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Diese 7 Fehler sollte man bei der Montage einer Photovoltaikanlage vermeiden

Lisa Becker
05.07.2019 07:02:00

Was Sie beachten müssen

Sie haben eine Photovoltaikanlage erworben? Prima. Dann kann es ja direkt an die Montage gehen. Im Idealfall engagieren Sie einen Monteur, der eine Fortbildung zum Solarteur gemacht hat, aber auch Betriebe aus den Bereichen Dachdeckerei und Elektrotechnik bringen oft das notwendige Know-how für eine professionelle Montage mit. Im Folgenden zeigen wir Ihnen Fehler, die auf jeden Fall bei einer Montage zu vermeiden sind.

Fehler 1: Dachhaken sind schlecht montiert

Dachhaken bzw. Dachanker werden unter den Ziegeln am Dachsparren angebracht und sind dazu da, die Trägerkonstruktion für die Photovoltaikanlage zu halten. Das entlastet das Dach. Es ist äußerst wichtig, dass man die angegebene Anzahl von Dachankern strikt einhält:
Je höher die Anzahl an Dachankern, umso geringer ist der Druck auf das Dachgestühl. Das ist vor allem bei älteren Dachstühlen von großer Bedeutung.

Ein häufiger Fehler bei der Montage einer Photovoltaikanlage sind zudem schlecht montierte Dachhaken: Diese dürfen nicht auf dem Ziegel aufliegen, da das zu Spannungen führt und der Ziegel dadurch früher oder später zerbersten wird. Außerdem sollte man die Höhe der Dachhaken so wählen, dass sie auch bei größeren Schneelasten nicht aufliegen.

 

Zudem sollte die Lastenleistung zentrisch erfolgen, Dachhaken also entsprechend montiert sein. Konkret bedeutet das: Der Dachhaken sollte mittig, nicht am Rand vom Sparren befestigt ist. Darüber hinaus müssen Dachhaken in jedem Fall die richtige Tragfähigkeit aufweisen für die Anlage. Die genauen Vorgaben zu den Anzugsmomenten der Schrauben und notwendigen Abständen der Dachhaken zu den Ziegeln sind in jedem Fall einzuhalten.

 

Fehler 2: Unterkonstruktion ist parallel montiert

Stellen Sie sicher, dass der Monteur direkt bei der ersten Dachbegehung auf Unebenheiten achtet. Vor allem bei älteren Dachgestühlen kann es im Laufe der Jahre durch Wind, Schnee oder Temperaturschwankungen zu Verformungen kommen. Sollten diese vorliegen, kann man die Photovoltaikanlage durch höhenverstellbare Dachhaken so montieren, dass diese Unebenheiten nicht widergespiegelt werden, die Anlage also eben ist. Wenn die PV-Anlage die Kurven des Daches widerspiegelt,
kann das zu Verschattungen und somit zu Leistungseinbußen führen.

 

Fehler 3: Solarkabel sind schlecht verlegt

Solarkabel sollten sorgfältig an der Unterkonstruktion oder dem Modul befestigt werden, damit sie keine Schlaufen bilden können. Diese könnten auf dem Dach schleifen und vom Wind hin und her geschoben werden. Mal abgesehen davon, dass Kabel dadurch kaputt gehen würde, entstehen dadurch unangenehme Geräusche, die sich eventuell auf die darunter liegenden Räume übertragen. Im schlimmsten Fall können lose Kabel einen Brand auslösen. Generell sind alle stromführenden Teile so zu verlegen, dass Beschädigungen von außen nicht möglich sind.
Hierbei sind auch die Brandschutzvorschriften dringend einzuhalten.

 

Bei der Verlegung von Kabeln kann es außerdem zu folgenden Fehlern kommen: Wild verlegte Kabel über das Dach hinweg sind der Witterung ausgesetzt, Leitungen sind in der Regenrinne verlegt, Leitungen sind an scharfen Kanten eingeklemmt, Stecker liegen im Wasser oder es fehlt an der richtigen Beschriftung der Kabel. Diese Fehler sind vor allem aus Sicherheitsgründen zu vermeiden.

 

Fehler 4: Material ist falsch ausgewählt

Beim Material ist selbst bei den kleinsten Komponenten darauf zu achten, dass diese richtig ausgewählt sind. So müssen die Modulklemmen sowie auch die Befestigungsschrauben für die Modulklemmen immer passend sein.

 

Fehler 5: Wechselrichter befindet sich an einem ungeeigneten Standort

Der Wechselrichter sollte immer zugänglich und vor starken Wettereinflüssen geschützt werden. Sollte eine geeignete IP–Schutzklasse vorliegen, kann ein Wechselrichter auch draußen montiert werden, sollte aber durch ein Vordach oder Ähnliches vor direkter Sonneneinstrahlung und starkem Regen geschützt sein. Es ist generell immer auf die Einhaltung der erforderlichen Schutzklassen für den jeweiligen Montageort zu achten. Das gilt für alle elektrischen Komponenten (Verteilerkästen etc.). Die Installation in staubigen und sehr schmutzigen Umgebungen sollte man in jedem Fall vermeiden, denn Schmutzablagerungen auf den Geräten können zu schlechterer Wärmeabfuhr führen.

 

Fehler 6: Unvollständige Anlagendokumentation

Zu einer mangelfreien Photovoltaikanlage gehört auch eine vollständige Anlagendokumentation. Leider wird diese oft vergessen. In der DIN 62446 ist neben der Inbetriebnahmemessung detailliert geregelt, welche Informationen zu einer Anlagendokumentation gehören. Zu diesen Informationen zählen demnach: String- und Schaltpläne, Seriennummern der verbauten Anlagenteile, Datenblätter und Garantiezertifikate der Komponenten, Adressen der Anlagenplaner und auszuführenden Unternehmen sowie Messprotokolle. Spätestens im Fall eines Fehlers, sind diese Unterlagen relevant und nützlich. Zudem benötigt man sie bei der späteren Wartung und Inspektion der Anlage. Sorgen Sie von Anfang dafür, dass diese Dokumente vorliegen, denn Jahre später (wenn zum Beispiel manche Produkte vom Markt sind) kann sich eine Zusammenstellung als mühsam und schwierig erweisen.

 

Fehler 7: Baustelle ist ungesichert

Sparen Sie auf keinen Fall an der Baustellensicherung! Dazu gehören mindestens ein gesichertes Gerüst, Fangnetze für fallendes Werkzeug und genug ebene Fläche, um die Module ablegen zu können. Monteure sollten mit Auffanggurten gesichert sein. Wer den Arbeitsschutz vernachlässigt, können unter Umständen Berufsgenossenschaften und Bauaufsichten die Baustelle bis auf Weiteres sperren.

 

Die möglichen Folgen, wenn Fehler geschehen:

Wenn eine Photovoltaikanlage nicht vorgabengerecht montiert ist, bußt das am Ende vermutlich an Wirtschaftlichkeit ein – die prognostizierten Erträge werden also nicht erreicht. Zudem ist es möglich, dass Ihre Photovoltaikanlage gar nicht erst an das öffentliche Stromnetz angeschlossen wird, wenn Planungs- und Installationsfehler vorliegen. Nicht zuletzt kommt es zu sicherheitsrelevanten Mängeln, die die Hausbewohner gefährden könnten.  

 

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