
  • der Hyundai KONA Elektro mit 484 Kilometern,
  • der Mercedes-Benz EQC 400 4MATIC mit 471 Kilometern,
  • der Kia e-Niro mit 455 Kilometern,
  • der Renault ZOE Z.E.50 mit 395 Kilometern
  • oder der NISSAN LEAF e+ mit 385 Kilometern

sind heute absolut alltagstauglich.

Wovon hängt die Reichweite eines Elektrofahrzeugs ab?

Die oben genannten Beispiele sind Zahlen, die sich im Optimalbetrieb – also unter Werkstattbedingungen – ergeben. Zahlreiche Faktoren beeinflussen die tatsächliche Reichweite bei Elektroautos, die oft von den Herstellerangaben abweichen.

Dazu gehören:

  • Außentemperatur: Schaltest du die Klimaanlage oder die Heizung im Auto ein, belastet das den Akku zusätzlich.
  • Elektrische Zusatzgeräte: Auch die Sitzheizung, das Radio oder die Heizspirale in der Heckscheibe mindern die Reichweite.
  • Fahrverhalten: Wer oft beschleunigt oder immer wieder einmal abrupt bremst, verbraucht Energie.
  • Reifendruck: Vor allem ein zu niedriger Reifendruck belastet die Batterie des Elektroautos und kostet Reichweite.
  • Straßenverhältnisse: Fährst du mit dem Auto einen Berg aufwärts, verbraucht sich der Akku schneller.
  • Gewicht: Große und entsprechend schwere Elektroautos verbrauchen im Schnitt mehr Strom als leichtere. Zum Gewicht müssen aber auch die Ladung und die Anzahl der Insassen gerechnet werden. Je höher, desto schneller wird der Akku leer.
  • Akku-Kapazität: Ein größerer Akku ist zwar schwerer, kann aber auch mehr Energie speichern und dadurch weitere Strecken ablegen.

 

Die Elektroauto-Reichweite sollte nicht das einzige Kriterium sein

Wenn du dich für ein Elektroauto entscheidest, solltest du dich nicht von der vergleichsweise geringeren Reichweite abschrecken lassen. Es kommt auch auf den Fahrkomfort sowie die Schonung der Umwelt an. Und wenn es doch an der Reichweite liegt, dann lässt sich diese am einfachsten dadurch erhöhen, indem du angemessen fährst, auf einen einwandfreien Zustand des Fahrzeugs achtest und so wenig zusätzliche Elektrogeräte wie möglich nutzt.

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